Wenn das nötige Kleingeld fehlt

Die Finanzen des UCLA Athletic Departments befinden sich offensichtlich in einer Schieflage.  Vor einem Jahr wandten sich fast ein Dutzend der größten Sportförderer von UCLA an einen Reporter der Los Angeles Times, um zu erklären, sie hätten das Vertrauen in ihren Sportdirektor verloren. Was jedoch kaum jemand außerhalb der Universität bemerkte: Sie hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Geldspenden erheblich reduziert. Im Geschäftsjahr 2022 nahm die UCLA 18,5 Millionen Dollar an Spenden ein. Danach waren es 15,6 Millionen, dann 13,9 Millionen und schließlich 13,5 Millionen Dollar. Das Spendenaufkommen sank drei Jahre in Folge – und das, obwohl der für 2024 geplante Wechsel von der Pac-12 in die Big Ten eigentlich die Kassen der "Bruins" hätte füllen sollen.

Als UCLA Präsident Julio Frenk am Montag – fünf Tage vor dem ersten Spiel von Bob Chesney als Head Coach des Football Teams – Sportdirektor Martin Jarmond entließ, belegte die UCLA bei den Spenden den 14. Platz unter den 16 öffentlichen Universitäten der Big Ten. Der Medianwert innerhalb der Liga lag der Knight-Newhouse College Athletics Database 2025 bei 34,1 Millionen Dollar. Die University of Washington, die der Conference ein Jahr nach der UCLA beigetreten war und in derselben Zeitzone spielt, nahm 52,9 Millionen Dollar ein.

In dem Schreiben, das Frenk am späten Montag an die Anhänger der UCLA richtete, wurden die Spender zwar nicht explizit erwähnt, wohl aber das massive Defizit der Sportabteilung. "Die Sportabteilung der UCLA weist derzeit ein erhebliches finanzielles Defizit auf, und der eingeschlagene Weg ist nicht tragfähig", schrieb er an die Unterstützer. Das Ziel für die Zukunft sei ein Modell, das sich "durch die selbst erwirtschafteten Einnahmen finanziert". Das Problem ist aber offensichtlich: Die Sportabteilung der UCLA finanziert sich nicht selbst – wie aus Finanzberichten hervorgeht, die im Laufe der Jahre bei der NCAA eingereicht wurden. Der Geldfluss ist ins Stocken geraten. Spenden sind der deutlichste Indikator dafür, ob die dem Programm am nächsten stehenden Personen an dessen Erfolg glauben. Die Spenderbasis der UCLA schrumpfte bereits vor dem Wechsel in die Big Ten und ist auch nach dem Beitritt zur finanziell stärksten Conference im College Sport weiter zurückgegangen.

Die Kritik, die Spender vor einem Jahr öffentlich äußerten, war somit konkret: UCLA habe sich nur zögerlich auf den NIL-Markt (Vermarktung von Namens-, Bild- und Persönlichkeitsrechten der Athleten) eingestellt, und Jarmond habe zu lange an Football Head Coach Chip Kelly festgehalten. Möglicherweise gab die versehentliche Veröffentlichung einer Tabelle durch die Sportabteilung im Jahr 2023 den Ausschlag für den Schritt an die Öffentlichkeit; in einer E-Mail waren Spendenhistorien, Adressen und Telefonnummern von Spendern – darunter Hall of Famer Troy Aikman – preisgegeben worden. Die Sportabteilung entschuldigte sich nie für dieses Missgeschick.

"Was wir gerade erleben, fühlt sich an wie ein Zugunglück in Zeitlupe", sagte ein Förderer im Oktober 2025 der Los Angeles Times. "Was wir hier sehen, ist nicht bloß eine schwierige Phase. Es ist institutionelle Gleichgültigkeit. Und wenn es der Universitätsleitung egal ist – warum sollte es dann Fans und potenzielle neue Spieler interessieren?" Was mindestens genauso schwer wiegt, ist, dass auch die Zuwendungen von Unternehmen laut der Knight-Newhouse-Datenbank zurückgegangen sind. Die Einnahmen aus Sponsoring, Werbung und Lizenzen sanken von 18,3 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2023 auf 10,6 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2025 – ein Rückgang um 42 Prozent innerhalb von zwei Jahren und ein deutliches Minus gegenüber den 23,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2019.

"Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, ein Modell für den Hochschulsport zu entwickeln, das die Vielfalt unseres Programms bewahrt, neue Chancen für studentische Athleten und Trainer schafft und sich durch die selbst erwirtschafteten Einnahmen trägt", erklärte Frenk am Montag in einem Schreiben an Unterstützer. "Ich bin der Meinung, dass UCLA eine führende Rolle bei der Umgestaltung des Hochschulsports spielen sollte: Unsere Zukunft muss von einer klaren Zielsetzung geprägt sein – nicht von Druck."

Die Sportabteilung von UCLA verzeichnet seit 2019 jährlich Verluste, die sich auf insgesamt 241,1 Millionen US-Dollar belaufen. Damit dürfte sich genug Druck im Kessel befinden. Im Zeitraum von 2019 bis 2023 nahm die Sportabteilung der UCLA jährlich zwischen 2,1 und 2,6 Millionen US-Dollar an institutioneller Unterstützung und aus Studentenbeiträgen ein – das entsprach etwa 2 Prozent der Einnahmen. Im Jahr 2022 teilte die Universität ihrem Verwaltungsrat mit, der Sportbetrieb finanziere sich "nahezu selbst". Im Geschäftsjahr 2024 stieg dieser Betrag auf 31,6 Millionen Dollar.

