Es ist der Tag, den viele NFL-Spieler fürchten – zum Teil jedes Jahr aufs Neue: Der Roster Cutdown Day beendet in vielen Fällen zuvor hoffnungsvolle Footballkarrieren ein für allemal.
In diesem Jahr endet die Frist, bei der die NFL-Teams ihre Kader auf nur noch 53 Spieler reduzieren müssen, bereits an diesem Sonntagabend um 24 Uhr deutscher Zeit. Hintergrund ist das australische Spiel zwischen den 49ers und Rams, das doch eine längere Anreise beinhaltet und mit dem es bei der zuvor üblichen Deadline am Dienstag zu knapp geworden wäre.
Seit 2023 gibt es - im Gegensatz zu den Jahren davor - keine verschiedenen Stufen mehr, sondern nur noch einen einzigen Tag, an dem man die aussortierten Spieler gehen lassen muss. In früheren Jahren war in zwei Stufen von 90 auf 85 und von 85 auf 80 gestrichen worden. Diese - im Nachhinein eigentlich auch wenig sinnvolle - Einrichtung hatten die Teameigentümer im Frühjahr 2023 gestrichen. Jetzt müssen die hoffnungsvollen Spieler also "nur noch" einmal zittern.
Erneut werden damit auf einen Schlag erst einmal weit über 1.100 Spieler, die vorher zumeist noch optimistisch gewesen sein dürften, arbeitslos. Allerdings werden zumindest einige in der ebenfalls 2023 auf 16 Plätze erweiterten Practice Squad eines Teams unterkommen, da aber deutlich schlechter bezahlt werden. Zudem hat jedes Team noch einen 17. Platz für einen internationalen Spieler, was bedeutet, dass der weniger Angst vor einer Entlassung haben muss.
Aber selbst wenn sich Spieler jetzt freuen können, dass der Kelch einer Entlassung an ihnen vorüberging: Findet das eigene Team auf diesem riesigen Wühltisch einen interessanten Spieler und will ihn aufnehmen, so muss natürlich im Gegenzug ein anderer Profi wieder entlassen werden.
Zwar reichen die Gehälter, die man in der Practice Squad erhält, bei weitem nicht an reguläre NFL-Verträge heran, mit mindestens 13.750 Dollar pro Woche (wenn man bislang weniger als zwei Spielzeiten absolviert hat) beziehungsweise ab 18.350 Dollar (alle anderen, Höchstgrenze 22.859 Dollar) lässt es sich trotzdem gut überleben.
Die Franchises gingen unterschiedlich an die Entlassungen heran: Während einige bereits am Wochenende begannen, erste Spieler als Streichopfer zu deklarieren (um womöglich noch einen niedrigen Draftpick eines anderen Teams per Trade zu erhalten), haben andere lange nur wenige oder fast überhaupt keine Spieler bekanntgegeben. So gab es auch schon einige Trades für späte Draftrundenpicks, so dass sich einige Franchises "ihren" Spieler bereits vor der Waiver Period sichern konnten.
Für einige Akteure wird es aber eben auch eines der letzten Male sein, dass man ihren Namen im Zusammenhang mit der NFL vernehmen wird. Dass das "Not For Long" hier passt, werden einige schmerzlich und in manchen Fällen relativ unvorbereitet erfahren müssen.
Carsten Keller - 30.08.2026

(© Carsten Keller)
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