CFL Woche 10 Recap

Jake Dolegala soielte 2019 noch bei den Cincinnati Bengals.Die Toronto Argonauts entwickeln ihre Defense
Haben die Calgary Stampeders bei ihrer Niederlage gegen Toronto nicht 30 Punkte erzielt? Rein technisch gesehen haben die Analysten natürlich richtig gezählt. Doch an einem Abend, an dem Mike Millers Team über 450 Yards Raumgewinn in der Offense erzielte, war es die Defense, die besonders herausstach. Calgarys erster Touchdown wurde durch einen Fumble von Sam Hicks eingeleitet, der die "Stamps" an die drei Yard Linie brachte. Ein weiterer Touchdown resultierte aus einem Interception Return von Adrian Greene. Die meisten Teams verlieren, wenn sie sich fünf Ballverluste leisten; Torontos Defense hielt das Team jedoch nicht nur im Spiel, sondern verhalf den "Argos" auch dazu, über weite Strecken der Partie zu führen. Die "Double Blue" verbuchten vier Sacks, begrenzten die Offense der Stamps auf 249 Yards und beendeten Vernon Adams Jr.s Serie von Passversuchen ohne Interception, indem sie den Quarterback aus Calgary gleich zweimal abfingen. Man könnte argumentieren, dass der entscheidende Spielzug der Tackle von Bubba Bolden gegen Dedrick Mills war – ein Raumverlust von einem Yard bei einem "Third Down", der den Weg für das siegbringende Field Goal ebnete. Die Stampeders waren als das Team mit den meisten erzielten Punkten in der Liga angereist, doch ihre Offense wirkte über weite Strecken des Spiels nicht eingespielt.

Chad Kelly vergisst schnell
Wir leben in einer Football-Welt, in der das oberste Gebot lautet: Verliere nicht den Ball. Das ist natürlich eine kluge und richtige These. Teams, die das Duell um die Ballverluste für sich entscheiden, gehen meist als Sieger vom Platz. Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel. Chad Kelly ist dieser unerschrockene "Gunslinger", der tiefe Pässe wirft und jede Defense mit seiner Wurfkraft und Übersicht schlagen kann. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings: Wow, er kann einem als Fan der Argonauts auch ziemliche Angst einjagen. Im dritten Viertel warf der "Most Outstanding Player" (MOP) der Saison 2023 in zwei aufeinanderfolgenden Angriffsserien jeweils eine Interception. Den ersten Ball trug Greene zu einem Touchdown zurück; beim zweiten handelte es sich um einen blinden Wurf in die Endzone – nach dem Motto: "Hoffentlich fängt mein Mitspieler das Ding." Stattdessen fing Benjamin Labrosse den Ball ab – seine zweite Interception in diesem Spiel. Solche Momente könnten das Selbstvertrauen vieler Quarterbacks erschüttern, doch nicht das von Chad. Weniger als eine Minute vor Schluss, beim Stand von 30:30 und einem "Second-and-10", brachte er einen perfekten 31 Yard Pass über die Schulter zu Damonte Coxie direkt an der Seitenlinie an. Damit sicherte er Toronto ein First Down an der zwölf Yard Linie der Stampeders. Zwei Laufspielzüge später verwandelte Brady Lidster ein kurzes Field Goal und bescherte der Heimmannschaft den 33:30 Sieg. Kelly ist nichts für schwache Nerven, aber es macht unglaublich viel Spaß, ihm zuzusehen.

