Nachdem der Großteil der Duelle zwischen den "Power Four"-Conferences absolviert ist, hebt sich die SEC mit einer Bilanz von 10:2 gegen die anderen Spitzen-Conferences ab. Die starke Frühform der Conference spiegelt sich in der aktuellen "AP Top 25"-Rangliste wider, in der 10 der 16 SEC-Teams vertreten sind.
Da die SEC von einem Spielplan mit acht auf neun Conference-Spiele umstellt, könnte ihre starke Leistung in den ersten drei Wochen bei der Auswahl der Teilnehmer für die College Football Playoffs an Bedeutung gewinnen. Wie das Auswahlkomitee der CFP mit SEC-Teams andererseits umgehen wird, die in dieser anspruchsvollen Liga eine Bilanz von 6:3 oder 7:2 erzielen, wird ein zentrales Thema im Vorfeld des "Selection Sunday" sein. Fans der SEC werden auf die Stärke des Spielplans verweisen – und das zu Recht. Nach einem derart starken Start gegen "Power Four"-Gegner lässt sich kaum bestreiten, dass die SEC die Conference mit der größten Leistungsdichte im Land ist.
Auch wenn der historische Comeback-Sieg von Texas in Woche 2 gegen die Nummer 1, Ohio State, wohl der bisher beeindruckendste Erfolg eines College Football Teams in dieser Saison ist, so ist er doch nur einer von mehreren Siegen, die die SEC vor der heißen Phase der Conference-Spiele in eine gute Ausgangslage versetzt haben. Ergebnisse wie der dominante Sieg von Mississippi State in Woche 2 bei Minnesota oder der Erfolg von Missouri in Woche 2 bei Kansas können an einem ereignisreichen College Football-Wochenende leicht übersehen werden. Doch sie tragen zur kollektiven Stärke der SEC bei.
Die Abstände zwischen SEC und anderen Conferences sind vor allem gering. Was wäre, wenn Ohio State gegen die Longhorns nicht eine 20 Punkte Führung verspielt hätte? Was wäre, wenn NC State bei Vanderbilt nicht in letzter Sekunde so spektakulär eingebrochen wäre? Was wäre, wenn Baylor in Woche 1 die Two-Point-Conversion verwandelt und weniger als zehn Sekunden vor Schluss gegen Auburn in Führung gegangen wäre? Zudem benötigte Ole Miss in Woche 1 ein Field Goal mit Ablauf der Spielzeit, um Louisville zu besiegen. Würde man die Ausgänge dieser vier hart umkämpften Spiele ändern, läge die Bilanz der SEC nur bei 6-6.
Vor allem: Nur weil die Conference einen starken Start hingelegt hat, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie auch den neuen nationalen Meister stellen wird. Vor einem Jahr beendeten die SEC-Teams die reguläre Saison mit einer Bilanz von 12-6 gegen andere "Power Four"-Teams, schafften es aber zum dritten Mal in Folge nicht, ein Team ins nationale Meisterschaftsspiel zu bringen. Vorerst jedoch steht die SEC an der Spitze.
Drei verschiedene Big Ten Programme haben die letzten drei nationalen Meisterschaften gewonnen und die Conference in der nationalen Rangordnung an der SEC vorbei nach vorne gebracht. Doch wenn Oregon der vierte unterschiedliche Meister der Big Ten in vier Spielzeiten werden soll, muss das Team eine überraschende Niederlage aus Woche 2 gegen Oklahoma State wettmachen. Angesichts dieser Niederlage und der verspielten 20 Punkte Führung von Ohio State gegen Texas bewegen sich die beiden Titelkandidaten der Conference auf dünnem Eis. Dieses Eis könnte für die auf Rang 20 geführten Ducks in dieser Woche noch dünner werden, wenn sie auswärts auf die Nummer 12, USC, treffen.
Der amtierende nationale Meister Indiana wurde noch nicht wirklich gefordert, ebenso wenig wie die Nummer 13, Penn State. Beide haben zwar nichts getan, was dem Ansehen der Big Ten schaden würde, doch die schwache Konkurrenz macht es schwer, ihre tatsächliche Stärke einzuschätzen. Iowa (Nr. 17) und Michigan (Nr. 18) gehören zu den sieben Big Ten Teams in den AP-Top-20, doch es ist schwer vorstellbar, dass eines von beiden über die nötige Offensivkraft verfügt, um einen Angriff auf die College Football Playoffs (CFP) zu starten.
Auch wenn die Big Ten einen holprigen Start hingelegt hat, trägt die untere Hälfte der Conference eine Mitschuld daran. So sehen beispielsweise die Niederlagen von Rutgers gegen UMass und Boston College schlecht aus. Ebenso die deutliche Heimniederlage von Minnesota gegen Mississippi State. Doch am Ende der Saison wird sich niemand mehr für den insgesamt unspektakulären September der Big Ten interessieren, wenn am Ende erneut ein nationaler Meister aus der Conference hervorgeht. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen die Chancen dafür mit Ohio State, Indiana, Oregon und USC noch recht gut.
Die Big 12 hat gegenüber der ACC die Nase vorn im Kampf um Platz 3, da sie ein deutlich besseres durchschnittliches Team-Ranking aufweist und bessere Chancen hat, ein zweites Team in die CFP zu entsenden. BYU mischt hinter dem Spitzenreiter Texas Tech kräftig mit. Auch Utah ist aussichtsreich platziert und Kansas State befindet sich ebenfalls in Schlagdistanz. Oklahoma State kassierte in Woche 1 gegen Tulsa die bitterste Niederlage der Conference in den ersten drei Spielwochen. Doch in der darauffolgenden Woche sorgten die Cowboys mit einem Sieg über Oregon für eine Überraschung. Jedes Argument, das die ACC vor der Big 12 sieht, müsste sich auf die Stärke von Miami stützen. Die Hurricanes haben deutlich bessere Quoten auf den nationalen Titel als Texas Tech, der Top-Anwärter der Big 12. Doch schon eine einzige Niederlage der Hurricanes würde diesen Vorsprung zunichtemachen. Insgesamt ist die Big 12 stärker einzuschätzen.
Betrachtet man andererseits die 0:5 Bilanz der ACC gegen die SEC, lässt sich leicht darüber spekulieren, wie anders diese Bilanz mit etwas mehr Glück aussehen könnte. Die vernichtende Niederlage von NC State bei Vanderbilt in Woche 3 ist hierfür das perfekte Beispiel. Doch die ACC machte ihr enttäuschendes Abschneiden gegen die SEC durch eine starke Bilanz gegen die Big Ten wieder wett. Ergebnisse wie der Sieg von Virginia Tech über Maryland, der Erfolg von Duke gegen Illinois, der Auswärtssieg von Wake Forest bei Purdue und der knappe Sieg von Boston College über Rutgers verleihen der ACC Profil. Letztendlich scheint Miami die einzige realistische Titelhoffnung der Conference zu sein, da Louisville zu Beginn der vierten Spielwoche weit abgeschlagen ist. Die gute Nachricht: Die Hurricanes wirken absolut konkurrenzfähig, nachdem sie ihre Offensive durch den von Duke gekommenen Quarterback Darian Mensah verstärkt haben. Ob es der ACC gelingen wird, zwei Teams in die College Football Playoffs zu bringen, bleibt eine spannende Frage. Aktuell stehen die Chancen für zwei Teams aus der Big 12 besser.
Schlüter - 23.09.2026

Zehn der 16 SEC Teams befinden sich in der aktuellen AP Top 25 Liste. (© Getty Images)
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