Canes zerlegen Comets dank fünf Interceptions

Saarland Hurricanes Die Saarland Hurricanes haben im Abstiegskampf der GFL Süd ein gewaltiges Ausrufezeichen gesetzt. Im direkten Duell mit den Allgäu Comets feierten die Canes einen deutlichen 46:21 Erfolg und verbesserten ihre Bilanz damit auf zwei Siege bei acht Niederlagen. Für die Comets war es dagegen bereits die neunte Niederlage im zehnten Saisonspiel. Dabei begann der Abend für die Gäste aus dem Allgäu nahezu perfekt. Der erste Drive führte über 65 Yards direkt in die Endzone, Brad Jones bediente Otis Newbury aus vier Yards zum frühen 7:0. Was danach folgte, war allerdings eine der stärksten defensiven Phasen der Hurricanes in dieser Saison. Die nächsten drei Drives der Comets endeten allesamt mit einer Interception. Sebastian Kyereh, Paul Berberich und Malcolm Washington nahmen Jones innerhalb kürzester Zeit jeweils den Ball ab. Aus dem 0:7 wurde so noch im ersten Viertel eine 14:7 Führung, kurz nach Beginn des zweiten Viertels erhöhten die Hausherren auf 21:7. Insgesamt produzierte Saarland fünf Interceptions und zwang die Comets zu sieben Turnovern. Gleichzeitig spielte Quarterback Gabriel Cunningham mit 23 vollständigen Pässen bei 30 Versuchen, 221 Yards und drei Touchdowns nahezu fehlerfrei durch die Luft. Joshua Youngblood war mit insgesamt 217 Yards aus Rushing und Receiving kaum zu kontrollieren. Was als enorm wichtiges Duell zweier Mannschaften aus dem Tabellenkeller begonnen hatte, entwickelte sich damit zu einem Statement der Hurricanes im Kampf um den Klassenerhalt.

Dabei hätte der Start kaum stärker für Allgäu laufen können. Chris Lipsey brachte den ersten Kickoff 30 Yards zurück, Benedikt Schulz eröffnete mit einem Lauf über neun Yards und anschließend marschierten die Comets nahezu problemlos über das Feld. Jones fand zunächst Newbury für 23 Yards, dann Gabe Quigley für zwölf und 17 Yards und schließlich erneut Newbury aus vier Yards zum Touchdown. Die Comets führten 7:0 und bekamen wenig später sogar die Chance, sofort nachzulegen. Saarland bewegte den Ball beim ersten eigenen Angriff bis an die 30 Yard Linie der Gäste, dort verlor Cunningham bei einem Keeper den Football und Beau Priegnitz sicherte ihn für Allgäu. Eigentlich war alles angerichtet, um den Traumstart auszubauen. Stattdessen kippte genau dort das gesamte Spiel. Jones wurde zunächst von Manantsoa Andiralampison gesackt und warf bei Third and 13 anschließend seine erste Interception des Tages. Sebastian Kyereh fing den Pass und brachte den Ball gleich 32 Yards bis an die Allgäuer Elf zurück. Zwei Spielzüge später drückte Malcolm King den Football aus einem Yard zum 7:7 über die Goal Line. Doch damit begann der Albtraum der Comets erst. Im unmittelbar folgenden Drive fing Paul Berberich bei Third Down den nächsten Jones Pass ab und returnierte zwölf Yards in die Allgäuer Hälfte. Saarland benötigte diesmal wieder nur zwei Plays. Youngblood lief 14 Yards, Cunningham fand Ole Sebald über 27 Yards zum 14:7. Als Allgäu danach endlich einen Drive brauchte, um wieder Ruhe ins eigene Spiel zu bekommen, kam der nächste Schlag. Jones suchte erneut Quigley und Malcolm Washington war da. Dritte Interception in drei aufeinanderfolgenden Drives. Drei Ballbesitze, drei Picks. Innerhalb eines einzigen Viertels hatte die Hurricanes Defense die komplette Dynamik dieses Spiels gedreht.

