Swinging Gate

Die "Swinging-Gate"-Formation bricht mit allen bekannten Konventionen im Football und lässt den Quarterback in unseren Augen zunächst einmal nahezu ungeschützt zurück. Es gibt zahlreiche verschiedene Varianten dieser Formation. Allen gemein ist, dass die Mehrzahl der Offensive Linemen sich auf einer Seite des Spielfeldes formiert, weit entfernt vom Ball und dem Center. Die verbleibenden Spieler werden möglichst über die gesamte Breite des Spielfeldes verteilt, damit die Defense auch die gesamte Breite zu verteidigen hat. Dies dünnt die Defense an mehreren Stellen aus. Dadurch erlaubt diese Formation die ungewöhnlichsten Spielzüge und stellt die Defense allein durch ihre Aufstellung vor zahlreiche Probleme. Dieser Aufstellung der Offense kann und sollte durch eine entsprechende Positionierung der Defense entgegengewirkt werden.

Doch jede noch so durchdachte Aufstellung der Defense kann durch einen "Shift" der Offense neutralisiert werden beziehungsweise eine nachteilige Situation für einzelne Abwehrspieler kreieren. Nehmen wir einmal an, in unserem Beispiel rückt der rechte Receiver hinter die Line of Scrimmage zurück, gleichzeitig rückt der linke Receiver an diese vor und wird damit quasi zum Lineman. Damit wird der Center zum berechtigten Receiver, weshalb oftmals Tight Ends als Center eingesetzt werden. Nunmehr steht nur ein Linebacker gegen den Tight End und den Running Back, mit vermutlich erheblichen negativen Folgen für die Defense.

Doch auch hier gelten die bereits beschriebenen Regeln für Offensive Linemen, weshalb der soeben beschriebene Shift in der NFL nicht möglich und im College-Bereich nur in bestimmten Ausnahmesituationen möglich ist.

In High School Offenses trifft man dagegen viel häufiger auf "Swinging Gates". Hier gibt es sogar komplette Offense-Strategien, die ausschließlich auf diese Formation vertrauen. In der NFL kann diese Offense in bestimmten Situationen (Short Yardage, Goal Line) durchaus Verwendung finden. Die Tennessee Titans etwa haben diese Formation in ihrem Arsenal.

Der wohl populärste Spielzug aus der "Swinging Gate" ist der "Screen Pass" auf den Fullback. Ihm stehen sechs Vorblocker zur Verfügung, hinter denen er die Lücke je nach Art der Defense frei wählen kann.

Einen weitere vielversprechende Möglichkeit ist ein Lauf des Quarterbacks. Center und Running Back agieren in diesem Fall als Vorblocker. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich bei dem zur Verfügung stehenden Quarterback um einen möglichst beweglichen Spieler handelt. Nur ein Spielmacher dieses Typs kann den großzügigen Freiraum nutzen.

Natürlich sind auch reguläre Pässe aus dieser Aufstellung sehr gut möglich. Hier fehlen dem Quarterback allerdings die entsprechenden Blocker. Ein schnelles Handeln des Spielmachers ist daher unabdingbar. Er muss seine Anspielstation gefunden haben, bevor die attackierende Defense des Gegners ihm ein Passspiel unmöglich macht.

Ebenfalls sehr populär ist ein "Middle Screen Pass" auf den Fullback. Doch anders als im ersten "Screen Pass" bewegt sich hier die gesamte Offensive Line mit dem Fullback zur Mitte des Spielfeldes. In dem entstehenden Durcheinander können die Spieler allerdings schnell den Überblick verlieren. Dies gilt für die Defense, aber auch für die Offense gleichermaßen.

Der Ursprung der "Swinging Gate" ist nicht mehr genau zu ermitteln. Versuche mit dieser Art der Aufstellung soll es bereits in den frühen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gegeben haben - ein Jahrzehnt, in dem Einiges im Football ausprobiert, aber auch vieles wieder verworfen wurde. In den folgenden Jahren gewann die Formation eine gewisse Popularität, genießt heutzutage aber fast ausschließlich den Status eines Trickspielzuges oder einer Trickspiel-Offense.

Der Text stammt aus dem Buch "Erfolgreiche Offense" von Holger Korber - 228 Seiten - 24,90 Euro.

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