Erwartungen an Moore

In den letzten acht Monaten gab es reichlich Gesprächsstoff rund um das Football Team von Notre Dame. Abgesehen von der Nichtberücksichtigung für die Playoffs ist das ganze Land im Gespräch über die Talente, die nach South Bend zurückkehren – allen voran All-American-Cornerback Leonard Moore.

Moore, der landesweit führende Cornerback, lässt sich von dem Hype vor seiner Junior-Saison nicht aus der Ruhe bringen. Er geht gelassen damit um. Tatsächlich hat ihn sein Erfolg im vergangenen Herbst auf den Rummel vorbereitet, sodass er die Aufmerksamkeit annehmen kann, anstatt ihr aus dem Weg zu gehen. "Aufmerksamkeit wird es immer geben, besonders an einem Ort wie Notre Dame", sagte Moore. "Wenn man bei Notre Dame ist – was ich letztes Jahr schon ein wenig erlebt habe – richten sich viele Blicke auf einen, man steht im Rampenlicht, bekommt viele Fragen gestellt und erlebt vielleicht auch einen großen Hype, wie wir ihn dieses Jahr haben."

Der gebürtige Texaner ist sich des Hypes um das Team durchaus bewusst, schließlich zählen die Fighting Irish zu den Favoriten auf den nationalen Titel. Doch genau wie bei seinem persönlichen Erfolg ist Moore der Meinung, dass sich die Irish auf die Arbeit konzentrieren müssen, anstatt auf das Gerede von außen zu hören. "Ich denke, es geht darum, ‚im Dunkeln zu bleiben‘, wie Freeman sagen würde und nicht auf den Lärm von außen zu achten", erklärte Moore. "Wir versuchen einfach, uns jeden Tag voll auf unsere Arbeit zu konzentrieren und uns stetig zu verbessern. Denn letztendlich basiert all das Gerede auf dem letzten Jahr. Dieses Jahr ist ein völlig neues Jahr."

Wie hat Moore sein Spiel verbessert? Moore verbrachte einen Großteil der "7-gegen-7"-Einheiten im Sommer damit, seine Deckungsvarianten zu verschleiern, um die gegnerischen Offensiven und Quarterbacks zu verwirren. "Im Herbst-Trainingslager geht es dann eher darum, meine Technik anzuwenden – also genau das, was wir am Spieltag umsetzen werden", so Moore. "Im Sommer haben wir viel mit verschiedenen Tarnungen und Deckungsvarianten experimentiert. Wir haben geschaut, wie wir die Formation vor dem Snap so verschleiern können, dass der Quarterback – und auch der Receiver, der seine Laufwege ja von der Deckung abhängig macht – etwas anderes sieht, als tatsächlich geplant ist. Ich habe damit viel herumprobiert, damit ich, wenn es hier auf dem Platz ernst wird, genau weiß, was funktioniert und was ich lieber lassen sollte." Die Möglichkeit, mit solchen Täuschungsmanövern zu experimentieren, zeugt auch von der Sicherheit, die die Secondary von Notre Dame zu Beginn der Saison 2026 ausstrahlt. Vor einem Jahr lag der Fokus der "Irish" noch darauf, ein neues Spielsystem zu erlernen und sich darin zurechtzufinden.

Diesen August verfügt die Secondary von Notre Dame über ein deutlich besseres Verständnis der Defensive von Chris Ash; das ermöglicht es der Gruppe, auf hohem Niveau zu kommunizieren und dem Gegner unterschiedliche Formationen und Deckungsbilder zu präsentieren. "Mit jüngeren Spielern wäre das vielleicht eine Herausforderung gewesen, aber unsere Defensive bringt jede Menge Erfahrung mit", sagte Moore. "Wir sind alle auf demselben Stand. Wir agieren wie aus einem Guss. Ich kenne das Signal, Adon (Shuler) kennt es auch – oft stimmen wir uns also ab, um zu entscheiden, wie wir uns dem Quarterback präsentieren wollen. Natürlich arbeiten die beiden Safeties eng zusammen. Es ist eine Aufgabe für die gesamte Defensive. Wir sind uns alle einig darüber, was wir verschleiern und was wir dem Gegner zeigen wollen." Moore hat sich in der Offseason zudem intensiv mit den Feinheiten seines Spiels auseinandergesetzt. Spieler können zwar immer kräftiger, schneller und stärker werden, doch Moore investierte viel Zeit in die mentale Komponente seines Spiels. "Ein wichtiger Aspekt ist das Erkennen von Formationen, denn bei vielen unserer Man-to-Man-Verteidigungsvarianten spielen wir mit ‚Outside Leverage‘ – das ist den meisten Gegnern bekannt", erklärte Moore. "Wenn sie Routen laufen, die nach innen führen, verraten sie das oft schon durch die Formation oder durch die Abstände (Splits), in denen sie sich aufstellen. Es geht also vor allem darum, die Formation zu erkennen und meine Positionierung – das sogenannte Leverage – speziell für diesen einen Spielzug anzupassen."

