Im Rivalry-Match Michigan gegen Western Michigan fügten die Unparteischen der Spielzeit nach einem unvollständigen Pass eine Sekunde hinzu; diese ermöglichte es Michigans Spielmacher Bryce Underwood, JJ Buchanan mit einem 47 Yard Touchdown zu bedienen und so das Debüt von Kyle Whittingham zu retten. Das auf Rang 16 geführte Team von Michigan besiegte Western Michigan am Samstagabend mit 13:12 durch einen "Hail Mary"-Pass im allerletzten Spielzug, nachdem die Schiedsrichter die Uhr um eine Sekunde zurückgestellt hatten. JJ Buchanan fing den 47 Yard Pass von Bryce Underwood und bescherte den Wolverines einen umstrittenen Sieg, der in der College Football Welt für hitzige Diskussionen und Turbulenzen über eine bestimmte Frage sorgte.
"Als ich den ersten ‚Hail Mary‘-Wurf beobachtete und der Ball über das Ende der Endzone hinausflog, warf ich einen Blick auf die Uhr und war mir ziemlich sicher, dass noch eine Sekunde übrig war", sagte Michigans Head Coach Kyle Whittingham. "Das liegt natürlich nicht in meiner Hand. Die Schiedsrichter überprüften die Szene per Video, bestätigten meine Vermutung und gaben uns eine weitere Chance." Es bleibt die Frage, ob dieser zusätzliche Spielzug überhaupt stattfinden dürfen?
Es folgte ein neuer Passversuch und ein Catch, wodurch Michigan einen katastrophalen Start in die Ära Kyle Whittingham abwendete. Das Ergebnis hinterließ ein am Boden zerstörtes Team aus Western Michigan und zwang die Offiziellen der Big Ten zu Erklärungen für eine verwirrende Entscheidung, die in jenem Moment für viele Fans völlig unbegründet erschien. Laut einer nach dem Spiel veröffentlichten Erklärung der Big Ten lag die Entscheidung der Schiedsrichter richtig: Es wurde festgestellt, dass der Defender von Western Michigan, Micah Davis, den Ball berührte, während er sich bei noch verbleibender einer Sekunde im Aus befand. "Nach der Videoüberprüfung wurde festgestellt, dass der Spieler mit der Nummer 18 von Western Michigan seinen Sprung aus einer Position im Aus (linker Fuß) begann und den Ball berührte, als noch eine Sekunde auf der Uhr stand", hieß es in der Erklärung. Wie das bereitgestellte Video des Videobeweis-Verfahrens zeigt, wurde für die endgültige Entscheidung eine Gegenüberstellung der Spielszene und der Spieluhr verwendet, wobei eine Direktaufnahme der Stadionuhr zum Einsatz kam.
Achtundvierzig Minuten vor Spielbeginn werden alle für das Videobeweis-System genutzten Kameras – einschließlich der Kamera an der Spieluhr – mithilfe eines Stroboskopsystems synchronisiert, um sicherzustellen, dass sie exakt aufeinander abgestimmt sind. Betrachtet man die Szene in Echtzeit, ist es umso rätselhafter, wie eine Sekunde auf die Uhr zurückgebucht werden konnte. Die Seitenlinie von Western Michigan hatte sich bereits aufgelöst, da die Spieler jubelnd aufs Feld stürmten, und im Hintergrund waren bereits erste Rufe "Feuert Kyle" zu hören.
Die Überprüfung wirkte zunächst wie eine reine Formsache. Doch das Schiedsrichterteam traf eine folgenschwere Entscheidung, die Michigan den Weg zum knappen Sieg ebnete. Regel-Experte Terry McAulay tat sich entsprechend schwer, die Entscheidung der Unparteischen komplett nachzuvollziehen. Er erklärte, dass die Uhren der Übertragung und des Stadions tatsächlich synchron liefen: "Der Ball ist noch nicht einmal in der Nähe eines Spielers, als die Uhr auf Null springt", sagte McAulay in der NBC-Übertragung. "Ihr System – das Hawk-Eye-System – hatte offenbar eine andere Synchronisation oder Ähnliches, und sie kamen zu dem Schluss, dass eine Sekunde vergangen war, als der Ball einen Spieler berührte. Ich kann das nicht erkennen. Geht man davon aus, dass unsere Uhr korrekt ist, berührt der Ball eindeutig keinen Spieler. Der Ball ist klar noch in der Luft, wenn die Uhr auf unserem Bildschirm auf Null steht. Die Big Ten wird vielen von uns erklären müssen, wie sie bei diesem Spielzug auf eine Sekunde gekommen sind."
Lance Taylor, der Head Coach von Western Michigan, erklärte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, er gehe davon aus, dass sich die Führung der MAC bereits an die Big Ten gewandt habe, um eine Klärung der Entscheidung herbeizuführen. "Ich weiß noch, wie ich zur Uhr hochblickte: Sie zeigte bereits Null an, bevor wir den Ball berührten", sagte Taylor. "Mir war klar, dass sie die Szene überprüfen würden. Es war schließlich der letzte Spielzug der Partie. Und da wir es so gut verteidigt hatten, machte ich mir keine Sorgen oder Gedanken darüber, dass unsere Jungs hinausgehen und es ein zweites Mal verteidigen würden. Leider haben wir es beim zweiten Mal nicht mehr so gut verteidigt." In einem ungewöhnlichen Schritt wandte sich ferner Russ Kavalhuna, der Präsident von Western Michigan, nach dem Spiel an die Medien und erklärte, die Hochschule werde auf offiziellem Wege eine Überprüfung der Schlussphase des Spiels beantragen: "Wir werden mit unserem Commissioner sprechen und prüfen, ob es einen Aspekt gibt, für den wir eine Überprüfung verlangen können", sagte er. "Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob das möglich ist. Ich möchte nur, dass alle wissen: Dieses Football-Team hat es verdient, dass man noch einmal genau hinsieht – sofern das machbar ist."
Schlüter - 06.09.2026

Die Western Michigan Fans freuten sich zu früh, die Universität fühlt sich ungerecht behandelt und die MAC will den Fall auch noch einmal prüfen lassen. (© Getty Images)
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