Die Straubing Spiders haben im Kampf um den Klassenerhalt den nächsten schweren Rückschlag hinnehmen müssen. Im ostbayerischen Derby gegen die Regensburg Phoenix unterlag das weiterhin sieglose Schlusslicht der GFL Süd im heimischen Spiderdome deutlich mit 14:42. Besonders eine völlig missratene erste Hälfte brachte Straubing früh um eine realistische Siegchance. Zur Pause lagen die Spiders bereits mit 0:28 zurück, ehe sie sich nach dem Seitenwechsel zumindest offensiv steigern konnten. Am grundsätzlichen Problem änderte das jedoch nichts: Nach neun Saisonspielen wartet Straubing weiterhin auf den ersten Sieg und steht bei einer Bilanz von 0:9. Regensburg nutzte die Fehler der Gastgeber dagegen konsequent, verbesserte sich auf 4:5 und verschaffte sich damit weiteren Abstand zum Tabellenende.
Schon der Start verlief aus Sicht der Spiders denkbar schlecht. Regensburg fand mit Quarterback Cameron Yowell schnell seinen offensiven Rhythmus und ging bereits im ersten Drive mit 7:0 in Führung. Straubing bekam dagegen zunächst kaum Struktur in den eigenen Angriff und musste den Ball schnell wieder abgeben. Die Phoenix erhöhten noch im ersten Viertel auf 13:0 und profitierten anschließend immer wieder von Straubinger Fehlern. Besonders schmerzhaft war ein Fumble nach einem längeren Lauf von Raleigh Benjamin Yeldell III. Statt aus einer gelungenen Aktion neues Momentum zu ziehen, gab Straubing den Ball wieder her und Regensburg bestrafte den Fehler. Zum großen Problem für die Spiders entwickelte sich dabei Nicolas Hayes. Der Receiver war von der Straubinger Defense kaum zu kontrollieren und fing im Verlauf der Partie gleich vier Touchdown-Pässe von Yowell. Auch Running Back Nebechi Abana sorgte konstant für Raumgewinn und gab der Phoenix-Offense mit seinem Laufspiel zusätzliche Möglichkeiten. Zur Halbzeit stand ein ernüchterndes 0:28 auf der Anzeigetafel.
Wer nach der Pause auf eine schnelle Reaktion der Gastgeber gehofft hatte, wurde zunächst erneut enttäuscht. Regensburg erhöhte auf 35:0 und machte die ohnehin schwierige Aufgabe für Straubing praktisch unmöglich. Erst danach zeigte die Spiders-Offense, dass sie durchaus in der Lage war, längere Drives gegen die Phoenix zu produzieren. Über zehn Spielzüge und 84 Yards bewegten die Gastgeber den Ball über das Feld. Jvonte Kareem Davis und Okeoghene Ovie Bazunu sorgten für wichtige Yards am Boden, ehe Yeldell seinen Receiver Jordan Xavier Pouncey mit einem 22-Yard-Pass in der Endzone fand. Bazunu verwandelte anschließend die Two Point Conversion zum 8:35. Die Hoffnung auf eine zumindest deutlichere Ergebniskorrektur hielt allerdings nicht lange. Ein weiterer Ballverlust brachte Regensburg erneut in Position und Yowell fand abermals Hayes, der mit seinem vierten Touchdown des Nachmittags auf 42:8 erhöhte. Im Schlussviertel blockten die Spiders immerhin noch einen Punt und nutzten die daraus resultierende Feldposition. Davis lief aus neun Yards zum zweiten Straubinger Touchdown und stellte den 14:42-Endstand her.
Die Statistiken zeigen dabei durchaus, dass Straubing offensiv nicht völlig chancenlos war. Die Spiders kamen auf 247 Yards Total Offense, davon 128 über das Laufspiel. Davis war mit 58 Rushing Yards und einem Touchdown der produktivste Läufer, Yeldell steuerte 33 Yards bei, Anthony Earl Green Jr. kam auf 28 und Bazunu auf 21 Yards. Als Passgeber brachte Yeldell elf seiner 20 Versuche für 112 Yards und einen Touchdown an. Pouncey war mit fünf gefangenen Pässen für 69 Yards und einem Touchdown der erfolgreichste Receiver der Gastgeber. Regensburg war mit insgesamt 370 Yards allerdings deutlich produktiver. Vor allem Yowell und Hayes machten den Unterschied. Yowell warf fünf Touchdown-Pässe, vier davon gingen an Hayes. Dazu dominierte Abana mit 129 Rushing Yards und einem Touchdown am Boden. Straubings Defense fand über weite Strecken keine Antwort auf diese Kombination.
Noch schwerer als die statistische Unterlegenheit wiegen für die Spiders jedoch die eigenen Fehler. Drei Turnover, elf Strafen für satte 159 Yards und lediglich 20 Prozent erfolgreiche Third Downs sind Werte, mit denen es schwer wird, ein Spiel in der effect® Energy GFL zu gewinnen. Gerade die 159 Penalty Yards sind enorm und nahmen Straubing immer wieder selbst die Möglichkeit, erfolgreiche Sequenzen aufzubauen. Die Phoenix mussten deshalb nicht einmal über die gesamte Spielzeit fehlerfreien Football zeigen. Regensburg war vor allem konsequenter, wenn sich Chancen boten. Ballverluste wurden bestraft, gute Feldpositionen genutzt und mit Yowell, Hayes und Abana hatten die Gäste genau die Spieler, die den Unterschied machen konnten. Straubing zeigte nach der Pause Moral und produzierte zwei Touchdowns, doch nach dem 0:28 zur Halbzeit war der Rückstand bereits zu groß.
Damit wird die Situation für die Spiders immer bedrohlicher. Nach neun Niederlagen aus neun Spielen steht Straubing mit einem Punkteverhältnis von 143:377 am Tabellenende der GFL Süd. Einzelne gute Drives und die verbesserte zweite Hälfte gegen Regensburg reichen in dieser Phase der Saison nicht mehr. Soll der Klassenerhalt noch gelingen, müssen Ergebnisse her. Vor allem müssen die Spiders ihre eigenen Fehler drastisch reduzieren. 159 Strafyards und drei Turnover sind in einem Derby, in dem ohnehin viel auf dem Spiel steht, kaum aufzufangen. Regensburg durfte dagegen einen verdienten Derbysieg feiern und steht nun bei 4:5. Für Straubing wird der Blick auf die Tabelle dagegen immer unangenehmer. Die Spiders warten weiter auf ihren ersten Saisonsieg und mit jedem weiteren Spiel schrumpft die Gelegenheit, das Ruder im Abstiegskampf noch herumzureißen.
PassionPress - 09.08.2026

Straubing Spiders (© Foto: Foot Bowl/Susanne Hägele)
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