Dante Moore verletzt

#5 Dante Moore (Oregon Ducks)Oregons Star Quarterback Dante Moore wurde im zweiten Spielviertel mit einem Transportwagen vom Spielfeld gebracht, nachdem er im Spiel gegen USC während eines "Slides" einen brutalen, verspäteten Treffer gegen den Kopf erlitten hatte. Moore lief mit dem Ball, um ein neues First Down zu erzielen, und setzte zu einem "Slide" (dem kontrollierten Rutschen auf dem Boden) an, als USC-Linebacker Desman Stephens II mit voller Wucht gegen seinen Kopf prallte. Dabei schien Moore das Bewusstsein zu verlieren; unmittelbar nach dem Treffer zeigte er eine sogenannte Fechterstellung (eine unwillkürliche neurologische Reaktion auf ein schweres Schädel-Hirn-Trauma).

Stephens wurde nach einer Videoüberprüfung wegen "Targeting" des Feldes verwiesen. Zudem brach eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Teams aus, als Spieler von Oregon herbeieilten, um ihren Quarterback zu verteidigen. Moore blieb längere Zeit auf dem Spielfeld liegen, während er vom medizinischen Betreuerteam versorgt wurde. Er wurde auf einem Spineboard fixiert und schließlich mit einem Transportwagen vom Feld gebracht. Moore hatte während der Stabilisierung und der Umlagerung die Augen geschlossen, aber seine Extremitäten bewegten sich und die Arme ließ er rotieren. Er wurde zur weiteren Untersuchung in das L.A. General County Hospital gebracht.

Moore war für seine Senior-Saison nach Oregon zurückgekehrt und hatte dabei auf die Chance verzichtet, bereits im NFL-Draft 2026 in der ersten Runde ausgewählt zu werden, um stattdessen zu versuchen, die Ducks zum nationalen Titel zu führen. Er war als potenzieller Top-Quarterback für den NFL-Draft 2027 in die Saison gestartet; trotz einer frühen Niederlage gegen Oklahoma State hoffte Oregon weiterhin auf den Einzug in die College Football Playoffs und einen möglichen Titelgewinn. Nachdem Moore vom Feld gebracht worden war, übernahm Transfer-Spieler Dylan Raiola die Offense von Oregon. Raiola war in den vorangegangenen zwei Spielzeiten Starter bei Nebraska gewesen, bevor er in der Offseason nach Oregon gewechselt war.

Während man noch auf offizielle Informationen zu den Einzelheiten von Moores Verletzung und der voraussichtlichen Ausfalldauer wartet, müssen die Ducks zumindest das schwierige Auswärtsspiel gegen USC ohne ihren Star-Quarterback bestreiten. Viele sahen in diesem Spiel eine Partie, die über das Schicksal im Rennen um die College Football Playoffs entscheiden könnte – für den Verlierer würde es extrem schwer werden, sich wieder ins Gespräch zu bringen. Zudem müssen sich die Ducks schnell neu formieren und gleichzeitig die emotionalen Auswirkungen der schweren und beängstigenden Verletzung ihres Anführers verarbeiten.

Langfristig stehen für Oregon noch vier Conference-Spiele an, in denen sie jeweils als klarer Favorit gelten. Allerdings dürfte sich das Spiel gegen UCLA in der kommenden Woche als deutlich größere Herausforderung erweisen, als man vor Saisonbeginn angenommen hatte. Nach dem Duell mit USC steht am 7. November das nächste Spitzenspiel an: ein Auswärtsspiel bei Ohio State. Auch diese Partie könnte entscheidend für den Einzug ins Big-Ten-Finale und die College Football Playoffs sein. Sollte Moore längere Zeit ausfallen, dürften die Playoff-Chancen des Teams sinken. Insbesondere die Defensive muss sich nach einem schleppenden Saisonstart drastisch steigern und dem Hype aus der Vorbereitung gerecht werden – damals galt sie als eine der besten Einheiten des Landes. Eine starke Abwehrleistung würde den Druck auf Raiola verringern. Dennoch ist das Team in allen Mannschaftsteilen hochkarätig besetzt, und kaum ein anderes Team verfügt über einen so starken Backup-Quarterback wie Raiola.

Backup Quarterback Raiola war zwei Spielzeiten lang Starter bei Nebraska. Auch wenn seine Leistungen bei den Huskers schwankten, hat er das Zeug zum Starting-Quarterback in der Big Ten. Seine Entscheidung, zu Oregon zu wechseln – wohl wissend, dass er zunächst ein Jahr als Backup für Moore fungieren würde, bevor er 2027 die Führung übernimmt –, erweist sich nun als enormer Gewinn für die Ducks im Jahr 2026. Aufgrund einer Verletzung kam Raiola in der vergangenen Saison nur in neun Spielen zum Einsatz, brachte dabei jedoch 72,4 Prozent seiner Pässe an den Mann und erzielte 2.000 Yards Raumgewinn sowie 18 Touchdowns bei sechs Interceptions. In der Vergangenheit waren Ballverluste (Turnovers) ein Problem für Raiola, doch in seiner zweiten Saison konnte er sich hier bereits verbessern. Die Ducks hoffen nun, dass er seit seinem Wechsel auch als Spielgestalter einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht hat. Die Offense von Oregon wird sich auf seine spielerischen Stärken einstellen müssen: Er ist kein besonders mobiler Quarterback, verfügt aber über einen starken Wurfarm und ist in der Lage, die gegnerische Defense mit tiefen Pässen zu überwinden. Seine Präzision hat sich von seinem ersten auf sein zweites College Jahr verbessert; für Oregons Offense, die darauf ausgelegt ist, stets Raumgewinn zu erzielen und sich in günstigen Down-Situationen zu halten, muss er jedoch weiterhin Fortschritte als echter Spielmacher machen und nicht nur als jemand, der den Ball lediglich kraftvoll werfen kann.

Raiola sprang nach Moores Verletzung ein und vollendete einen bereits bis in die Red Zone vorangetriebenen Angriff mit einem Touchdown-Pass auf Evan Stewart. Damit sammelte er frühzeitig Selbstvertrauen für seine neue Aufgabe bei einem Team aus Oregon, das weiterhin Ambitionen hegt, bis in den Januar hinein um Titel mitzuspielen.

Schlüter - 27.09.2026

#5 Dante Moore (Oregon Ducks)

#5 Dante Moore (Oregon Ducks) (© Getty Images)

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