Saarland machte aus diesen Geschenken auch offensiv Kapital. Der nach Washingtons Interception begonnene Drive wurde zu Beginn des zweiten Viertels durch einen Vier Yard Pass von Cunningham auf Juliani Cotin zum 21:7 abgeschlossen. Die Comets stabilisierten sich anschließend zumindest etwas und bewegten den Ball wieder, scheiterten jedoch bei einem ausgespielten vierten Versuch. Cunningham bestrafte auch das. Nach einem 14 Yard Keeper und einem Elf Yard Pass auf Youngblood folgte der nächste tiefe Treffer, diesmal über 31 Yards auf Noah Stark. Beim Stand von 28:7 drohte den Comets das Spiel nun komplett zu entgleiten. Immerhin zeigten die Gäste vor der Pause Moral. Ein starker 48 Yard Kickoff Return von Lipsey brachte Allgäu sofort in aussichtsreiche Feldposition und obwohl zwei Pässe unmittelbar vor der Endzone fallengelassen wurden, blieb die Offense beim vierten Versuch auf dem Feld. Jones fand Quigley aus sechs Yards zum Touchdown, Lipsey lief die Two Point Conversion zum 15:28 in die Endzone. Das war wichtig, weil Allgäu trotz der drei frühen Interceptions zumindest wieder in Schlagdistanz kam und mit etwas Hoffnung in die Kabine gehen konnte.

Direkt nach der Pause bekamen die Comets sogar die riesige Gelegenheit, das Spiel noch einmal richtig spannend zu machen. Malcolm Washington verlor beim Kickoff Return den Ball, Jean Pierre Porta erzwang den Fumble und sicherte ihn selbst an der Saarländer 28 Yard Linie. Ein Touchdown hätte Allgäu plötzlich wieder bis auf einen Score herangebracht. Doch erneut machte die Hurricanes Defense alle Hoffnungen zunichte. Nach nur einem Lauf von Chris Lipsey suchte Jones Newbury und wieder war Paul Berberich zur Stelle. Seine zweite Interception des Tages kam praktisch auf der eigenen Goal Line und nahm Allgäu die große Chance sofort wieder weg. Was anschließend passierte, fasste den Nachmittag der Hurricanes perfekt zusammen. Statt aus zwei Yards Entfernung nur irgendwie aus der eigenen Endzone herauszukommen, legte Saarland einen Drive über das komplette Feld hin. Cunningham lief acht und später 15 Yards, Youngblood bewegte die Chains und dann explodierte die Nummer 0 endgültig. Youngblood bekam den Ball an der eigenen 34 Yard Linie und lief über 66 Yards bis in die Endzone. Nach Cunninghams erfolgreichem Pass auf Cotin bei der Two Point Conversion stand es 36:15. Aus der möglichen Aufholjagd der Comets war innerhalb weniger Minuten wieder ein Rückstand von drei Scores geworden.

Allgäu versuchte weiter, sich zurückzukämpfen, doch auch der nächste längere Drive endete mit einer Interception. Diesmal schnappte sich Washington bei Fourth Down seinen zweiten Pick. Damit hatten Berberich und Washington jeweils zwei Interceptions, Kyereh eine. Erst nachdem Gabe Quigley später selbst die Quarterback Aufgaben übernommen hatte, gelang den Comets noch einmal ein offensives Highlight. Quigley nahm bei Third and 2 zunächst selbst die Beine in die Hand und lief 24 Yards bis an die Saarländer 34 Yard Linie. Wenige Spielzüge später fand er Newbury über 32 Yards zum 21:36 in der Endzone. Mehr sollte für Allgäu offensiv allerdings nicht mehr kommen. Im Schlussviertel verlor Josh Dutton beim Punt Return den Ball, Juliani Cotin sicherte ihn für Saarland und Antonio Buhrfiend verwandelte anschließend ein Field Goal aus 29 Yards zum 39:21. Danach produzierte Allgäu den nächsten Ballverlust. Sebastian Kyereh erzwang gegen Benedikt Schulz einen Fumble, Bastian Ledule nahm den freien Football auf und trug ihn über 52 Yards tief in die Hälfte der Comets zurück. Saarland ließ sich die Gelegenheit nicht mehr nehmen. Cunningham fand auf dem Weg zur Endzone mehrfach Youngblood, ehe Malcolm King aus einem Yard seinen zweiten Rushing Touchdown des Tages erzielte und mit dem 46:21 den Schlusspunkt setzte.

