Die Potsdam Royals sind mit einem deutlichen Auswärtssieg aus ihrer spielfreien Woche zurückgekehrt. Der amtierende Deutsche Meister setzte sich bei den Düsseldorf Panther mit 49:0 durch und feierte damit den achten Erfolg im neunten Saisonspiel der effect® Energy GFL. Besonders beeindruckend präsentierte sich erneut die Defense, die nach dem 61:0 gegen die Hildesheim Invaders zum zweiten Mal in Folge keinen einzigen gegnerischen Punkt zuließ. Gleichzeitig feierte der erst wenige Tage zuvor verpflichtete Quarterback Hugh "Bay" Harvey einen gelungenen Einstand im Royals-Trikot. Die Zahlen unterstreichen die Kräfteverhältnisse: Potsdam produzierte 442 Yards Total Offense, Düsseldorf kam lediglich auf 111.
Dabei dauerte es nicht lange, bis Harvey erstmals zeigte, weshalb die Royals nach dem kurzfristigen Abgang von Xeaiver Bullock auf den 24-jährigen Schweizer gesetzt hatten. Bei Second and Ten nahm der neue Spielmacher selbst die Beine in die Hand, fand eine Lücke in der Düsseldorfer Defense und trug den Ball über 60 Yards bis in die Endzone. Sein erster Touchdown im ersten Spiel für Potsdam hätte kaum spektakulärer ausfallen können. Kurz darauf sorgte auch die Defense für das erste große Ausrufezeichen. Ronaldo Tomasello fing einen Pass von Panther-Quarterback Dawson Herl ab und verschaffte der Offense erneut den Ball. Die Royals ließen sich nicht zweimal bitten. Chrisman Kyei und Heiko Bals fanden ebenfalls den Weg in die Endzone und sorgten dafür, dass Potsdam früh die Kontrolle über die Begegnung übernahm.
Düsseldorf hatte erst eine Woche zuvor bei der 20:30-Niederlage gegen die bis dahin ungeschlagenen Dresden Monarchs gezeigt, dass die Panther durchaus in der Lage sind, einem Spitzenteam Probleme zu bereiten. Gegen Potsdam gelang dies jedoch nur phasenweise. Immer wenn sich die Gastgeber in aussichtsreiche Positionen brachten, machte die Royals-Defense die Räume zu. Besonders die Defensive Front setzte Herl konstant unter Druck. Giorgius Tarlas stoppte einen Düsseldorfer Drive mit einem wichtigen Sack, insgesamt verbuchte Potsdam fünf Sacks. Hunter Hewitt führte die Royals dabei mit 2,5 Sacks an. Kurz vor der Halbzeit setzte stattdessen die Offense noch einmal nach. Potsdam bewegte den Ball über 71 Yards über das Feld, ehe Kyei 14 Sekunden vor der Pause aus sechs Yards seinen zweiten Touchdown erzielte. Die Partie war damit bereits zur Halbzeit deutlich in Richtung des amtierenden Meisters gekippt.
Auch nach dem Seitenwechsel bekam Düsseldorf Möglichkeiten, doch Punkte blieben weiterhin aus. Im ersten Drive der zweiten Hälfte arbeiteten sich die Panther bis an die Potsdamer 15-Yard-Linie vor. Dort schlug die Defense erneut zu. Zunächst brachte Tarlas den Quarterback zu Boden, anschließend beendeten Hewitt und Alan Steinorth den Drive mit einem weiteren Sack bei Fourth Down. Potsdam antwortete mit einem langen Angriff und setzte dabei weiter konsequent auf sein starkes Laufspiel. Bals vollendete schließlich aus zwei Yards. Insgesamt kamen die Royals auf 249 Rushing Yards bei nur 30 Läufen und damit auf durchschnittlich 8,3 Yards pro Versuch. Kyei führte das Team mit 89 Yards an, Bals steuerte 83 Yards bei. Harvey benötigte lediglich zwei Läufe für 74 Yards. Die zahlreichen Rushing Touchdowns waren dabei Ausdruck einer Offense, die Düsseldorf besonders am Boden kaum kontrollieren konnte.
Im Schlussviertel durfte sich schließlich auch die Potsdamer Defense auf dem Scoreboard verewigen. Düsseldorf wurde tief in der eigenen Hälfte unter Druck gesetzt und ein Spielzug der Panther endete mit einem Safety. Anschließend setzte Harvey auch als Passgeber seinen Schlusspunkt. Nach einem 30-Yard-Kickoff-Return von Key’Shawn Smith bewegten die Royals den Ball erneut über das Feld. Bei Third and One von der Düsseldorfer 18-Yard-Linie fand Harvey Chrisman Kyei, der den Pass zum Touchdown in die Endzone brachte und damit den 49:0-Endstand herstellte. Wenig später war das Debüt des neuen Quarterbacks beendet und Moritz Pharrell Richter übernahm. Harvey brachte bei seinem ersten Einsatz für Potsdam 20 seiner 28 Pässe für 176 Yards und einen Touchdown an, blieb ohne Interception und steuerte zusätzlich 74 Rushing Yards sowie einen Touchdown am Boden bei. Angesichts der Tatsache, dass er erst kurzfristig als Nachfolger des in die japanische X-League gewechselten Bullock verpflichtet worden war, war es ein bemerkenswert stabiler Einstand.
Die Dominanz der Royals ging allerdings weit über die Quarterback-Position hinaus. Potsdam erzielte 24 First Downs, Düsseldorf lediglich acht. Acht von elf Third Downs wurden erfolgreich verwandelt, sechs von sieben Red-Zone-Besuchen endeten mit einem Touchdown. Dazu leistete sich der Meister lediglich drei Strafen für 23 Yards, während Düsseldorf neunmal für insgesamt 74 Yards zurückversetzt wurde. Auch im Passspiel verteilte Harvey den Ball auf zahlreiche Schultern. Maximilian McLeod führte das Team mit sechs Receptions für 53 Yards an, Corey Jeeves kam auf fünf Catches für 42 Yards. Insgesamt verbuchten acht verschiedene Potsdamer Spieler mindestens einen gefangenen Pass.
Das vielleicht stärkste Signal sendete aber erneut die Defense. Nach dem 61:0 gegen Hildesheim folgte mit dem 49:0 in Düsseldorf der zweite Shutout in Serie. Acht Quarter, 110 eigene Punkte und kein einziger Gegenpunkt sind eine Ansage für die Konkurrenz. Gleichzeitig revanchierten sich die Royals für die überraschende Niederlage gegen Düsseldorf in der vergangenen Regular Season. Mit nun acht Siegen bei einer Niederlage bleiben die Potsdamer in der entscheidenden Phase der Saison im Rennen um eine optimale Ausgangsposition für die Playoffs. Dass der kurzfristige Wechsel auf der wichtigsten Position der Offense zumindest beim ersten Auftritt nahezu geräuschlos funktionierte, dürfte dabei zusätzlich Mut machen. Harvey lieferte einen überzeugenden Einstand, das Laufspiel dominierte mit zahlreichen Touchdowns und die Defense befindet sich derzeit in außergewöhnlicher Form. Der amtierende Deutsche Meister hat nach seiner spielfreien Woche damit ein deutliches Zeichen gesetzt.
PassionPress - 09.08.2026

Joshua Wünsch (LB Potsdam Royals) (© Halvar Picture)
Leser-Bewertung dieses Beitrags: