Die Regular Season ist vorbei, jetzt zählt jeder einzelne Spielzug. Am Samstag, 12. September, starten die Potsdam Royals in die Playoffs der Effect Energy GFL. Um 15 Uhr empfangen sie die ifm Razorbacks Ravensburg im Stadion Luftschiffhafen. Der Zweite der Nordgruppe trifft auf den Dritten aus dem Süden, der Sieger steht im Halbfinale, für den Verlierer ist die Saison beendet. Neben dem sportlichen K.-o.-Duell wartet auf die Zuschauer bereits vor dem Kickoff ein umfangreiches Fanfest.
Die Potsdam Royals gehen mit einer beeindruckenden Hauptrunde in die Postseason. Elf ihrer zwölf Spiele gewannen die Brandenburger, lediglich die ungeschlagenen Dresden Monarchs verhinderten Platz eins im Norden. Potsdam erzielte 583 Punkte und ließ lediglich 79 zu. Besonders die vergangenen Wochen waren außergewöhnlich. Die Royals besiegten Hildesheim mit 61:0, Düsseldorf mit 49:0, Braunschweig mit 61:0, Kiel mit 60:0 und zum Abschluss die Munich Cowboys mit 59:0. Damit blieb die Defense fünf Spiele in Folge ohne Gegenpunkt. Insgesamt ergibt das eine Serie von 290:0 Punkten.
Mit Beginn der Playoffs helfen diese Zahlen allerdings nur noch bei der Einordnung. Das Heimrecht haben sich die Royals damit verdient, gegen die ifm Razorbacks müssen sie sich das Halbfinale neu erarbeiten. Die Oberschwaben kommen mit einer Bilanz von 8:4 nach Potsdam und erzielten während der Hauptrunde 428 Punkte bei 238 Gegenpunkten. Dass sie nur auf Rang drei der Südgruppe landeten, war dabei denkbar knapp.
Die ifm Razorbacks waren nach zwölf Spielen sogar punktgleich mit den zweitplatzierten Pforzheim Wilddogs. Auch der direkte Vergleich brachte keine Entscheidung. Pforzheim gewann das erste Duell 28:10, Ravensburg antwortete im Rückspiel mit exakt demselben Ergebnis. Erst die weitere Wertung entschied zugunsten der Wilddogs. Statt eines eigenen Viertelfinals führt der Weg der ifm Razorbacks deshalb in den Luftschiffhafen.
Zum Abschluss der Regular Season musste Ravensburg beim Nordmeister Dresden eine 21:52-Niederlage hinnehmen. Das Ergebnis erzählt allerdings nicht die komplette Geschichte. Nach einem frühen 0:21-Rückstand fanden die Gäste offensiv besser in die Partie und verkürzten zwischenzeitlich auf 14:21. Erst anschließend zogen die Monarchs vor 6.224 Zuschauern davon. Zudem mussten die ifm Razorbacks mehrere personelle Ausfälle verkraften. Unter anderem fehlte Nummer-eins-Receiver Anthony Harris Jr. aufgrund eines Fußbruchs, auch Wide Receiver Aniel Buße stand nicht zur Verfügung.
Eine der spannendsten Fragen des Viertelfinals wird deshalb sein, wie die zuletzt nahezu unüberwindbare Potsdamer Defense mit dem Passspiel der ifm Razorbacks zurechtkommt. Quarterback Broghean McGovern gehört statistisch zu den produktivsten Spielmachern der Effect Energy GFL. In der Regular Season brachte er 220 seiner 380 Passversuche an und sammelte 3.455 Passing Yards sowie 39 Touchdown-Pässe. Gleichzeitig warf er 14 Interceptions. Potsdam bekommt damit nach fünf Spielen ohne Gegenpunkt einen Quarterback vor die Brust, der mit wenigen Aktionen enorme Raumgewinn produzieren kann, der gegnerischen Defense aber auch Möglichkeiten für Ballgewinne bietet.
Eine wichtige Anspielstation ist Tim Müller. Der Wide Receiver fing 45 Pässe für 907 Yards und zehn Touchdowns. Durchschnittlich 20,2 Yards pro Reception verdeutlichen seine Big-Play-Gefahr, sein längster Catch brachte 78 Yards. Auch gegen Dresden erzielte Müller einen Touchdown. Für Potsdams Secondary dürfte es deshalb vor allem darum gehen, explosive Plays zu verhindern und McGovern nicht den Rhythmus finden zu lassen, den er während großer Teile der Saison hatte.
Auch auf der anderen Seite des Balls verfügen die Gäste über Spieler, die Potsdams Offense Probleme bereiten können. Ben Rashid sammelte 53 Tackles und 11,5 Sacks, erzwang zwei Fumbles und fing eine Interception. Alex Mashak kommt auf 61 Tackles, zwei Sacks, zwei Forced Fumbles und eine Interception. Gerade in einem Playoffspiel, in dem ein einzelner Ballverlust enorme Auswirkungen haben kann, wird der Schutz von Potsdams Quarterback Hugh "Bay" Harvey eine zentrale Aufgabe sein.