Die Zahlen machen deutlich, warum dieses Spiel am Ende so klar wurde. Saarland produzierte 356 Yards Total Offense, Allgäu kam auf 254. Die Hurricanes erzielten 21 First Downs gegenüber zwölf der Comets und bewegten den Ball mit durchschnittlich sieben Yards pro Spielzug. Entscheidend war allerdings die Turnover Bilanz. Die Hurricanes verloren selbst drei Bälle, Allgäu gab den Football gleich siebenmal ab. Fünf Interceptions und zwei verlorene Fumbles sind in einem Spiel dieser Bedeutung kaum zu kompensieren. Vor allem die drei Interceptions in drei aufeinanderfolgenden Drives nach der frühen 7:0 Führung veränderten den Charakter der Partie komplett. Die Comets hatten zu Beginn gezeigt, dass sie offensiv gegen Saarland funktionieren können, doch plötzlich musste Allgäu einem Rückstand hinterherlaufen und die Hurricanes bekamen immer wieder kurze Felder. Genau dort zeigte sich auch die Qualität der Hausherren an diesem Abend, denn Saarland ließ zahlreiche dieser Möglichkeiten nicht liegen.

Unter den Top Performern führt an Joshua Youngblood kein Weg vorbei. Der Allrounder der Hurricanes war offensiv der auffälligste Spieler auf dem Feld. Gerade einmal fünf Läufe reichten ihm für 110 Rushing Yards und einen Touchdown, dazu fing er 13 Pässe für weitere 107 Yards. Insgesamt standen damit 217 Yards aus Rushing und Receiving bei nur 18 Ballkontakten zu Buche. Sein 66 Yard Touchdown im dritten Viertel war zudem eines der wichtigsten Plays des Spiels, weil Saarland unmittelbar zuvor Berberichs Interception an der eigenen Zwei bekommen hatte und daraus einen 98 Yard Drive zum 36:15 machte. Gabriel Cunningham war der zweite große offensive Faktor. Der Quarterback komplettierte 23 seiner 30 Pässe für 221 Yards und drei Touchdowns. Besonders wichtig war, dass Cunningham keinen einzigen Pass in die Hände der gegnerischen Defense warf. Seine drei Touchdown Pässe gingen an drei verschiedene Receiver mit Ole Sebald, Juliani Cotin und Noah Stark. Dazu bewegte er den Ball immer wieder selbst mit seinen Beinen und hielt die Comets Defense dadurch permanent unter Druck.

Defensiv war Paul Berberich einer der entscheidenden Männer. Seine erste Interception leitete noch im ersten Viertel den Touchdown zur 14:7 Führung ein. Noch wichtiger war sein zweiter Pick unmittelbar nach der Pause. Saarland hatte gerade den Kickoff gefumbelt, Allgäu begann tief in der Hälfte der Hurricanes und hätte mit einem Touchdown plötzlich wieder enormen Druck aufgebaut. Berberich fing Jones stattdessen an der eigenen Zwei ab und genau aus diesem Ballgewinn entstand der 98 Yard Touchdown Drive der Hurricanes. Dazu kamen 3,5 Tackles und drei Assists. Fast genauso entscheidend war Malcolm Washington. Auch er fing Jones zweimal ab und brach einen weiteren Pass auf. Seine erste Interception komplettierte die unglaubliche Serie von drei Picks in drei aufeinanderfolgenden Comets Drives im ersten Viertel, seine zweite beendete im dritten Viertel einen weiteren Allgäuer Angriff bei einem ausgespielten vierten Versuch. Später steuerte Washington außerdem noch einen Punt Return über 35 Yards bei. Berberich und Washington vereinten damit vier der fünf Saarländer Interceptions auf sich. Sebastian Kyereh lieferte mit einem Pick, einem 32 Yard Return und dem später erzwungenen Fumble gegen Schulz ebenfalls ein herausragendes Spiel.

