Pforzheim setzt mit 86:6 ein gewaltiges Ausrufezeichen

Pforzheim Wilddogs Quarterback Dre HarrisDie Pforzheim Wilddogs haben im Kampf um den zweiten Tabellenplatz der GFL Süd ein deutliches Zeichen gesetzt. Vor mehr als 1.200 Zuschauern in der heimischen Kramski-arena überrollten die Wilddogs die Saarland Hurricanes mit 86:6 und erhöhten damit den Druck auf die Ravensburg Razorbacks erheblich. Von Beginn an war zu erkennen, dass die Gastgeber nicht nur den Sieg einfahren, sondern auch etwas für die im Fernduell wichtige Punktedifferenz tun wollten.

Entsprechend aggressiv startete Pforzheim in die Partie. Quarterback Dre Harris eröffnete das Punktefest mit einem Touchdown, Theo Michel sorgte mit der erfolgreichen Two-Point-Conversion für das 8:0. Nachdem die starke Defense der Wilddogs anschließend einen Turnover on Downs erzwungen hatte, legte die Offensive direkt nach. Luca Hirschberger fing einen präzisen Pass zum nächsten Touchdown, auch die anschließende Conversion gelang – 16:0. Die Hurricanes fanden dagegen zunächst kaum Mittel gegen die aufmerksame Pforzheimer Verteidigung und machten sich das Leben zusätzlich durch mehrere Strafen schwer.

Zu Beginn des zweiten Viertels gelang den Gästen dann ihr einziger Touchdown des Nachmittags. Quarterback Gabriel Cunningham fand Marvin Gamerschlag-Kube, der den Ball sicher in der Endzone unterbrachte und auf 16:6 verkürzte. Die anschließende Two-Point-Conversion blieb allerdings erfolglos. Wer nun auf ein Comeback der Saarländer gehofft hatte, wurde schnell enttäuscht. Harris lief erneut in die Endzone, anschließend eroberten die Wilddogs einen Onside Kick und erhöhten durch einen weiteren Touchdown von Hirschberger innerhalb kürzester Zeit auf 30:6. Pforzheim hielt das Tempo hoch und baute den Vorsprung durch weitere Punkte von Hirschberger und Matteo Dazzani bis zur Halbzeit auf 46:6 aus. Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber war die Verletzung von Tobias Burkhardt, der nach der Sicherung eines Fumbles vom Feld gebracht werden musste.

Auch nach der Pause änderte sich das Bild nicht. Die Wilddogs hielten den Druck in Offense und Defense hoch, während für die Hurricanes an diesem Nachmittag kaum noch etwas zusammenlief. Besonders bitter für Saarland: Gleich drei Interceptions wurden von der Pforzheimer Defense direkt zu Touchdowns zurückgetragen. Jeremy Conley eröffnete das Pick-Six-Festival, ehe Bryan Yankson und AJ Coons mit weiteren Punkten dafür sorgten, dass die Wilddogs bereits nach dem dritten Viertel mit 66:6 führten. Im Schlussabschnitt schlugen dann Martin Körber und Nick Oliver jeweils mit einem weiteren Pick-Six zu. Den Schlusspunkt unter einen außergewöhnlichen Nachmittag setzte erneut Luca Hirschberger mit dem Touchdown zum 86:6-Endstand. Trotz des längst entschiedenen Spiels gaben sich die Hurricanes nicht auf und versuchten bis zum Ende, offensiv noch Akzente zu setzen, gegen die an diesem Tag in allen Mannschaftsteilen überlegenen Wilddogs war jedoch nichts mehr zu holen.

Für Pforzheim war der Kantersieg nicht nur aufgrund seiner Höhe von Bedeutung. Im Fernduell mit den Ravensburg Razorbacks um Rang zwei haben die Wilddogs ihre Ausgangslage mit den 80 Punkten Differenz deutlich verbessert. Nach Angaben der Pforzheimer müssen die Razorbacks in ihren verbleibenden Begegnungen gegen die Phoenix und die Dresden Monarchs nun eine Punktedifferenz von 48 Zählern aufholen. "Wir werden die Spiele der Ravensburger jetzt sehr interessant verfolgen", erklärte Wilddogs-Vorstand Kai Höpfinger. Für Pforzheim könnte es dabei um ein Playoff-Heimspiel gehen, während die Hurricanes nach dieser deutlichen Niederlage den Blick bereits auf ihr letztes Saisonspiel gegen die Allgäu Comets richten. Dort soll die Spielzeit mit einem positiven Auftritt beendet werden.

Neben dem sportlichen Ausrufezeichen war es in Pforzheim auch ein Nachmittag der Emotionen. Linebacker Tobias Schmid, der aus der eigenen Jugend stammt und sich über die Jahre zu einer wichtigen Stütze der Defense entwickelt hat, wird nach der Saison seine Karriere beenden. Auch Defensive Coordinator Sascha Deger wird seinen Posten nach den Playoffs aus persönlichen Gründen abgeben. "Ich bin Sascha unendlich dankbar. Wir haben 2020 gemeinsam in der Regionalliga das Coaching angefangen und diesen Weg gemeinsam bestritten", sagte Head Coach Michael Lang. "Jetzt haben wir noch die Playoffs gemeinsam und ich freue mich, wenn er uns dann nächste Saison von den Rängen anfeuert." Für die Wilddogs endete damit ein in vielerlei Hinsicht besonderer Heimspieltag – sportlich gekrönt von einem 86:6, mit dem Pforzheim im Rennen um Platz zwei kaum deutlicher hätte vorlegen können.

PassionPress - 23.08.2026

Pforzheim Wilddogs Quarterback Dre Harris

Pforzheim Wilddogs Quarterback Dre Harris (© David Congedo/Fide-Pictures)

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