Die Los Angeles Rams und Miami Dolphins haben einen eher ungewöhnlichen Trade getätigt: Wide Receiver Tutu Atwell, bis letztes Jahr in Kalifornien unter Vertrag und in der Offseason von den Dolphins unter Vertrag genommen, kehrt jetzt überraschend zurück. Im Gegenzug wechselt Running Back Jarquez Hunter nach Florida, der bei den Rams bislang auch nicht überzeugen konnte.
Eigentlich hatten die Los Angeles Rams im Vorjahr Atwell in der Free Agency 2025 um ein Jahr und zehn Millionen Dollar verlängert, als Veteran Cooper Kupp noch im "Trade-Schaufenster" stand. Der Vertrag galt einerseits als Versicherung für einen Abgang Kupps, der dann kurz darauf in Richtung des späteren Super Bowl Siegers und großen Rivalen Seattle Seahawks erfolgte, als auch als Beweis, dass man viel von dem Receiver hielt, der den nächsten Schritt machen sollte.
Tutu Atwell war von den Rams im Jahr 2021 in der zweiten Runde mit Pick #57 gedraftet worden; zuvor hatte er am College für die Louisville Cardinals gespielt. Er war damals der höchste Pick der Rams, da sie ihren Erstrundenpick geraume Zeit zuvor zu den Jacksonville Jaguars für Cornerback Jalen Ramsey transferiert hatten.
Die in der NFL zumindest damals einmalige Taktik, auf ein Gerüst von hochbezahlten Starspielern zu setzen und dabei auch Jahr für Jahr Erstrundenpicks wegzugeben (wie es bei Jalen Ramsey oder auch Quarterback Matthew Stafford der Fall war), sorgte dank des Salary Caps dafür, dass eine ganze Reihe billiger Spieler, die nur das Minimum verdienen, eingebaut werden mussten. Allerdings hatte sich diese Vorgehensweise auch schnell und nachhaltig ausgezahlt: Vor vier Jahren - in Atwells Rookiesaison - feierten die Rams den Super Bowl LVI Sieg zu Hause im SoFi Stadium. Seitdem ist auch Atwell offiziell Super Bowl Sieger.
Seinen erhofften Status als herausragender #2 Receiver konnte der mittlerweile 26-jährige Speedster aber nie so recht erreichen: In fünf Jahren kam er nie über 600 Yards und auch die Zahl von drei Touchdowns im Jahr 2023 als Bestwert ist alles andere als beeindruckend.
Die 562 Yards in 17 Partien 2024 waren zwar Karrierebestwert, dafür gelang ihm aber kein einziger Touchdown. Im Vorjahr waren es dann nur 192 Yards und ein einziger Touchdown in gerade einmal zehn Partien mit nur vier Starts.
Die Hoffnung für ihn vor einem Jahr war eigentlich, dass er bereits da den ein oder anderen Schritt nach vorne machen könnte und so ein deutlich größerer Zahltag winken würde. Stattdessen reichte es im März nur für einen erheblich schlechter dotierten -Jahres-Vertrag in Höhe von 1,4 Millionen Dollar bei den Miami Dolphins.
Dass ihn die Rams jetzt zurückholen, liegt sicher auch an diesem absolut überschaubaren Salär. Atwell kennt das System und kann ohne große Anpassungsprobleme einspringen. Für allzu viel mehr scheint es aktuell nicht zu reichen und auch ein Cut noch vor der Saison wäre alles andere als überraschend.
Running Back Jarquez Hunter war der Viertrundenpick der Rams im letzten Jahr nach seiner Zeit am College bei den Auburn Tigers. Er ist dementsprechend noch mit seinem günstigen Rookie-Vertrag über die nächsten drei Spielzeiten gebunden.
Zwar stand er bei den Rams 2025 fünfmal im Kader, allerdings ohne wirklich nennenswerte Statistiken.
Beide Teams geben damit günstigen Spielern noch einmal eine Chance, würden aber auch nicht ernsthaft etwas einbüßen, wenn sie den jeweiligen Cuts vor Start der Spielzeit zum Opfer fielen. Und womöglich profitiert ja doch einer der beiden Spieler vom Tapetenwechsel.
Carsten Keller - 28.08.2026

Tutu Atwell fliegt zum Touchdown für die Rams (© Getty Images)
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Eine Aussage, die ihn womöglich...
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