Ein Fake-Punt verhilft Texas zum Sieg
Lubbock ist nicht Köln. Dennoch kann der Paragraph des Kölschen Grundgesetztes, dass alles immer doch wieder gut geht, lässt sich getrost auch auf die Footballer der Texas Longhorns anwenden. Denn das Duell gegen die Texas Tech Red Raiders konnten die Longhorns am Ende mit 24:14 für sich entscheiden. Doch die Entscheidung zugunsten der Longhorns fiel erst im letzten Viertel, als WR Barrett Matthews den letzten Touchdown des Abends erzielt. Zuvor hatten sich die Longhorns vier Ballverluste geleistet und hatten mit den Red Raiders immer wieder ihre liebe Mühe. Doch mit einem durchaus riskanten Manöver sorgte Head Coach Mack Brown dafür, dass seine Longhorns im letzten Quarter den Sieg sichern konnten.
Insgesamt neun Minuten waren die Longhorns in einem Drive im Ballbesitz und schafften es nach 22 Spielzügen durch Matthews den entscheidenden Touchdown zu erzielen. Zuvor hatte Brown in einem vierten Versuch alles auf eine Karte gesetzt und den Punt an der eigenen 29-Yard-Linie nur vorgetäuscht. Ryan Roberson nahm den Snap direkt an und lief über zwei Yards zum neuen First Down. „Niemand mit nur ein wenig Verstand würde innerhalb der eigenen 30-Yard-Line einen Fake-Punt ansagen. Ich dachte, dass es eine Überraschung wäre und wusste, dass Roberson ein guter Ballträger ist“, sagt Brown nach dem gelungenen Vabanquespiel.
Der Spielverlauf zwang Brown aber zu dem riskanten Manöver. Denn QB Garrett Gilbert spielte zwar ruhig und besonnen bei seinem ersten Auswärtsspiel, hatte mit drei Interceptions aber auch seine schwachen Momente. Davon ließ sich Gilbert aber nicht aus der Ruhe bringen, sondern spielte sein Pensum. „Sein Auftreten hat sich während des gesamten Spiels nicht verändert. Nur als wir den letzten Touchdown erzielt haben, wurde er etwas lebhafter, ist seinen Mitspielern hinterher. Das war das erste Mal, dass ich gesehen habe, dass er das macht“, freute sich Brown.
Selbst als DB Jarvis Phillips einen Pass von Gilbert abfing und mit dem Ball über 87 Yards zum Touchdown für die Red Raiders lief, wirkte der Spielmacher äußerlich gefasst, strahlte eine stoische Ruhe aus. Seine drei Interceptions zeigten ihm aber auch, dass es nicht immer so perfekt laufen kann wie in den ersten beiden Spielen, als sich Gilbert keinen einzigen Fehlwurf in die Arme der gegnerischen Verteidiger leistete.
Dass die Hausherren aus den Fehlern der Longhorns nicht besser Kapital schlagen konnten, lag daran, dass man in der Offense die schlechteste Leistung in den vergangenen zehn Jahren zeigte. Denn die Angriffsformation brachte es auf gerade einmal 140 Yards Raumgewinn. „Du musst einfach in der Lage sein, den Ball gut zu bewegen und wir waren dazu heute nicht in der Lage“, erklärte Red Raiders Head Coach Tommy Tuberville nach dem Spiel.
© Hundt - 20.09.2010

Barrett Matthews erzwang mit diesem Touchdown die Entscheidung zu Gunsten von Texas (© Getty Images)
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