Da dieses Geld im NCAA-Bericht als Einnahme verbucht wird, ist das ausgewiesene Defizit bereits um diese Finanzspritze bereinigt. Der für 2025 gemeldete Nettoverlust von 21,6 Millionen Dollar – der als Fortschritt dargestellt wurde – kam nur zustande, weil die Universität 31,1 Millionen Dollar zur Subventionierung der Abteilung bereitstellte. Zieht man diesen Zuschuss ab, standen den Einnahmen der UCLA-Sportabteilung in Höhe von 120,7 Millionen Dollar Kosten von 173,4 Millionen Dollar gegenüber. Das nächste Dilemma: Die Einnahmen aus der Conference stiegen mit dem Wechsel der UCLA zur Big Ten um 88 Prozent, doch die Einnahmen aus Ticketverkäufen, Spenden und Sponsoring gingen jeweils zurück. Die Reise- und Spielkosten erhöhten sich um ein Drittel, da das Team seine Zeitzone verlassen musste, um gegen Big Ten Gegner im Mittleren Westen anzutreten. Gleichzeitig wuchsen die Personalkosten für die Verwaltung fünfmal so schnell wie die Gehälter der Trainer. Zum Vergleich: Die Universität von Oregon, die erst ein Jahr später zur Big Ten stieß, schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Überschuss von 2,7 Millionen Dollar ab. Parallel erzielte Michigan Ticketeinnahmen in Höhe von insgesamt 75,9 Millionen Dollar. UCLA nahm im zweitgrößten Medienmarkt der USA nur 18,3 Millionen Dollar ein.

Nicht alle Probleme sind erst an der UCLA entstanden, doch der Unmut in Westwood hat in den letzten Jahren zugenommen. Jarmond übernahm viele der Schwierigkeiten, mit denen die Hochschule bereits seit Jahrzehnten zu kämpfen hatte. Zudem behält der Rose Bowl aufgrund eines bis 2044 laufenden Pachtvertrags im Wesentlichen alle Einnahmen aus Premium-Sitzplätzen, Gastronomie und Parkgebühren ein. Pasadena und die Rose Bowl Operating Company verklagten die UCLA im Oktober 2025 mit dem Vorwurf, die Hochschule plane, ihre Heimspiele ins SoFi Stadium zu verlegen – ein Verstoß gegen den bis 2044 gültigen Pachtvertrag. Die Stadt fordert Schadenersatz in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar; im Februar lehnte ein Richter den Antrag der UCLA ab, ein Schiedsverfahren zu erzwingen. Für Mittwoch – zwei Tage nach Jarmonds Entlassung – ist nun ein Gerichtstermin zur Verfahrenskoordinierung angesetzt.

Es kann noch dicker kommen. Mitte August erlangte die UCLA die Kontrolle über ihr Logo zurück. Nur eine Woche vor Jarmonds Entlassung reichte CalMatters zudem Klage gegen die UCLA ein; gestützt auf das kalifornische Informationsfreiheitsgesetz (California Public Records Act) wurden Unterlagen zu jenen Spielern gefordert, die im akademischen Jahr 2025/26 insgesamt 20,5 Millionen Dollar an NIL-Zahlungen (für Name, Image und Likeness) erhalten hatten. Der nächste Finanzbericht der UCLA an die NCAA ist für den 15. Januar fällig. Er wird erstmals den Kostenpunkt für die Umsatzbeteiligung der Spieler enthalten: 20,5 Millionen Dollar an Direktzahlungen an bis zu 229 Athleten im Rahmen der "House vs. NCAA"-Einigung. Zudem steht die zweite von drei Raten à 10 Millionen Dollar an, die die UCLA aufgrund ihres Wechsels aus der Pac-12 an Cal zahlen muss. Hinzu kommen Kosten für Chesneys neuen Vertrag, Abfindungen für den Trainerstab von DeShaun Foster sowie schließlich die rund 5,9 Millionen Dollar für Jarmonds Vertragsauflösung. Keiner dieser neuen Kostenpunkte ist in der Gesamtsumme von 241,1 Millionen Dollar enthalten, die laut der Datenbank von Knight-Newhouse als Defizit der letzten sieben Jahre an die NCAA gemeldet wurde.

Es gibt jedoch auch etwas Hoffnung. Zwölf Tage bevor Frenk Jarmond entließ, holte sich der Kanzler die Rechte am UCLA-Logo zurück und beendete damit eine einzigartige, 66 Jahre währende Vereinbarung, nach der eine Studentenorganisation die kommerziellen Rechte an den Marken der Universität gehalten hatte. Zudem betraute Frenk Tim Harris – einen UCLA-Absolventen und ehemaligen Leiter des operativen Geschäfts der Los Angeles Lakers – übergangsweise mit der Führung der Sportabteilung. Harris werde unentgeltlich arbeiten, mit dem Auftrag, "die Einnahmen durch Partnerschaften, Lizenzierungen und andere Unternehmungen zu steigern", so Frenk.

Jarmonds Amtszeit endete mit neun NCAA-Meisterschaften in sechs Jahren – darunter der nationale Titel im Damenbasketball im April – sowie dem folgenschweren Wechsel von der Pac-12 zur Big Ten. Allerdings gelang es ihm nie, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.

Schlüter - 02.09.2026

Die Finanzen des UCLA Athletic Departments befinden sich offensichtlich in einer Schieflage.

Die Finanzen des UCLA Athletic Departments befinden sich offensichtlich in einer Schieflage. (© Schlüter)

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