HSV verliert seinen größten Mäzen

Klaus Michael Kühne war über Jahrzehnte beim HSV engagiertDer Hamburger Sportverein, beziehungsweise die HSV Fußball AG & Co. KGaA hat seinen zweitgrößten Gesellschafter, den Logistik-Unternehmer Klaus Michael Kühne, verloren. Kühne verstarb in der Nacht von Sonntag auf Montag in seiner Wahlheimat Schindellegi, Gemeinde Zug, Schweiz im Alter von 89 Jahren.

"Der Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung sowie die Mitarbeiter der Kühne + Nagel International AG trauern um Klaus-Michael Kühne", hieß es in einer offiziellen Mitteilung am Montagvormittag. "Klaus-Michael Kühne wurde am 2. Juni 1937 in Hamburg geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bank- und Außenhandelskaufmann. Seine Karriere bei dem vom Großvater mitgegründeten Speditionsunternehmen Kühne + Nagel begann er 1958. 1966 übernahm er mit 29 Jahren den Posten seines Vaters und wurde Vorstandsvorsitzender der Kühne + Nagel Speditions-AG. Wenige Jahre später wurde der Hauptsitz in die Schweiz verlegt, wo er in den vergangenen Jahrzehnten auch lebte.

Kühne fing als junger Vorsitzender an, das Geschäft vom Transportwesen auf weitere andere Bereiche, wie Versicherungen, Kontraktlogistik und Hafenumschlag auszudehnen. Er internationalisierte das Geschäft stark – mit großem Erfolg. Das Unternehmen wurde 1994 zu einer internationalen Aktiengesellschaft ausgebaut und ging an die Börse. Seit 1998 war Kühne kein offizieller Geschäftsführer des Unternehmens mehr, hält aber mit einer privaten Holding die Mehrheit von Kühne + Nagel. Diese hält zudem Anteile an großen Konzernen wie Lufthansa, Hapag-Lloyd, Flix und Brenntag.

Mit seiner privaten Stiftung entschied der Logistikmilliardär, vor allem in seiner Heimatstadt tätig zu werden: So war er einer der größten Gesellschafter des HSV, trug die Finanzierung der Elbphilharmonie mit und gründete die Kühne Logistics University. Zuletzt plante er den Bau einer neuen Oper in der Hafencity und wollte die Eröffnung auf dem Kleinen Grasbrook unbedingt noch miterleben", erinnert sich die Deutsche Verkehrszeitung". Sein Vermögen wird auf 36 Milliarden Euro geschätzt."

Der HSV schreibt heute: "Als Mäzen des HSV wünschte er sich stets: "Der HSV soll dorthin, wo er Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre schon einmal war", sagte er damals in einem Interview mit den HSV-Clubmedien. Das hieß: Es sollte endlich nach oben gehen. Langfristig. Die Realität – ein Abstiegskampf nach dem nächsten, sportliche Enttäuschungen und letztlich der Abstieg in die Zweite Liga – traf Kühne hart. Er schimpfte nach Niederlagen, drohte mit Liebes- und Geldentzug und ließ manchen Vorstand und sportlich Verantwortlichen lesen und hören, was er von dem eingeschlagenen Weg mit viel zu langer Verweildauer in Liga zwei hielt. Außerdem bescherte er dem HSV mit dem Kauf des Stadionnamensrechts einen Imagebooster der besonderen Art. Ausgerechnet er gab der mehrfach umbenannten Heimspielstätte ihren ursprünglichen Namen zurück: Volksparkstadion."

Klaus-Michael Kühne hinterlässt seine Frau Christine Kühne.

Schlüter - 24.08.2026

Klaus Michael Kühne war über Jahrzehnte beim HSV engagiert

Klaus Michael Kühne war über Jahrzehnte beim HSV engagiert (© Getty Images)

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