Es ist schwer, während der Offseason von Notre Dame eine bessere Geschichte zu finden als die von Defensive Lineman Armel Mukam. Der 1,90 Meter große und rund 136 Kilogramm schwere Spieler ließ sich im Januar in das Transfer-Portal eintragen und absolvierte eine Reihe von Besuchen bei anderen Universitäten, darunter Georgia Tech und Virginia. Doch als Notre Dame Head Coach Marcus Freeman, Defensive Coordinator Chris Ash und der neue Defensive Line Coach Charlie Partridge deutlich machten, dass sie Mukam zurück in Notre Dame haben wollten, fiel ihm die Entscheidung für eine Rückkehr nach South Bend leicht.
"Das Wichtigste ist einfach, wie besonders diese Universität, der Trainerstab und die Kabinenatmosphäre sind", erklärte Mukam. "Man besucht all diese anderen Orte und merkt dann: ‚Wow, Notre Dame ist wirklich etwas Besonderes.‘ Ich habe hier drei Jahre verbracht, ohne wirklich zu begreifen, wie außergewöhnlich dieser Ort ist. Ich habe es irgendwie als selbstverständlich hingenommen." Ash hatte das Potenzial in Mukam schon vor einem Jahr erkannt. "Das habe ich, denn sonst hätten wir nicht mit aller Macht darum gekämpft, ihn hier zu halten", sagte Ash auf die Frage, ob er Mukam eine solche Entwicklung zugetraut habe. "Wir hatten im letzten Jahr viele Spieler, die älter waren als er. Er hat hart gearbeitet und sich die Chancen, die er hier im Trainingslager erhalten hat, redlich verdient.
Was mir an ihm besonders gefallen hat: Auch wenn er im vergangenen Jahr an Spieltagen nicht zum Einsatz kam, hat er extrem hart an sich und an der Verbesserung des Teams gearbeitet." Seit seiner Rückkehr ins Team nimmt Mukam nichts mehr als selbstverständlich hin. In den vergangenen neun Monaten hat er sich zu einem der Spieler im Kader von Notre Dame entwickelt, über die am meisten gesprochen wird. Mukam hat nicht nur seinen Namen aus dem Transferportal zurückgezogen, sondern sich auch in eine Position gebracht, in der er möglicherweise in der Startformation stehen könnte, wenn die "Irish" am 6. September ihre Saison gegen Wisconsin eröffnen.
Es ist eine beeindruckende Wende, und Mukam schreibt diesen Erfolg gerne den Menschen in seinem Umfeld zu. "Das Wichtigste ist, dass man gute Teamkollegen hat und dazu jemanden wie Coach Partridge, der schon mit vielen guten Spielern auf College- und NFL-Niveau gearbeitet hat", erklärte Mukam. "Das merkt man an seiner Art zu lehren und daran, wie er das Spiel angeht. Das ganze Lob gebührt ihm." Als Mukam sich über seinen neuen Positions-Trainer informierte, stellte er schnell fest, dass Partridge bereits eine lange Liste von Schützlingen vorzuweisen hat – was die Rückkehr zu Notre Dame für ihn noch attraktiver machte. Die letzten neun Monate standen ganz im Zeichen der Umsetzung von Partridges Trainingsphilosophie, und Mukam verinnerlichte diese schnell. Partridge erkannte ein kleines Detail, das Mukam ausbremste; dessen Korrektur trug maßgeblich zu seinem Aufstieg in der Rangfolge der Spieler bei.
"Ich glaube, das Entscheidende ist, dass er sein Training individuell gestaltet", sagte Mukam. "Er trainiert nicht jeden Spieler auf die gleiche Weise. Bei mir sind es andere Aspekte des Spiels. Zum Beispiel wusste ich gar nicht, dass ich beim Start (dem ‚Snap‘) eine unkontrollierte Vorwärtsbewegung machte – ein sogenanntes ‚False Twitch‘. Darauf hat er mich gleich hingewiesen, als er im Frühjahr hier ankam. Daran konnte ich arbeiten, und das hat einen riesigen Unterschied gemacht." Die Verbesserung seiner Technik beim ersten Schritt war nicht der einzige Bereich, in dem Mukam Fortschritte gemacht hat. Auch sein Spielverständnis hat unter Partridge einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. "Es sind einfach die kleinen Details, wie man das Spiel sieht: zu erkennen, was die Offense vorhat – abhängig von der Formation, die ich vor mir sehe, oder der Positionierung des Running Backs", erklärte Mukam. "All diese Dinge haben mir geholfen, das Spiel etwas schneller zu gestalten als zuvor." Mukam und die Defensive Line von Notre Dame haben zudem von Partridges Fähigkeit profitiert, direkt auf dem Trainingsplatz Feedback zu geben. Partridge wartet nicht erst bis zur Besprechung, um Kleinigkeiten zu korrigieren. Meistens erfolgt das Feedback unmittelbar nach einem Trainingsdurchgang. "Mitten im Geschehen achtet man nicht unbedingt auf die eigene Beinarbeit, aber er tut es", erklärte Mukam. "Wenn er sagt: ‚Hey, setz den rechten Fuß fester in den Boden‘, dann denkt man sich: Okay, beim nächsten Durchgang versuche ich genau das. Und wenn man das umsetzt, weist er einen auf etwas anderes hin. Er will immer, dass wir uns in irgendeinem Punkt verbessern – was uns letztendlich zu besseren Footballspielern macht." Sich auf einen neuen Positions-Coach einzustellen, ist für Mukam bei Weitem nicht das erste Mal, dass er sich auf etwas Neues einlassen muss.
Als er zu Notre Dame kam, war Mukam ein Defensive End mit einem Gewicht von 115 kg. Er legte fast 23 Kilo an Gewicht zu, um ins Innere der Defensive Line zu wechseln – ein Prozess, der mit reichlich Frustration verbunden war. "Die Umstellung war hart", sagte Mukam. "Ich spiele jetzt seit drei Jahren Defensive Tackle. Ich würde sagen, ich habe drei Jahre gebraucht, um den Dreh rauszubekommen – also meinen Körper so zu verändern und anzupassen, dass ich gegen Doppelblocks und die Blockarbeit der Gegner bestehen kann. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe; es war eine spannende Reise." Nun widmet sich Mukam engagiert der Arbeit, die nötig ist, um den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Er hat beschlossen, zusätzliche Arbeit zu investieren, um an seinen Schwächen zu arbeiten – dazu gehört auch regelmäßiges Yoga-Training. "Ich habe viel Yoga gemacht, weil ich Probleme mit der Hüftbeweglichkeit hatte und eine tiefere Spielposition einnehmen wollte", erklärte Mukam. "Das hat geholfen. Außerdem habe ich mit den Kraft- und Konditionstrainern jeden Tag mit dem Konditionsteam an meiner Beweglichkeit gearbeitet. Ich glaube, das hat sich ausgezahlt." Für die Fighting Irish beginnt die Saison 2026 in zehn Tagen, und Mukam ist bereit zu zeigen, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat. "Es dreht sich alles um Selbstvertrauen", sagte Mukam. "Wenn man Teamkollegen und Trainer hat, die an einen glauben, holt das natürlich das Beste aus einem heraus – auf dem Spielfeld. Es geht um eine gute Stimmung in der Kabine, gute Trainer und darum, sich jeden Tag zu verbessern. Letztendlich gebe ich einfach mein Bestes und hoffe, dass ich an den Spieltagen die beste Version meiner selbst sein kann."
Schlüter - 28.08.2026

Auch Coach Chris Ach erkannte das Potenzial von DL Armel Mukam. (© Getty Images)
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