Montreal Alouettes 37, BC Lions 26
Vor zwei Wochen war es Daniel Johnson, der Left Guard der Saskatchewan Roughriders, mit einem 17-Yard-Catch. Am Freitagabend war es Donny Ventrelli, der Right Guard der Montreal Alouettes, der ins Geschehen eingriff. Es war kein Spielzug für eine "Third-and-Short"-Situation, um einen Linebacker auszutricksen. Es geschah gleich im ersten Drive der Alouettes bei "First-and-10". Ventrelli stellte sich als Tight End auf, lief seine Route und war das vorgesehene Ziel des Passes. Der Lineman, der in seine dritte Saison geht, wirkte souverän, als er den Pass von Davis Alexander fing. Ich hatte Mitleid mit Garry Peters; er ist mindestens 100 Pfund leichter und musste den anstürmenden Ventrelli zu Fall bringen, der mit gesenkter Schulter in den Defensive Back der Lions hineingeprescht war. Bleibt zu hoffen, dass Offensive Coordinator Anthony Calvillo noch ein paar solcher Spielzüge in der Hinterhand hat.
Wer nur das Endergebnis des 37:30 Siegs der Alouettes über die BC Lions sieht, würde vermuten, es handele sich um ein wahres Punktefestival zwischen den wohl zwei besten Quarterbacks der Liga. Doch viele der entscheidenden Spielzüge gingen tatsächlich auf das Konto der jeweiligen Defensivreihen. Im ersten Viertel hatten die Alouettes einen "First-and-Goal" an der ein Yard Linie. Sofern kein Ballverlust passiert, ist das für die Offense fast ein garantierter Touchdown. Doch Terry Wilson wurde dreimal gestoppt – wobei der ehemalige Alouette Darnell Sankey für alle drei Tackles verantwortlich zeichnete. Im zweiten Viertel setzte T.J. Lee einen perfekten Treffer gegen Cole Spieker und erzwang so einen Fumble. Zweimal stemmte sich die Defense der Alouettes erfolgreich gegen den 230 Pfund schweren Running Back Zander Horwath, als dieser bei einem "Third-and-Short" (kurze Distanz bis zum neuen First Down) antrat. Der entscheidende Wendepunkt war schließlich Tyrice Beverettes "Pick-Six"-Interception spät im dritten Viertel, als Montreal gerade mit 20:19 führte. Es war ein cleverer Spielzug: Noel Thorpe entschied sich für einen Pass-Rush mit drei Spielern, während er Defensive End David Perales in die Passverteidigung zurückzog. Beverette achtete die ganze Zeit auf Nathan Rourkes Augen, sprang in die Passbahn und trug den Ball über 57 Yards zum spielentscheidenden Touchdown zurück.
Saskatchewan 32, Winnipeg 26
Die Saskatchewan Roughriders behielten in einem packenden Duell, das erst in der Verlängerung entschieden wurde, die Oberhand und besiegten die Winnipeg Blue Bombers vor heimischem Publikum. Hätten die Winnipeg Blue Bombers in der Verlängerung einen Weg gefunden, gegen die Roughriders zu gewinnen, würde man heute mehr über Dorian Singer lesen. Der Rookie-Receiver der Bombers legte am Sonntag ein unvergessliches CFL-Debüt hin: Mit einem Sprung fing er den Touchdown-Pass zum Ausgleich – und schaffte es dabei gerade noch, mit den Füßen im Spielfeld zu bleiben, als die Uhr bereits auf Null stand. Ein bemerkenswerter Moment, wenn man bedenkt, dass Jonathan Edouard nur Zentimeter von ihm entfernt war. Trevor Harris zog dank seines Rookie Receivers Daniel Wiebe an der Legende Doug Flutie vorbei und belegt nun den zehnten Platz der ewigen Rangliste für Pass-Yards. Wäre ich Harris, würde ich meinen Enkeln erzählen, jener 72 Yard Pass sei ein herrlicher, hoher Bogenwurf gewesen, der sanft in die Hände des ehemaligen Stars der Saskatchewan Huskies gefallen wäre. Die Wahrheit ist natürlich, dass Wiebe bei einem schnellen "Out"-Spielzug einen Tackle-Versuch von Trey Vaval abschüttelte und für den Großteil dieser 72 Yards den Turbo zündete. Technisch gesehen ist Dhel Duncan-Busby kein Rookie, da er bereits in seine dritte CFL-Saison geht. Doch es war sein erstes Labour Day-Spiel. Besonders im vierten Viertel, als er alle fünf auf ihn geworfenen Pässe für insgesamt 96 Yards fing, zeigte er seine gesamte Leistungsfähigkeit. Zwei Spielzüge später gelang ihm dann der "Catch des Abends" über 26 Yards: Er verfolgte den weiten Pass von Harris über die linke Schulter und fing ihn schließlich sicher über die rechte Schulter ab. Für Duncan-Busby war dies das erste Spiel seiner noch jungen Karriere mit mehr als 100 gefangenen Yards.