Tommy Stevens definiert die "kurze Distanz" neu
Wenn man sieht, wie Tommy Stevens im Huddle der Saskatchewan Roughriders joggt, kann man fast sicher sein, dass der nächste Spielzug in einem erfolgreichen Third Down oder einem Touchdown münden wird. In seiner bisherigen Karriere stehen 21 Passversuchen 41 Rushing Touchdowns gegenüber. Gegen Ottawa bewies er, dass "kurz" lediglich eine Frage der Einstellung ist. Tommys erster Touchdown im vierten Viertel war der klassische Vorstoß über ein Yard, der einen methodisch aufgebauten Drive über zwölf Spielzüge krönte – eine Demonstration von Kraft, wie wir sie schon unzählige Male gesehen haben. Sein zweiter Touchdown fiel jedoch bereits beim First Down, und zwar von der sechs Yard Linie aus. Warum warf Trevor Harris in dieser Situation keinen Slant-Pass auf KeeSean Johnson? Nun, wenn man eine derart starke Offensive Line und einen so effektiven "Rammbock" hat, ist rohe Gewalt oft die richtige Wahl. Stevens lief ruhig durch die Mitte und verschaffte den Roughriders eine 35:14 Führung. Schließlich stellte er mit seinem dritten Touchdown – weniger als 90 Sekunden vor Spielende – seine Vielseitigkeit als Läufer unter Beweis. Tommy täuschte die Ballübergabe an, ließ C.J. Reavis und Shadwel Nkuba II mit einem Haken nach rechts stehen und sprintete in die Ecke der Endzone, um einen Touchdown über sieben Yards zu erzielen. Der CFL-Spitzenreiter bei den Rushing-Touchdowns beweist, dass es bei Situationen mit kurzer Distanz zum Ziel nicht nur darum geht, einen einzigen Yard zu überbrücken.

Montreals Offensive Line im Rampenlicht
Aus der Sicht von Fantasy-Football-Spielern hat jeder, der einen Akteur der Montreal Alouettes aufgestellt hatte, seine Spielwoche gewonnen – nach dem spektakulären 48:30 Sieg Montreals gegen die Edmonton Elks. Davis Alexander verbuchte vier Touchdowns und 352 Yards, Tyler Snead führte das Team mit 143 Receiving-Yards an, Tyson Philpot erzielte drei Touchdowns, während Travis Theis die Defensive der Elks mit genau 100 Yards im Laufspiel zermürbte. Gäbe es eine Welt, in der Offensive Linemen im Rampenlicht stehen würden, würde man viel häufiger über Nick Callender, Pier-Olivier Lestage, Cyrille Hogan-Saindon, Donny Ventrelli und Tiger Shanks sprechen. Eine Szene, die besonders herausstach, war der sechs Yard Touchdown von Philpot Mitte des zweiten Viertels. Alexander hatte enorm viel Zeit für seinen Pass (5,2 Sekunden) und dirigierte das Spielgeschehen, als stünde er auf dem Rollfeld eines Flughafens und würde Flugzeugen den Weg zum richtigen Gate zeigen. Edmonton war mit der statistisch besten Verteidigung der Liga in die Partie gegangen, brachte Davis jedoch nur selten in Bedrängnis.

Harrison Frosts erster Start
Die reinen Statistiken mögen nicht spektakulär wirken. Kritiker könnten darauf hinweisen, dass die Offense der Hamilton Tiger-Cats im dritten Viertel keine Punkte erzielte; den BC Lions kann jedoch hoch angerechnet werden, dass sie mit einem siebenminütigen Drive in diesem Viertel eine dominante Strategie des Ballbesitzes verfolgte. Nach einem etwas holprigen Start zeigte Harrison immer wieder sein Potenzial, die Offense von Scott Milanovich erfolgreich zu führen. Gleich im ersten Viertel warf er einen 34 Yard Pass auf Kenny Lawler und in der Schlussphase nutzte er eine Lücke in der Defensive der Lions, um Myron Mitchell für einen Raumgewinn von 46 Yards zu bedienen. Dies ebnete den Weg für einen Touchdown Lauf von Jake Dolegala, der den Ausgleich zum 24:24 bedeutete. Harrison unterschrieb Mitte Juli bei Hamilton, absolvierte sein erstes Spiel als Starter auswärts und verlor am Ende nur knapp mit drei Punkten Unterschied. Ich verstehe vollkommen, dass die Fans der Tiger-Cats auf eine Rückkehr von Bo Levi Mitchell hoffen, doch sie sollten zumindest vorsichtig optimistisch sein, dass Harrison das Team über Wasser halten kann.

Schlüter - 11.08.2026

Jake Dolegala soielte 2019 noch bei den Cincinnati Bengals.

Jake Dolegala soielte 2019 noch bei den Cincinnati Bengals. (© Getty Images)

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