Die Royals besitzen allerdings selbst eine Offense, die während der Hauptrunde genügend Argumente geliefert hat. Maximilian McLeod beendete die Regular Season mit 116 Punkten als erfolgreichster Scorer der Effect Energy GFL. Der Wide Receiver fing 68 Pässe für 1.156 Yards und 17 Touchdowns. Beim 59:0 gegen die Munich Cowboys harmonierte das Zusammenspiel mit Harvey besonders gut. Vier Touchdowns erzielte McLeod in dieser Partie nach Pässen seines Quarterbacks. Mit Heiko Bals, der auf 97 Punkte kommt, verfügt Potsdam über einen weiteren der erfolgreichsten Scorer der Liga.
Damit treffen am Samstag zwei Mannschaften aufeinander, die auf unterschiedliche Weise gefährlich werden können. Potsdam kommt mit einer Defense, die seit fünf Begegnungen keinen Punkt mehr zugelassen hat, und einer Offense, die im Saisonverlauf 583 Punkte produzierte. Die ifm Razorbacks bringen dagegen einen Quarterback mit 3.455 Passing Yards und 39 Touchdowns sowie eine Defense mit Spielern mit, die konstant Druck erzeugen und Turnover erzwingen können. Gerade McGoverns vertikales Passspiel gegen die Potsdamer Secondary dürfte zu den interessantesten Duellen des Nachmittags gehören.
Defensive Captain Ruben De Ruyter erwartet entsprechend eine andere Intensität als während der letzten Wochen der Hauptrunde. "Playoff-Football ist das Beste, was es gibt. Es heißt: gewinnen oder nach Hause gehen. Dadurch steht noch einmal dreimal so viel auf dem Spiel. Mit den ifm Razorbacks kommt der Drittplatzierte aus dem Süden und ein Gegner, der auch hier oben im Norden mitspielen kann. Dazu haben wir wie immer eine großartige Atmosphäre und ein tolles Event rund um das Spiel", sagt De Ruyter.
Für die Zuschauer beginnt der Football-Tag bereits deutlich vor dem ersten Snap. Beim Fanfest sorgt Robert Bernier von 13 bis 14.30 Uhr als Potsdams "wandelnde Jukebox" für die musikalische Begleitung. Dabei entsteht die Setlist gemeinsam mit dem Publikum. Wer nicht nur zuschauen möchte, kann sich zudem selbst am Football versuchen. Bei "Beat the Pro" wird die eigene Wurfgeschwindigkeit gemessen und mit den Quarterbacks der Royals verglichen. Bei "Kick the Ball" können die Besucher ausprobieren, wie gut sie selbst als Kicker zurechtkommen.
Auch Tätowiererin Sonny ist wieder vor Ort. Dazu können Fans ihre eigene Trading Card erstellen, bei einer Tombola auf Gewinne hoffen und sich beim Merchandise umsehen. Nach der Partie folgt ein Meet & Greet, bei dem die Spieler für Autogramme und gemeinsame Fotos zur Verfügung stehen. Damit haben die Royals rund um das Viertelfinale ein Programm aufgebaut, das bereits zwei Stunden vor dem Kickoff beginnt und nach dem Abpfiff weitergeht.
Für Potsdam könnte die Begegnung zugleich der letzte Auftritt im Luftschiffhafen in dieser Saison werden. Sollten sich auch in den anderen Viertelfinals die entsprechend gesetzten Favoriten durchsetzen, müssten die Royals im weiteren Verlauf auswärts antreten. Das ist jedoch Zukunftsmusik. Zunächst müssen sie gegen die ifm Razorbacks Ravensburg bestehen.
Nach elf Siegen in der Regular Season, 583 erzielten Punkten und einer historischen Defensivserie beginnt für die Potsdam Royals am Samstag eine neue Rechnung. Die ifm Razorbacks reisen mit acht Saisonsiegen, einer gefährlichen Passing Offense und reichlich individuellem Talent nach Brandenburg. Einen Rückweg über eine zweite Chance gibt es nicht. Wer nach 60 Minuten vorne liegt, steht im Halbfinale.
Potsdam Royals gegen ifm Razorbacks Ravensburg. Samstag, 12. September 2026. Kickoff um 15 Uhr im Stadion Luftschiffhafen in Potsdam. Das Fanfest startet bereits vor der Partie und begleitet den Playoff-Auftakt mit zahlreichen Aktionen rund um das Stadion.
PassionPress - 09.09.2026

Royals vs ifm Razorbacks (© Foot Bowl/Sebastian Just)
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