In der Woche 9 der laufenden kanadischen CFL Saison hat sich die Situationen für gastgebende Heimmannschaften verschlechtert. Die Heimmannschaften gingen mit einer Gesamtbilanz von 14:16 in die neunte Woche (einschließlich der 1:1-Bilanz von BC in Kelowna). Nach der Niederlagenserie in der Woche 9 steht die Bilanz nun bei 14:20.
Aber es gibt noch ein zweites Thema, welches die kanadischen Football Fans bewegt. Nachdem Hamiltons Quarterback Tre Ford während der 20:44 Niederlage gegen die Calgary Stampeders am letzten Samstag aus dem Spiel genommen wurde, wird viel darüber spekuliert, was dieses für die Zukunft der Hamilton Tiger-Cats bedeutet. Harrison Frost übernahm noch vor Ende der ersten Halbzeit für Ford. Der Zeitpunkt dieses Wechsels ließ viele Kommentatoren vermuten, dass Head Coach Scott Milanovich bereits ein Urteil über Ford als Starter gefällt habe. Man geht davon aus, dass Frost nächste Woche in der Startformation stehen wird, wenn die "Cats" bei den Lions antreten. "Nun, wir versuchen noch herauszufinden, wer unser Quarterback sein wird", sagte Milanovich nach der Niederlage und fügte hinzu, dass er sich erst das Videomaterial ansehen müsse, bevor er vor Woche 10 eine Entscheidung treffe. QB Frost hatte seit seiner Verpflichtung bei den Ticats am 15. Juli nur wenige Trainingswiederholungen absolviert, warf aber dennoch einen gelungenen Pass auf Receiver Kenny Lawler, der zu einem 24 Yard Touchdown führte. Wirkt Harrison Frost – der nun zum zweiten Mal in Hamilton unter Vertrag steht (das erste Mal war 2024/25) – stilistisch nicht wie ein Quarterback, der perfekt zu dem passt, was Scott Milanovich in der Offensive umsetzen möchte?
Die Defensive von Winnipeg ließ bei der 35:19-Niederlage gegen die gastierenden BC Lions erstaunliche 377 Rushing-Yards zu. Winnipegs Head Coach Mike O’Shea konnte auch nur mit Kopgschütteln reagieren, als er nach dem Spiel gefragt wurde, was bei der Laufverteidigung der Blue Bombers schiefgelaufen war. Allein 246 dieser Rushing-Yards der BC Lions fielen in die zweite Halbzeit. "Wenn es zu solchen gewaltigen Läufen kommt, sind meist mehrere Fehler im Spiel", sagte O’Shea. "Meistens ist es eine Kombination aus zwei, wahrscheinlich drei Fehlern – oder einem verpassten Tackle und ein paar weiteren Fehlern." Während der nun anstehenden, quälend langen spielfreien Woche wird die Defense der Blue Bombers die Scherben dieser herben Enttäuschung aufsammeln und versuchen, Wiedergutmachung zu leisten, wenn sie in Woche 11 auf Ottawa trifft.
Beim Sieg von BC über die Blue Bombers lieferte Backup Running Back Zander Horvath – der für den verletzten James Butler eingesprungen war – eine Leistung ab, die einer Auszeichnung als "Spieler der Woche" würdig gewesen wäre: drei Rushing Touchdowns und 191 Yards (bei einem Schnitt von 11,2 Yards) aus 17 Läufen. "Horvath sollte der ‚Feature Back‘ von BC werden." Horvath hat sich für die Lions tatsächlich als Glücksgriff erwiesen und seine beeindruckende Ausbeute beim Sieg in Winnipeg könnte durchaus den Aufstieg zum Joker der Lions einläuten. Doch der Mann, den er ersetzen würde, ist James Butler – ein bewährter, absolut verlässlicher Spieler und einer der herausragenden "Drei-Phasen-Running-Backs" der CFL: ein starker Läufer, ein großartiger Passempfänger aus dem Backfield und ein hervorragender Blocker zum Schutz des Quarterbacks. Außerdem ist er ein Spieler, der gegen die Art von Laufverteidigung, die die Bombers am vergangenen Donnerstagabend boten, wohl richtig aufgetrumpft hätte, oder? Horvath hat bewiesen, was in ihm steckt und er wird künftig deutlich mehr Ballkontakte erhalten. Die Vorstellung eines Backfields, in dem er und Butler sich abwechseln, dürfte jedem Lions-Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubern – ganz gleich, wer offiziell als Starter in der Aufstellung geführt wird.
Schlüter - 05.08.2026

RB # 20 James Butler spielte 2015 noch für Nevada. (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
![]()
Die Gruppe B der IFAF World Flag 2028 ist nach dem Wegfall von Nigeria auf drei Teams geschrumpft. Hierzu gehören der dreifache Weltmeister Österreich, das Team aus Kanada – das erstmals seit dem Titelgewinn seiner Vorgänger im Jahr 2008 wieder eine Medaille anstrebt und Japan, das in seiner elfjährigen Wettbewerbsgeschichte erst einmal um eine Medaille...
Kanada hat nach dem Sieg in Italien auch in Bochum gegen die deutsche Nationalmannschaft im Rahmen der Gridiron Nations Championship gewonnen. Nach einer vor allem in der zweiten Hälfte starken Vorstellung siegten die Kanadier mit 25:10. Vor der Pause hatten beiden Offense-Reihen ihre liebe Mühe. Dies galt nicht nur für den deutschen Angriff, in der ersten Hälfte geführt von Hendrik Scharnbacher, sondern gleichermaßen für...