Die EFA steht vor dem womöglich wichtigsten Wochenende ihrer Premierensaison: Am Samstag und Sonntag finden die beiden Halbfinals der jungen Liga statt. Dabei werden neue Wege beschritten, um den Sport womöglich noch ein bisschen weiter voranzubringen. Beide Partien werden in Frankfurt in der mittlerweile BBBank Arena benannten Sportstätte am Bornheimer Hang ausgetragen.
Die Hoffnung ist, dass man mit zwei Partien hintereinander mehr Fans anziehen kann; dass parallel allerdings die Flag WM in Düsseldorf stattfindet, dürfte dabei nicht unbedingt hilfreich sein, war aber wohl auch nicht zu vermeiden.
Los geht es am Samstag um 18 Uhr mit dem dritten deutschen Derby dieser Saison zwischen den zweitplatzierten Munich Ravens und dem Lokalmatador Frankfurt Galaxy.
Die ersten beiden Partien gewannen die Münchener mit 45:26 in Frankfurt beziehungsweise 38:5 in Unterhaching. Die Galaxy war jeweils chancenlos, hat jetzt aber, obwohl sie schlechter platziert war, Heimvorteil.
Galaxy Head Coach Koesling hatte bereits nach der Niederlage gegen Nordic Storm vor zwei Wochen erklärt: " Wenn wir jetzt gegen Prag hoch verlieren und stolpern in die Playoffs, dann hat von uns keiner ein gutes Gefühl. Sorry. Das ist die Chance, gegen ein Team zu spielen, das mit uns auf Augenhöhe ist. Da zu gewinnen und mit Selbstvertrauen ins nächste Spiel zu gehen und dann hättest Du – Konkunktiv! – hier in Frankfurt nichts zu verlieren."
So sieht es jetzt auch aus: In Prag konnte Frankfurt siegen und hat jetzt gegen die hoch favorisierten Ravens nichts zu verlieren. Die kommen mit der höchsten Niederlage der Saison (55:7) überhaupt in die Endrunde: Allerdings hatten sie auch mehr oder weniger alle Leistungsträger in Kopenhagen im Trainingsanzug gelassen und die jeweiligen Backups auflaufen lassen. Eine Strategie, die nicht nur für Begeisterung gesorgt hat, aber aus rein sportlichen Gründen absolut nachvollziehbar ist.
Dadurch konnte Nordic Storm, wie die Münchener mit einer 9-1 Bilanz ins Halbfinale eingezogen, den Spitzenplatz belegen. Sie treten am Sonntag um 15 Uhr gegen die Paris Musketeers an.
Die Skandinavier gewannen beide Partien der Saison mühelos mit 48:16 zu Hause und sogar 41:3 in Paris.
Grundsätzlich deutet viel auf ein Aufeinandertreffen der mit Abstand stärksten Teams in zwei Wochen im Finale im wunderschönen Tivoli Stadion in Innsbruck hin. Aber der Sport hat schon verrücktere Geschichten geschrieben und für beide Teams wird es alles andere als ein Selbstläufer werden.
Bleibt zu hoffen, dass auch die Zuschauer das Konzept begrüßen und in Scharen anreisen werden, damit die Liga auch dauerhaft Bestand haben kann.
Carsten Keller - 14.08.2026

Musketeers und Galaxy sind jeweils Underdogs in ihren Partien (© Carsten Keller)
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