Die Stamm-Quarterbacks für den Kickoff in Woche #1 stehen fest.
Alle? Nicht alle!
Die Atlanta Falcons haben sich als einzige Franchise noch nicht auf einen Starter festlegen wollen oder können. Eigentlich war Neuzugang Tua Tagovailoa sicher als Starter vermutet worden; seine Leistungen waren aber wohl noch nicht dazu angetan, ihn auch offiziell zum Anführer der Offense zu benennen.
In seinem zweiten Preseasonspiel hatte er durchaus besser gespielt (7 von 8 Pässen für 95 Yards angebracht, kein Touchdown oder Interception), als in Woche #1 (3 von 5, ebenso 0 TD / INT, dazu ein Fumble), aber eben auch nicht so, dass man ihm dabei guten Gewissens den Starterposten geben kann.
Dabei war es eigentlich so etwas wie ein Ein-Mann-Wettkampf gewesen: Michael Penix Jr., Erstrundenpick 2024, hat in zwei Saisons bisher nicht überzeugt und sich dazu im November auch noch ein Kreuzband gerissen. Er kam in der Preseason überhaupt nicht zum Einsatz. Stattdessen bekam Ex-Cowboys Backup Cooper Rush doch einiges an Spielzeit.
Eigentlich hätte man wohl gerne einen fitten 26-jährigen Michael Penix Jr als Starter und den günstigen Tua Tagovailoa, der für gerade einmal 1,215 Millionen in Atlanta unterschrieb, als Backup. Das Finanzielle war hier aber nebensächlich, da er von den Dolphins noch gut 54 Millionen erhält... um nicht für sie zu spielen.
Jetzt sieht es wohl eher so aus, dass Tagovailoa beginnen wird und Penix Jr. zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen soll, falls er fit ist und / oder die Falcons bis dahin die – sowieso nicht allzu hohen - Erwartungen nicht erfüllen.
Tagovailoa war nach seiner Zeit am College bei der Alabama Crimson Tide im Corona Draft 2020 aus Roger Goodells Keller von den Dolphins mit dem fünften Pick der ersten Runde verpflichtet worden.
In seiner Rookiesaison 2020 wurde er für die letzten Partien zum Starter (und Nachfolger von Ryan Fitzpatrick) ernannt und war anschließend insgesamt sechs Jahre Franchise Quarterback der Dolphins. Insgesamt startete er dort 76 seiner 78 Partien und gewann 44 davon; in den knapp sechs Jahren erreichte er 18.166 Yards, 120 erworfene und sechs selbst erlaufene Touchdowns bei 59 Interceptions.
2023 durfte er zum Pro Bowl; ohne Kritik ging es aber selten ab: 2025 gewann er sechs der 14 Partien mit 2.660 Pass Yards, 20 Touchdowns und vor allem den meisten Interceptions (15) der Liga. Zudem plagten ihn immer wieder Verletzungsprobleme, hauptsächlich auch eine ganze Reihe an Gehirnerschütterungen, die ein plötzliches Karriereende fast schon erwarten lassen, sobald er die nächste erleiden muss.
Aber idealerweise sollte das nicht passieren, wenn Michael Penix Jr fit ist. Aber die aktuelle ist bei weitem nicht die erste Knieverletzung für den eigentlichen Hoffnungsträger der Falcons: Während seiner Zeit am College bei den Washington Huskies und zuvor den Indiana Hoosiers riss er sich 2018 und 2020 jeweils das vordere Kreuzband.
Trotzdem draftete Atlanta, nachdem sie zuvor Kirk Cousins mit einem Megavertrag ausgestattet hatten, Penix mit dem achten Pick der ersten Runde 2024 (zuvor waren schon Caleb Williams, Jayden Daniels und Drake Maye an #1 / #2 und #3 gepickt worden).
Auch 2025 musste er vor der schlimmen Verletzung bereits ein Spiel (gegen die San Francisco 49ers in Woche #7) mit einer Knieprellung aussetzen. Penix stieg zum Ende der Saison 2024 für die letzten drei Partien zum Starter auf, nachdem Kirk Cousins zuvor enttäuscht hatte. Eine Entlassung Cousins wurde dann zwar diskutiert, wäre die Franchise aber zu teuer gekommen.
2025 war dann aber klar, dass Penix Jr starten würde, was er insgesamt neun Mal auch tat. Die Ergebnisse waren jedoch durchwachsen: Er passte für 1.982 Yards und neun Touchdowns bei drei Interceptions. Bei der Niederlage gegen die Colts in Berlin – ebenfalls nach Verlängerung – saß er wie ein Häufchen Elend bei der anschließenden Pressekonferenz.
Die Falcons eröffnen ihre Saison mit einem Gastspiel bei den Pittsburgh Steelers im Acrisure Stadium am Sonntag, 13.09., um 19 Uhr deutscher Zeit.
Carsten Keller - 05.09.2026

Eigentlich hatte man Michael Penix Jr. als Starter gesehen (© Carsten Keller)
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