Die Ends im Angriff

Wide Receiver DeAndre Hopkins auf der AußenbahnDie Regeln im Ameican Football schreiben vor, dass an der Anspiellinie vor dem Snap zusätzlich zu den fünf inneren Offensive Linemen noch zwei weitere Spieler zu stehen haben, und weil sie die Enden außen bilden, dürfen sie später auch Pässe fangen. Hier beginnen die ersten taktischen Vorlieben Einfluss auf die Aufstellung zu nehmen. Man kann an einer oder beiden Seiten eng neben den Tackle Spieler postieren, dies wären dann "Tight Ends". Wenn sie dort relativ zentral stehen, wo nach dem Anspiel seitens des Gegners sofort attackiert wird, müssen sie selbstverständlich ebenfalls gut blocken können.

Manche Tight Ends sind tatsächlich darauf spezialisiert und daher förmlich ein zusätzlicher Offensive Lineman. Dass sie Pässe fangen, ist dann eher eine theoretische und sporadisch eingesetzte Option. Andere wiederum können zwar auch manierlich blocken, sind aber vor allem eine körperlich robuste Anspielstation für einen kurzen, schnellen Pass. Ihr Aktionsradius ist zunächst meist auf ein paar Yards um ihre Startposition herum begrenzt, doch können sie nach ein paar Schritten nach außen dort sowohl wertvoller Vorblocker für einen Running Back hinter ihnen als auch selbst nach Passfang ein ziemlich durchsetzungsstarker Ballträger werden.

Im Gegensatz zu Tight Ends ist der Begriff der "Split Ends" nicht mehr so gebräuchlich. Die auf gleicher Höhe, doch deutlich von den zentralen Linienspielern "abgesplittet" stehenden Akteure werden außer von Coaches oder Referees eigentlich von allen als Wide Receiver benannt. Stehen sie auf Höhe der Linie, kann es auf ihrer Seite keinen Tight End geben, weil der dann keine Pässe fangen dürfte. Wohl aber weitere Receiver, die sich allerdings in der Lücke zwischen dem äußeren Receiver und den Offensive Linemen mindestens einen Schritt weiter hinten postieren müssen, um nicht irrtümlich zur Linie zu gehören. Statt als solcher "Slot Receiver" könnte man natürlich auch außen vom Receiver an der Linie oder hinter diesem weitere zurückversetzt Aufstellung nehmen lassen. Nur ist es von den Laufwegen her am logischsten, wenn der äußerste Receiver auch am weitesten vorn steht. Im Extremfall lassen sich bis zu fünf Receiver, davon maximal vier auf einer Seite, postieren, und diese vier sogar auch in einem dichten "Cluster", wenn man dies will.

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Wie funktioniert American Football

Teil 1: Eigentlich ist alles einfach

Teil 2: Lauf- und Passspiel

Teil 3: Touchdowns, Field Goals und Safetys

Teil 4: Vier Downs für zehn Yards

Teil 5: Münzwurf mit Fallstricken

Teil 6: Mit dem Kickoff geht es los

Teil 7: Start der echten Action: der Kickoff Return

Teil 8: Fouls im American Football

Teil 9: 15 Yards Strafe für schwere Fouls

Teil 10: Das Holding

Teil 11: Die „technischen“ Fouls

Teil 12: Die korrekte Startformation im Angriff

Teil 13: „Free Plays“ der Offense nach Defense-Fouls

Teil 14: Linienspieler zuerst im Fokus

Teil 15: Die Offensive Linemen

Teil 16: Die Ends im Angriff

Teil 17: Die Backs der Offense

Teil 18: Grundaufstellungen der Verteidigung

Teil 19: Pass Rush

Teil 20: Mann- oder Zonendeckung gegen den Pass?

Teil 21: Einfluss der Feldposition auf die Taktik

Teil 22: Gefahr in der eigenen Red Zone

Teil 23: Alle Optionen im "Mittelfeld"

Teil 24: „Schattenboxen“ zu Beginn

Teil 25: Geduld und Strategie zählen

Teil 26: Der vierte Versuch

Teil 27: Mut zum Risiko?

Teil 28: Der Punt und andere Kicks

Teil 29: Die Macht über die Spielzeit

Teil 30: Comeback-Versuche

Teil 31: Hail Mary!

Teil 32: Die Auszeiten

Teil 33: Nur der Sieg zählt - notfalls nach Verlängerung

Teil 34: Die Mathematik der Football-Scores

Wide Receiver DeAndre Hopkins auf der Außenbahn

Wide Receiver DeAndre Hopkins auf der Außenbahn (© Getty Images)

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