Pittsburgh Steelers und Atlanta Falcons gehen mit tiefgreifenden Veränderungen in die neue Spielzeit, was ihrem Aufeinandertreffen am ersten Spieltag der neuen Saison eine besondere Würze verleiht. Die Partie bietet einigen Zündstoff, beide Teams steckten zuletzt in einer Phase der Mittelmäßigkeit und wollen den Turnaround nun endlich erzwingen. Die Historie spricht erst einmal klar für die Gastgeber aus Pennsylvania, doch die Karten wurden in der Offseason ja neu gemischt.
Beide Teams präsentieren sich mit neuen Cheftrainern: Bei den Pittsburgh Steelers hat Mike McCarthy die sportliche Führung übernommen, eine lange Ära von fast seit zwei Jahrzehnten mit der Trainerlegende Mike Tomlin endete. Auf der Gegenseite steht Kevin Stefanski vor seinem Debüt als Head Coach der Atlanta Falcons. Stefanski kennt die Steelers aus seiner Zeit in Cleveland bestens, war in der Zeit bei den Browns zweimal Trainer des Jahres, an der Misere in Cleveland rund um das Watson-Drama eher unschuldig und bringt reichlich taktische Erfahrung mit, um die Verteidigung der Gastgeber zu knacken. Dieses Duell der beiden neuen Coaches wird maßgeblich darüber entscheiden, wer den besseren Start in die neue Saison erwischt.
Ein weiteres großes Spektakel betrifft die wichtigste Position auf dem Spielfeld, denn die Quarterback-Situationen auf beiden Seiten könnten kaum aufregender sein. Bei den Steelers ruhen die Hoffnungen der Fans auf dem erfahrenen Altmeister Aaron Rodgers, der den Angriff anführt und mit neuen Anspielstationen wie Michael Pittman Jr. und DK Metcalf gegnerische Secondary attackieren und eine wohl letzte große Saison spielen soll. Die Falcons reisen unterdessen mit einem wahren Luxusproblem an, da bis kurz vor dem Saisonstart ein offener Konkurrenzkampf zwischen dem namhaften Neuzugang Tua Tagovailoa und Nachwuchs-Star Michael Penix Jr. lief.
Die Vorbereitung für die Defensive der Hausherren war da nicht ganz einfach. Penix gilt unbestritten als die Zukunftslösung für Atlanta. Nach seinem Kreuzbandriss vom November will man aber gerade deswegen nichts überstürzen, in den Trainingseinheiten spielte mal Tagovailoa mit der Stamm-Offense, mal auch der dazu bereits genug genesene Penix. In den Preseason-Spielen kam nur Tagovailoa zum Einsatz, der nach seiner Entlassung in Miami für die Falcons nur einen Ein-Jahres-Vertrag unterschreiben durfte und natürlich darauf brennt, wenigstens zu Beginn oder für möglichst lange Zeit zu beweisen, dass er kommendes Jahr doch noch anderswo eine Starterrolle verdient haben sollte. Die Falcons wurden so zum letzten Team, das seinen Quarterback-Starter für das erste Saisonspiel bekanntgab - bis eine Woche vorher ließ sich Stefanski noch nicht in die Karten blicken.
Für die Pittsburgh Steelers gilt die Defensive auch 2026 als das Prunkstück des Kaders. Angeführt vom nimmermüden Pass Rusher T. J. Watt soll die gegnerische Offense von der ersten Minute an unter maximalen Druck gesetzt werden, um Aaron Rodgers den Rücken freizuhalten. Die sportliche Erwartungshaltung in Pittsburgh schwankt zwischen einer erfolgreichen Playoff-Rückkehr mit zweistelliger Anzahl an Saisonsiegen und den logischen Verletzungsrisiken eines alternden Kaders - gerade die "Leithammel" Rodgers und Watt sind eben auch Risiken. Sollte die runderneuerte Offensive um Rodgers aber schnell Rhythmus aufnehmen, gehören die Steelers definitiv zu den ernsthaften Postseason-Anwärtern, auch in einer gewohnt umkämpften AFC North.
Die Atlanta Falcons wiederum wollen im Jahr 2026 endlich ihre Serie von acht aufeinanderfolgenden Spielzeiten mit negativer Bilanz beenden. Mit einer runderneuerten Führungsetage soll die Offensive deutlich unberechenbarer und explosiver werden als im Vorjahr. Dem dynamischen Running Back Bijan Robinson sollen endlich die Nebenleute zur Seite stehen, die mit seiner Dynamik wenigstens halbwegs mithalten und ihn ergänzen können. Allerdings muss die Defensive der Falcons in Woche eins zeigen, ob sie trotz einiger schmerzhafter Abgänge im Pass Rush stabil genug steht, um den Angriffen der Steelers standzuhalten. Das Erreichen der Playoffs in der NFC South ist das erklärte Ziel für das Team aus Georgia, und ein Erfolg im schweren Auswärtsspiel in Pittsburgh wäre das perfekte Fundament dafür.
Daniel Weber - 08.09.2026

Kevin Stefanski gibt sein Debüt für Atlanta und ließ Gegner Pittsburgh und den Rest der NFL lange über seinen Stamm-Quarterback im Unklaren. (© Getty Images)
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Rückschläge gab es zuletzt für beide, nun treffen im Mercedes-Benz Stadium Atlanta Falcons und Chicago Bears aufeinander. Die Falcons sind mit ihrer 2:3-Bilanz dabei sogar Zweiter in der eigenen Division, die Bears haben zwar einen Erfolg mehr auf dem Konto, sind damit in der NFC North aber dem Tabellenende näher als der Spitze. Interessanter...
Spiele und Tabelle Atlanta Falcons
13.09.
Pittsburgh Steelers - Atlanta Falcons
20
:
13
20.09.
Atlanta Falcons - Carolina Panthers
3
:
34
25.09.
Green Bay Packers - Atlanta Falcons
14
:
35
06.10.
New Orleans Saints - Atlanta Falcons
24
:
45
12.10.
Atlanta Falcons - Baltimore Ravens
23
:
30
Carolina Panthers
.500
4
2
2
0
121
:
109
Atlanta Falcons
.400
5
2
3
0
119
:
122
New Orleans Saints
.200
5
1
4
0
118
:
151
Tampa Bay Buccaneers
.200
5
1
4
0
100
:
112