Auf Seiten der Comets verdient trotz der deutlichen Niederlage vor allem Otis Newbury eine besondere Erwähnung. Der Receiver war der gefährlichste offensive Spieler der Gäste und fing fünf Pässe für 73 Yards und zwei Touchdowns. Er erzielte sowohl das 7:0 nach dem starken Eröffnungsdrive als auch den letzten Allgäuer Touchdown zum 21:36. Gerade der zweite Score zeigte sein Big Play Potenzial, als Quigley ihn über 32 Yards in der Endzone fand. Auch Quigley selbst lieferte eine bemerkenswerte Partie ab. Als Receiver fing er sieben Pässe für 57 Yards und einen Touchdown, später übernahm er als Quarterback und brachte drei seiner sechs Pässe für 60 Yards und einen weiteren Touchdown an. Dazu kam sein 24 Yard Lauf, mit dem er den späteren Newbury Touchdown vorbereitete. Dass Allgäu trotz dieser individuellen Highlights nur auf 21 Punkte kam, lag weniger daran, dass überhaupt nichts funktionierte. Die Comets hatten durchaus gefährliche Phasen. Sie zerstörten sich ihre Möglichkeiten aber mit der schieren Masse an Ballverlusten immer wieder selbst.

Für den Abstiegskampf ist dieser Sieg der Hurricanes enorm wichtig. Saarland steht nach zehn Spielen bei zwei Siegen und acht Niederlagen, Allgäu nach zehn Partien bei einem Sieg und neun Niederlagen. Damit haben sich die Canes vor den letzten beiden Saisonspielen zunächst einen Sieg Vorsprung auf den direkten Konkurrenten verschafft. Entschieden ist allerdings noch überhaupt nichts. Für die Hurricanes geht es als Nächstes gegen die Pforzheim Wilddogs, die mit sieben Siegen aus elf Spielen zu den stärksten Mannschaften der GFL Süd gehören. Danach wartet am letzten Spieltag noch einmal das direkte Duell mit den Allgäu Comets. Für Allgäu stehen ebenfalls noch zwei Partien aus. Zunächst empfangen die Comets die Düsseldorf Panther, anschließend kommt es zum Wiedersehen mit Saarland. Die aktuelle Tabelle zeigt damit eine Ausgangslage, in der jeder einzelne Sieg noch enorme Auswirkungen haben kann.

Gerade deshalb könnte das letzte Saisonspiel zwischen Allgäu und Saarland noch einmal richtig brisant werden. Die Hurricanes haben sich mit diesem 46:21 Erfolg Luft verschafft, sicher sind sie damit aber noch lange nicht. Die Comets wiederum stehen nach der neunten Niederlage massiv unter Druck und brauchen dringend Punkte, um ihre Situation noch zu verbessern. Saarland kann nach diesem Abend zumindest mit dem Wissen in die entscheidenden Wochen gehen, dass die eigene Defense ein Spiel komplett an sich reißen kann. Fünf Interceptions, sieben erzwungene Turnover und 46 erzielte Punkte waren im ersten direkten Duell eine klare Ansage. Doch im Abstiegskampf zählt am Ende nicht, wer im August das deutlichste Statement gesetzt hat. Entscheidend ist, wer nach dem letzten Spieltag über dem Strich steht. Und genau deshalb dürfte das Wiedersehen zwischen Hurricanes und Comets noch einmal eine ganz andere Geschichte schreiben.

PassionPress - 17.08.2026

Saarland Hurricanes

Saarland Hurricanes (© Saarland Hurricanes)

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