LSU vs. SEC

An der Recruiting-Praxis von LSU scheiden sich die Geister im College Football.Es ist 60 Jahre her, dass sich die SEC von einer ihrer Mitgliedsuniversität trennte. Könnte sich das ändern? Berichten zufolge steht ein Ausschluss der LSU im Raum, da die Tigers und ihr Head Coach Lane Kiffin – der in seine erste Saison geht – versuchen, mehrere Spieler zu verpflichten, die zuvor im Kader von NFL-Teams während der Saisonvorbereitung standen. Auch wenn die Drohung eines Ausschlusses lediglich als Säbelrasseln verärgerter Funktionäre anderer SEC-Hochschulen abgetan werden könnte – die den Tigers einen Wettbewerbsvorteil verwehren wollen – gibt es für ein solches Vorgehen durchaus historische Präzedenzfälle.

Das wichtigste Beispiel aus dem 21. Jahrhundert für den Ausschluss einer Universität aus einer der großen Conferences stammt aus einer Zeit, als die Big East im College Football noch eine Spitzenrolle spielte. Temple wurde nach der Saison 2004 aus der Conference geworfen, weil das Football-Programm der Universität völlig heruntergewirtschaftet worden war.

Die schlechte Stellung der LSU innerhalb der SEC ist anders zu bewerten als der leistungsbedingte Rauswurf von Temple aus der Big East. Sie erinnert vielmehr an historische Differenzen über das grundlegende Verständnis des College Sports, die seinerzeit überhaupt erst zur Gründung der SEC geführt hatten. Fragen zur Vergütung von Spielern und zum Amateurstatus sorgten schon früh für Unmut innerhalb der Conference. Die SEC wurde 1932 gegründet, nachdem sich Vertreter von acht Universitäten der weitläufigen "Southern Conference" getroffen hatten, um zu beraten, wie sich Regeln – etwa zum Spielerrecruiting und zu finanziellen Zuwendungen an Spieler – besser durchsetzen ließen. Letztlich führten die Spannungen in diesen Fragen sowie der Vorwurf, einige Universitäten nähmen die Sache ernster als andere, zu einer geografischen Spaltung. Aus dieser Spaltung ging die SEC hervor, die sich zunächst eine hehre Vision gab. In den damaligen Worten der Conference wollte man ein "öffentliches Verständnis für die bildungsbezogenen – und nicht kommerziellen – Werte des College Sports" fördern.

Letztlich scheiterten die Bestrebungen der Conference, den Amateurstatus zu wahren und die Kommerzialisierung einzudämmen, kläglich. Im Laufe der Zeit gestattete die SEC als erste Conference ihren Mitgliedern offen, bei der Vergabe von Stipendien mitzuwirken; dies legte den Grundstein für den späteren Austritt dreier ihrer ursprünglich 13 Gründungsmitglieder. Die SEC hat jedoch noch nie ein Mitglied ausgeschlossen. Ein solcher Schritt gegenüber der LSU wäre für die SEC beispiellos und würde bedeuten, sich von einer der wertvollsten und erfolgreichsten Marken des College Sports zu trennen. Die Auswirkungen wären weitreichend. Andere Austritte aus der SEC gingen von den jeweiligen Hochschulen aus – anders als dieser Fall, der von unzufriedenen Mitgliedern initiiert werden könnte, die ihre Stimmrechte gegen eine ihrer Meinung nach aus der Reihe tanzende Universität einsetzen wollen.

Nach der ursprünglichen Spaltung der Southern Conference, die zur Gründung der SEC führte, gab es zwar Fälle, in denen Hochschulen die Conference verließen, aber noch nie einen Ausschluss. Sewanee war die erste Hochschule, die diesen Schritt vollzog. Als private Hochschule auf einem geografisch isolierten Plateau zwischen Nashville und Chattanooga blieb Sewanee in den Anfangsjahren der SEC zurück und verließ die Conference im Jahr 1940. Trotz einer glanzvollen Geschichte in der Frühzeit des College Footballs war die Einrichtung stets akademisch geprägt; ihr fehlten die institutionelle Ausrichtung und die Ressourcen, um in der Ära der Sportstipendien Schritt zu halten. Die "Tigers" betreiben heute zwar weiterhin Football und zahlreiche andere Sportarten, treten jedoch in der Division III an.

Als Nächste Hochschule folgte 1964 Georgia Tech. Der legendäre Head Coach der "Yellow Jackets", Bobby Dodd, trieb den Austritt voran; er protestierte gegen die seiner Meinung nach ausufernde Praxis der Verpflichtung von mehr Spielern als zulässig innerhalb der Conference. Die damaligen SEC-Regeln erlaubten es den Programmen zwar, bis zu 45 Spieler pro Jahr zu verpflichten, doch durften sie insgesamt nicht mehr als 140 Athleten mit Stipendium in den Sportarten Basketball und Football führen. Das bedeutete, dass Trainer deutlich mehr Spieler unter Vertrag nehmen konnten, als sie offiziell in den Kader aufnehmen durften. Dodd setzte sich dafür ein, dass aussortierte Spieler ihre Stipendien behalten durften. Als sein Vorstoß zur entsprechenden Regeländerung scheiterte, verließen die "Yellow Jackets" die Conference. Tulane war die letzte SEC-Hochschule, die die Conference verließ; dies geschah 1966 nach einer langen Phase, in der der Sport institutionell an Bedeutung verloren hatte. Durch den Abschied der "Green Wave" blieb Vanderbilt als einzige private Hochschule in der Conference zurück. Wie zuvor Sewanee und Georgia Tech tat sich auch Tulane schwer damit, den Fokus der SEC auf Sport und die damit verbundenen Kosten mit der eigenen akademischen Identität in Einklang zu bringen.

Nach dem Austritt von Tulane verblieben nur noch zehn Hochschulen in der SEC. Diese Anzahl blieb bis 1991 unverändert, bis Arkansas und South Carolina beitraten. Die Conference behielt über zwei Jahrzehnte hinweg eine Stärke von 12 Teams bei, bis 2012 Texas A&M und Missouri hinzukamen; mit der Aufnahme von Oklahoma und Texas für die Football-Saison 2024 wuchs sie schließlich auf 16 Mannschaften an.

Schlüter - 02.09.2026

An der Recruiting-Praxis von LSU scheiden sich die Geister im College Football.

An der Recruiting-Praxis von LSU scheiden sich die Geister im College Football. (© Getty Images)

Leser-Bewertung dieses Beitrags:

zur mobilen Ansichtmehr News LSU Tigerswww.lsusports.netSpielplan/Tabellen LSU TigersOpponents Map LSU Tigersfootball-aktuell-Ranking College
RegistrierenKennwort vergessen?

Login:

Kennwort:

dauerhaft: