Die Munich Ravens traten als Heimteam bei Frankfurt Galaxy an und konnten auch das dritte deutsche Derby der European Football Alliance (EFA) und damit das erste Halbfinale für sich entscheiden. Am Ende stand ein lange Zeit hart erarbeitetes 52:33, das den Bayern den Finalauftritt in zwei Wochen bringt. Insgesamt hatten nur 4.094 Fans den Weg ins Stadion gefunden.
Dass die Münchener diesmal die Hausherren waren, war kaum zu übersehen: Von Werbeträgern der Ravens über die Wahl des Einlaufs: Die Galaxy lief diesmal ungewohnt aus der Gästeecke ein und hatte auch die dazu gehörigen Kabinen. Die Bayern kamen dagegen aus der Mitte der Haupttribüne gesprintet – durch das Spalier ihrer eigenen Cheerleader.
Nach gewonnenem Münzwurf entschieden sie sich für das Angriffsrecht und legten los wie die Feuerwehr: Ein First Down jagte das nächste, vorwiegend durch Catches von Louis Geyer. Am Ende schob sich Quarterback Russell Tabor aus kurzer Distanz mit viel Unterstützung seiner Mitspieler zum 7:0 in die Endzone.
Die Antwort dauerte genau einen Snap: Quarterback Zach Calzada packte einen weiten Wurf aus und fand top Receiver Brevin Easton, der seine Passverteidiger mühelos überlaufen hatte. 7:7 nach nicht einmal fünf Minuten.
Noch im Auftaktviertel erhöhten aber wieder die heimischen Gäste aus Bayern: Diesmal sah der Drive wesentlich mühsamer aus, aber am Ende hechtete sich Running Back Justin Rodney artistisch per Vorwärtssalto zum 14:7 in die Endzone.
Mittlerweile waren beide Defensivreihen besser im Spiel und so wurden mehrfach Punts ausgetauscht. Das nächste Highlight setzten die Special Teams der Münchener: Bei einem Punt erzwangen sie ein Fumble von Returner Ahsan Moore in der Red Zone der Hessen und sicherten sich den Ball in Person von Wide Receiver Sixten Dragan. Die Ravens bestraften den Fehler gnadenlos: Tight End Ron Tiavaasue lief wie in der Vorwoche als Fullback mit dem Ball zum 21:7 in die Endzone.
Wer dachte, dass die Partie jetzt außer Reichweite geraten könnte, sah sich schnell getäuscht. Der extra motivierte Returner Ahsan Moore sprintete bis in die Hälfte der Münchener und am Ende vollstreckte Running Back Antony Bouembe aus kurzer Distanz zum 21:14.
Ein weiterer vermeintlicher Touchdown der Ravens wurde aberkannt, weil sich Wide Receiver Malik Stanley bereits im Aus befunden hatte; stattdessen gab es nur ein Field Goal. Die anschließenden 40 Sekunden reichten der Galaxy aber, um – unterstützt von zwei Strafen gegen die Passverteidigung der Münchener – den zweiten Touchdown durch Running Back Bouembe zum 24:21 Pausenstand zu erzielen.
Die Partie war bis dahin sicherlich enger, als man das zuvor erwarten konnte. Dafür, dass es nicht zu eng wurde, sorgte Wide Receiver Louis Geyer mit einem weiten Catch auf der linken Seite, den er bis in die Red Zone tragen konnte. Quarterback Russell Tabor vollstreckte kurz darauf selbst durch die Mitte zum 31:21.
Russell Tabor fand jetzt ein ums andere Mal Louis Geyer, der die Hessen mit weitem Raumgewinn piesackte. Der bis dahin eher unauffällige Running Back Justus Seelig erhöhte gut zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels auf 38:21. Zu dem Zeitpunkt war es nur schwer vorstellbar, dass die Galaxy sich davon noch einmal erholen könnte. Das Gefühl verstärkte sich, als Returner Bijon Harris einen Punt fast zum Touchdown zurücktragen konnte. Ein Deja-Vu zum ersten Aufeinandertreffen, als er die Partie gleich mit einem Kickoff Return Touchdown eröffnet hatte.
Erneut war es Quarterback Russell Tabor, der sich zu Beginn des Schlussabschnitts zum 45:21 in die Endzone schieben konnte. Die Galaxy packte noch einen Trickspielzug durch Pass von Wide Receiver Kavadia-Lenhardt auf Brevin Easton aus und Kavadia-Lenhardt konnte auf 45:27 verkürzen.
Louis Geyer stellte den alten Abstand wieder her, bevor Galaxy Quarterback Calzada die Sicherungen durchbrannten und er sechs Minuten vor Schluss einen Massenauflauf auf dem Spielfeld auslöste. Alle verfügbaren gelben Flaggen erhellten den hessischen Nachthimmel und Calzada wurde disqualifiziert, weil er Alex Raich den Helm vom Kopf gerissen und durch die Gegend geworfen hatte. Auch Münchens Head Coach Ellison handelte sich eine persönliche Strafe ein. Football war nur noch Nebensache.
Tabor leistete sich noch einen Pick-Six gegen Cornerback Jaylen Clay, aber am Ende stand ein verdienter Erfolg der "Heimmannschaft" aus München.
Damit ziehen die Munich Ravens wie erwartet als erste ins Endspiel in zwei Wochen im Tivoli Stadion in Innsbruck ein. Der Gegner wird am Sonntagnachmittag zwischen den hoch favorisierten Nordic Storm und den Paris Musketeers ermittelt.
Carsten Keller - 15.08.2026

Die Galaxy konnte mehrfach jubeln, aber nicht so oft wie die Ravens (© Carsten Keller)
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