Toronto 37, Hamilton 22
Die Toronto Argonauts machten im spannenden "Labour Day Classic" alle Hoffnungen der Tiger-Cats auf ein Comeback zunichte und fuhren einen souveränen 37:22-Sieg ein. Es ist noch kein Jahr her, dass der Kicker der Argonauts zum All-CFL-Spieler ernannt wurde, nachdem er die CFL mit 25 verwandelten Field Goals aus einer Distanz von mehr als 40 Yards angeführt hatte. Das Jahr 2026 verlief für Hajrullahu bisher weniger glücklich; vor dem Labour Day Spiel hatte er nur 66,7 Prozent seiner Kicks verwandelt. Tiefpunkt war ein verschossener Kick aus 23 Yards, der den "Boatmen" bereits in Woche 7 den Sieg gegen Hamilton beschert hätte. Ein einzelnes Spiel ist zwar nur eine kleine Stichprobe, doch Lirim agierte an diesem Tag fehlerfrei: Er verwandelte alle drei Field Goals sowie alle vier Extrapunkte beim 37:22 Auswärtssieg seines Teams. Marshall Ferguson brachte es meiner Meinung nach perfekt auf den Punkt mit der Aussage "Was für ein Kick fürs Selbstvertrauen", nachdem Hajrullahu das Spiel mit einem wuchtigen 52-Yard-Field-Goal eröffnet hatte, das präzise zwischen den Torstangen hindurchflog.
Edmonton 38, Calgary 28
Die Edmonton Elks starteten eine spektakuläre Aufholjagd und erzielten im vierten Viertel 24 Punkte, um sich in einem historischen Duell einen 37:28 Sieg gegen den Rivalen Calgary Stampeders zu sichern. Es ist fraglich, wie viele Leute damit gerechnet hatten, dass die Elks in Calgary noch einmal zurückkommen und gewinnen würden – besonders nachdem ein 43 Yard Punt Return von Tyreik McAllister den Stampeders ein First Down an der 33 Yard Linie von Edmonton verschafft hatte. Calgary führte mit 25:14, als noch 13:30 Minuten zu spielen waren. Es hatte den Anschein, als würde die Heimmannschaft ihren völlig durchnässten Fans einen Sieg bescheren. Doch von diesem Moment an dominierte nur noch Edmonton. Kurz darauf sackte Linebacker Nick Anderson den Quarterback Vernon Adams Jr. und zwang Calgary so zu einem Field Goal durch Rene Paredes. Dies sollten die letzten Punkte sein, die Calgary in diesem Spiel erzielte, aber in der Schlussphase zeigten zahlreiche Verteidiger von Edmonton herausragende Aktionen. Kordell Jackson schlug Clark Barnes den Ball aus der Hand, und Noah Taylor sicherte den Fumble. Später sackte Taylor erneut Adams Jr. und erzwang so eine Ballabgabe per Turnover on Downs, als nur noch eine Minute zu spielen war. Ich habe mindestens vier Situationen gezählt, in denen ein Spieler der Elks einen Pass von Vernon abwehrte – darunter ein Spielzug, bei dem Anderson einen für Dejon Brissett gedachten Pass mehr als 20 Yards tief im Spielfeld zu Boden schlug. Das war eine absolute Dominanz auf allen Ebenen der Defensive von Mark Kilam.
Schlüter - 09.09.2026

#13 QB Anthony Calvillo (Montreal Alouettes) (© Getty Images)
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