Dieses Engagement bei der Videoanalyse und der Vorbereitung hat Moore auf sein heutiges Leistungsniveau gebracht – dazu gehört auch, dass er den letztjährigen Gewinner des Biletnikoff Award, Makai Lemon, erfolgreich neutralisieren konnte. Vor dem Spiel gegen USC im vergangenen Oktober hatte Moore kaum auf der Slot-Position gespielt, doch er nahm die Herausforderung an und ließ Lemon nicht aus den Augen. Ist Moore bereit, Woche für Woche den besten Receiver des Gegners im "Shadowing" zu verteidigen? Die einfache Antwort lautet: Ja. "Das hängt vom Spielplan ab", sagte Moore lächelnd. "Ich würde nicht sagen, dass das in Stein gemeißelt ist, denn wir haben auf allen Positionen in der Secondary gute Defensive Backs, aber ich hätte definitiv nichts gegen diese Herausforderung – Woche für Woche."

Für Notre Dame läuft das Herbst-Trainingslager (Fall Camp) nun seit einer Woche, und auf der Boundary-Position hat sich ein Duell zwischen Moore und dem Receiver Micah Gilbert entwickelt. Gilbert wurde von mehreren Trainern als Spieler hervorgehoben, der einen starken Sommer absolviert hat, und er beginnt nun, Moore zu fordern. "Er macht viele Dinge gut", sagte Moore. "Sein Release – also wie er sich aus der Deckung an der Line of Scrimmage löst – ist wirklich stark. Es ist eine echte Lernerfahrung, so lange gegeneinander anzutreten. Ich lerne seine Tendenzen kennen und er meine, aber er variiert seine Spielweise auch gezielt, um mich zu einem Fehler zu verleiten. "Das entwickelt sich von Tag zu Tag weiter. An einem Tag hat er vielleicht die Nase vorn, am nächsten behalte ich die Oberhand." Die vielleicht bedeutendste Veränderung für Moore während der Offseason lag außerhalb seines Einflussbereichs.

Moore gab zu, dass es einige Wochen dauerte, sich an das neue Gesicht an der Spitze der Gruppe zu gewöhnen, doch Henry zeigte schnell, warum Marcus Freeman ihn ins Team geholt hatte. "Ich glaube, es liegt ihm wirklich am Herzen, uns zu besseren Männern zu machen", erklärte Moore. "Das ist das wirklich Besondere an ihm. Coach Mickens war auch so, aber manche Trainer legen darauf nicht so viel Wert; ihnen ist die persönliche Weiterentwicklung nicht so wichtig. Er versucht immer, uns zu helfen, bessere Männer zu werden. Er beginnt jede Besprechung mit einem Gebet. Er sorgt dafür, dass wir ausgeglichen und fokussiert bleiben." Dieser Fokus wird wichtig sein, während Notre Dame versucht, die Saison Spiel für Spiel anzugehen – was angesichts des Endes der letzten Saison durchaus eine Herausforderung darstellen könnte. Moore ist sich bewusst, dass es Zeit braucht, um das Ziel der "Irish" zu erreichen, und dass man dieses Ziel nicht in einem einzigen Spiel erreicht. "Jedes Team glaubt, das Zeug dazu zu haben, es bis in die Playoffs zu schaffen – besonders zu Saisonbeginn", sagte Moore. "Kein Team würde von sich behaupten, dieses Ziel nicht zu verfolgen; entscheidend ist, dass man es tatsächlich fest im Blick hat. Wir konzentrieren uns aber auch auf das Hier und Jetzt. Ich glaube, genau das macht dieses Team so besonders. Wir nehmen keinen Tag als selbstverständlich hin. Wir gehen jeden Tag raus und arbeiten daran, besser zu werden."

Schlüter - 16.08.2026

Leser-Bewertung dieses Beitrags:

zur mobilen Ansichtmehr News Notre Dame Fighting Irishfightingirish.comSpielplan/Tabellen Notre Dame Fighting IrishOpponents Map Notre Dame Fighting Irishfootball-aktuell-Ranking College
RegistrierenKennwort vergessen?

Login:

Kennwort:

dauerhaft: