Überforderte Miners verlieren drittes Spiel in Folge

Pure Enttäuschung: Der Gesichtsausdruck von Linebacker Philipp Geng spricht Bände.Am 19. Mai gegen 17.15 Uhr verdunkelten sich sowohl der Himmel über Reutlingen als auch die Mienen der Miners. Eine 0:41-Niederlage. Fassungslos und nahezu sprachlos schlichen die Spieler in die Abschlussbesprechung und selbst dort wurden die Coaches unerwartet nicht laut, sondern wirkten genauso konsterniert und erschöpft wie die sich verausgabten Spieler. Mehr als zwei Stunden lang hatten die Footballer der Offenburg Miners versucht, den Reutlingen Eagles irgendetwas entgegenzusetzen, aber nahezu nichts gelang.

Pässe kamen nicht beim Mitspieler an oder wurden nicht gefangen, Punts gingen ins Aus, die meisten Runs wurden vom Gegner früh gestoppt, die Eagles liefen des Öfteren mühelos zum Touchdown und an der Sideline verzweifelte Defense-Coach Dietmar Groß an der Planlosigkeit mancher Spieler, die immer wieder auf die richtige Position dirigiert werden mussten. Nichts funktionierte. Sinnbildlich dafür stehen die ersten Minuten des Spiels. Nach einem verpatzten Punt der Miners lief das Reutlinger Team zum ersten Touchdown inklusive Extrapoint und auch schon gleich nach dem nächsten Miners-Punt ins Aus fielen weitere sieben Punkte für Reutlingen. Die Miners-Defense kam also erst kurz vor Ende des ersten Viertels überhaupt zum ersten Mal auf das Feld. "Ein 0:14-Rückstand innerhalb kürzester Zeit ist im Football zwar nichts Ungewöhnliches, aber wir haben gerade viele noch recht unerfahrene Spieler, die das nicht so gut wegstecken können", meinte dazu Alexander Uhl, während des Spiels verletzt ausgeschiedener, aber langjähriger Offense-Spieler der Miners. Diesen Schock wurden die Spieler nicht wieder los.

Zwar kämpfte sich Running Back Nico Erny tapfer immer wieder durch die Verteidigung der Eagles und erlief stets einen Raumgewinn, aber mehr gelang dem Team nicht. Gleich zu Beginn des zweiten Viertels nutzte Reutlingen Lücken in der Mitte und erlief sich den nächsten Touchdown mit gelungenem Zusatzpunkt zum 21:0. Im Verlauf dieses Viertels ging der Ballbesitz rege hin und her und beide Teams scheiterten an ihren vierten Versuchen. Nach dem Two Minute Warning lief die Heimmannschaft wieder durch die Mitte und machte die nächsten sieben Punkte fest. Daraufhin und damit ganz knapp vor der Halbzeit wurde es allerdings nochmal spannend, als sich die Miners zwei neue First Downs erkämpften, eine Interception der Eagles wegen Holdings aufgehoben wurde und die Miners drei Sekunden vor der Halbzeit und trotz Unterbrechung durch Timeout der Reutlinger durch einen Quarterback Draw nochmal gute zwölf Yards erliefen, die aber leider nicht ausreichten.

Gleich zu Beginn des dritten Viertels zeigte Nico Erny, der über das ganze Spiel hinweg von den Eagles ordentlich in die Mangel genommen wurde, einen schönen Lauf über knapp 17 Yards und erspielte dem Team damit einen neuen First Down, dessen vierter Versuch ausgespielt wurde, aber misslang. In dessen Folge erzielten die Reutlinger ein Field Goal, es stand 0:31. Nun häuften sich die oben angesprochenen Fehler der Miners, die Eagles profitierten als Resultat daraus mit einer Interception, die die Schwaben als erste Aktion des vierten Quarters in ein weiteres Field Goal verwandelten. Wieder versuchte sich Erny durchzukämpfen und wurde von seinem Gegner mit dem Kopf gestoppt. Dieser Targeting genannte Regelverstoß führte zu einem Platzverweis des Reutlinger Spielers. Was sein Team unbeeindruckt ließ, es feierte nach missglücktem vierten Versuch der Miners einen weiteren Touchdown und Point after Touchdown. 0:41. Zwar ließen die Miners bis zum Schluss nicht locker und kämpften, aber es gelangen ihnen keine Punkte.

Head Coach Maurizio Nici benannte wie Uhl das Problem: "Viele wissen einfach noch nicht, was sie auf ihren Positionen tun." Da aufgrund der vielen Verletzungen zurzeit viele Rookies auf dem Feld stehen, fehle dem Team insgesamt die Erfahrung, die Trainingszeit und der Biss, um solche Rückstände aufholen zu können. Daher gab er die Parole aus: "Ich erwarte jetzt eine Reaktion von euch!"

Gohlke - 15.06.2018

Pure Enttäuschung: Der Gesichtsausdruck von Linebacker Philipp Geng spricht Bände.

Pure Enttäuschung: Der Gesichtsausdruck von Linebacker Philipp Geng spricht Bände. (© Offenburg Miners / Peter Aukthun-Görmer)

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