Die Allgäu Comets haben die reguläre Saison der effect® Energy GFL mit einem Erfolgserlebnis beendet. Im heimischen Illerstadion setzte sich die Mannschaft aus Kempten mit 26:21 gegen die Saarland Hurricanes durch und feierte damit ihren zweiten Saisonsieg. Für den Sprung auf Rang sechs reichte das allerdings nicht mehr. Weil Saarland das Hinspiel deutlich mit 46:21 gewonnen hatte, entschieden die Hurricanes den direkten Vergleich trotz identischer Bilanz von 2:10 für sich. Die Comets schließen die GFL Süd damit auf dem siebten Tabellenplatz ab und müssen nun in die Playdowns. Dort wartet mit den Berlin Rebels der Siebtplatzierte der GFL Nord.
Vor dem letzten Spieltag war die Ausgangslage für die Comets klar. Nur mit einem Sieg konnte überhaupt noch die Chance bestehen, Saarland in der Tabelle zu überholen. Gleichzeitig war wegen der deutlichen Niederlage im ersten direkten Duell ein sehr hoher Erfolg nötig. Die Allgäuer mussten nicht nur gewinnen, sondern den Rückstand aus dem Hinspiel praktisch vollständig drehen. Zumindest der Start in die Partie machte zunächst Hoffnung. Die Comets kamen gut aus der Kabine, setzten die Hurricanes früh unter Druck und bauten sich schnell eine 14:0 Führung auf. Damit war nicht nur der gewünschte Spielverlauf erreicht, sondern für kurze Zeit auch der Gedanke erlaubt, dass vielleicht sogar der direkte Vergleich noch einmal interessant werden könnte.
Saarland ließ sich vom frühen Rückstand allerdings nicht aus der Ruhe bringen und arbeitete sich zunehmend besser in die Partie. Vor allem über das Laufspiel fanden die Hurricanes zurück. Gabriel Cunningham sorgte zunächst für die ersten Punkte der Gäste und verkürzte mit seinem Touchdown auf 14:7. Im zweiten Viertel war Cunningham erneut erfolgreich und stellte nach dem Extrapunkt auf 14:14. Aus der komfortablen Führung der Comets war damit wieder ein völlig offenes Spiel geworden. Wenig später drehte Saarland die Begegnung komplett. Joshua Youngblood, der bereits im Hinspiel zu den gefährlichsten Waffen der Hurricanes gehört hatte, sorgte für den nächsten Touchdown. Nach dem Extrapunkt führte Saarland plötzlich mit 21:14.
Für die Comets war das eine schwierige Phase, gerade weil sich damit auch die Hoffnung auf Rang sechs praktisch erledigt hatte. Statt einzubrechen, antwortete Kempten aber noch einmal. Die Gastgeber arbeiteten sich zurück in die Partie und verkürzten zunächst auf 20:21. Anschließend gelang ein weiterer Touchdown, der die erneute Führung zum 26:21 brachte. Anders als in einigen anderen Spielen dieser Saison brachte die Defense diesen Vorsprung diesmal über die Zeit. Saarland kam zu keinen weiteren Punkten und die Comets durften zumindest den zweiten Saisonsieg feiern.
Der Erfolg änderte allerdings nichts mehr an der Tabellenkonstellation. In beiden direkten Duellen kamen die Hurricanes zusammen auf 67 Punkte, die Comets auf 47. Damit bleibt Saarland trotz ebenfalls nur zwei Siegen vor den Allgäuern und beendet die Hauptrunde auf Rang sechs. Kempten steht nach zwölf Spielen bei 2:10 und einem Punkteverhältnis von 153:555. Damit ist die reguläre Saison beendet, die Spielzeit selbst aber noch nicht. Für die Comets beginnt jetzt die entscheidende Phase im Kampf um den Klassenerhalt.
In den Playdowns treffen die Allgäuer auf die Berlin Rebels. Die Hauptstädter beenden die GFL Nord ebenfalls auf dem siebten Platz, haben zu diesem Zeitpunkt allerdings noch ein Nachholspiel gegen die Hildesheim Invaders vor sich. Aktuell steht Berlin bei 2:9 und einem Punkteverhältnis von 167:340. Damit treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in der regulären Saison jeweils nur selten Erfolgserlebnisse hatten und nun in direkten Duellen um ihren Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse kämpfen müssen.
Für die Comets dürfte der Sieg gegen Saarland dennoch wichtig sein. Die Saison war über weite Strecken von einer dünnen Personaldecke, zahlreichen Ausfällen und einer zunehmend schwierigen sportlichen Situation geprägt. Gleichzeitig mussten immer wieder junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs Verantwortung übernehmen. Gerade vor diesem Hintergrund ist ein Sieg gegen einen direkten Tabellennachbarn zum Abschluss der regulären Saison mehr als nur eine kleine statistische Korrektur der Bilanz.
Vor allem die Art und Weise könnte der Mannschaft Selbstvertrauen geben. Kempten gab eine 14:0 Führung aus der Hand, geriet mit 14:21 in Rückstand und fand trotzdem noch einmal zurück. In einer Saison, in der vieles gegen die Comets lief, zeigte das Team ausgerechnet vor den entscheidenden Spielen noch einmal Widerstandskraft. Genau diese wird gegen Berlin gefragt sein.
Denn ab jetzt zählen keine Tabellenrechnungen mehr. Die reguläre Saison ist vorbei, der direkte Vergleich gegen Saarland verloren und Platz sieben fixiert. Für die Allgäu Comets geht es nun nur noch darum, die Klasse zu halten. Der 26:21 Erfolg gegen die Hurricanes war dafür zumindest der richtige letzte Schritt vor den Playdowns.
PassionPress - 31.08.2026

Allgäu Comets (© PFA/Susanne Hägele)
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