Oregon hat keine Maisfelder

QB Dylan Raiola vermisst die Maisfelder von Nebraska. Quarterback Dylan Raiola, einst ein Fünf Sterne Quarterback und zwei Jahre lang ein Gesicht von Nebraska, wechselte als Transfer zu den Oregon Ducks, wurde jüngst auf das Leben in Oregon gefragt. Er wies auf das Offensichtliche hin: Es gibt dort keine Maisfelder. Dann erwähnte er die Berge, die Bäume und die Natur, bevor er auf den Football-Aspekt zu sprechen kam. "Es ist anders. Was Trainer und Spieler angeht, haben wir hier viel mehr Talent als bei Nebraska", sagte Raiola. "Ich sage das nicht, um sie schlechtzumachen, aber ich glaube, das weiß jeder." Es klang nicht böswillig, war aber ein unnötiger Seitenhieb gegen ein Programm, das von seiner Ankunft an massiv in ihn investiert hatte.

Doch Raiola hatte die gesamte Offseason Zeit, sich auf eine solche Frage vorzubereiten; stattdessen ließ er sich auf einen Vergleich ein, der gar nicht nötig gewesen wäre. Oregon hat mehr Talent als Nebraska. Das ist schlicht eine Tatsache. Die Ducks sind seit Jahren ein beständiger Anwärter auf den nationalen Titel. Die Huskers haben seit mehr als zwei Jahrzehnten weder die College Football Playoffs noch ein bedeutendes Bowl-Spiel aus dr4 Nähe betrachtet. Um das festzustellen, braucht man kein Insiderwissen – und schon gar nicht muss man seine alte Mannschaft öffentlich diskreditieren. Vielleicht war Raiola klar, dass er sich im Ton vergriffen hatte, denn er ruderte schnell zurück und betonte seine Dankbarkeit für die Zeit in Lincoln. "Ich bin sehr dankbar für meine Zeit dort", fügte Raiola hinzu. "Ich habe viel von meinen Trainern und Teamkollegen gelernt und pflege die Beziehungen dorthin weiterhin. Aber ich freue mich sehr darauf, was Oregon für mein Leben und auch für meine Teamkollegen bereithält."

Die Ironie dabei ist: Raiolas Weggang hat für den Kaderaufbau von Nebraska womöglich mehr bewirkt, als ihm selbst bewusst ist. Nach einhelliger Meinung innerhalb und im Umfeld des Programms ist der Kader für 2026 der talentierteste, den Matt Rhule in seinen vier Jahren in Lincoln zusammengestellt hat. Wenn man nicht 3,5 Millionen Dollar pro Jahr für einen einzigen Spieler ausgibt, bleibt mehr Geld übrig, das man anderweitig investieren kann. Verteilt man eine solche Summe auf die Offensive Line oder die Receiver-Gruppe, sieht der Kader gleich ganz anders aus. Nebraska hat zudem die wenig spektakuläre, aber wichtige Arbeit geleistet, Spieler im Team zu halten. Die Huskers können auf 55 Prozent der kombinierten Offensiv- und Defensiv-Snaps des Vorjahres zurückgreifen – der 14. beste Wert in der FBS. Doch nicht nur Dylan verließ das Team. Nebraska trennte sich im Dezember von Offensive Line Coach Donovan Raiola, Dylans Onkel. Zuvor hatte bereits Dylans jüngerer Bruder Dayton im November seine Zusage für den Jahrgang 2026 zurückgezogen; er ist inzwischen als Tight End Freshman bei Oregon gelandet. Abgesehen von Dominic Raiolas Namen, der neben denen anderer Huskers-Legenden unter der Anzeigetafel in der Nordkurve des Memorial Stadium prangt, ist die Verbindung der Familie zu Lincoln fast vollständig erloschen.

Auch wenn die Suche nach einem Ersatz-Quarterback zunächst holprig verlief, entschied man sich schließlich für Anthony Colandrea – den amtierenden "Mountain West Offensive Player of the Year" von UNLV, der zudem deutlich mobiler ist. Sein Spielstil passt hervorragend zu dem System, das Offensive Coordinator Dana Holgorsen eigentlich spielen lassen möchte – ganz anders als Raiolas eher statisches Spiel aus der Pocket heraus. Diesen Punkt betonte Rhule selbst letzten Monat bei den Big Ten Media Days. "Letztes Jahr haben wir immer dann gewonnen, wenn wir an der Front die Oberhand behielten", sagte Rhule. "Wenn wir mit unserer Offensive Line vorne nicht dominieren konnten, haben wir das Spiel verloren. So einfach ist das." Er lobte Holgorsen dafür, dass dieser die Spielzüge an das Leistungsvermögen der Line angepasst habe – "ganz ohne Ego" –, merkte aber auch an, dass es seinem Coordinator durchaus in den Fingern jucke, die Spiele nach seinen eigenen Vorstellungen zu leiten. Nebraska hat seinen Quarterback in der vergangenen Saison bei Weitem nicht ausreichend geschützt. Ein Grund dafür war die Offensive Line. Teilweise lag es daran, dass Raiola den Ball zu lange hielt, anstatt innerhalb der Pocket nach vorne zu rücken oder ihr zu entkommen – genau so hatte er sich im Spiel gegen USC das Bein gebrochen. Nebraska reagierte darauf, indem man Geep Wade von Georgia Tech abwarb und den Kader mit Transfers rund um drei verbliebene Stammspieler verstärkte. Auf die Frage, ob dies seine beste Offensive Line bei Nebraska sein würde, zögerte Rhule nicht: "Absolut." Was Nebraska jetzt hat, ist ein Kader und ein Trainerstab, von denen man glaubt, dass sie endlich gut genug sind, um das bereits vorhandene Talent nicht länger zu verschwenden."

Schlüter - 10.08.2026

QB Dylan Raiola vermisst die Maisfelder von Nebraska.

QB Dylan Raiola vermisst die Maisfelder von Nebraska. (© Getty Images)

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