Wisconsin Head Coach Luke Fickell sprach am Dienstag bei den Big 10 Medientagen.
Eingangsstatement:
"Danke an alle, die hier sind. Dies ist zweifellos die großartigste Conference des Landes. Das liegt auch an Ihnen und der Art, wie Sie über uns berichten. Ich weiß all das, was Sie tun, sehr zu schätzen – ebenso wie alle anderen Trainer, die hierhergekommen sind. Ein Dankeschön an unseren Commissioner und sein gesamtes Team für alles, was sie in diesem sich ständig wandelnden und wachsenden Umfeld geleistet haben und weiterhin leisten. Ich weiß, dass das nicht immer die Aufgaben sind, auf die man sich ursprünglich eingelassen hat. Aber wir wissen ganz genau: Wenn etwas getan werden muss, dann muss es richtig gemacht werden. Ich möchte auch kurz erwähnen, dass wir eine neue Führung an unserer Universität haben. Ich glaube, das war entscheidend für die Weiterentwicklung unseres Football Programms und unserer gesamten Sportabteilung. Unser neuer Interims-Chancellor, Dr. Eric Wilcots, hat uns mit seiner Führung und Orientierung sehr geholfen; gleich in seiner ersten Woche stand die Suche nach einem neuen Sportdirektor an. Er musste in dieser Situation Führungsstärke beweisen. Er hat sich die Anliegen der Mitarbeiter der Sportabteilung und der Trainer wirklich angehört. Er hat dabei hervorragende Arbeit geleistet. Ich habe es genossen, ihn ein wenig kennenzulernen. Was unseren neuen Sportdirektor Shawn Eichorst betrifft: Er ist jetzt wohl im ersten Monat seiner Tätigkeit hier in Wisconsin. Ich freue mich darauf, unsere Zusammenarbeit aufzubauen und gemeinsam mit ihm voranzukommen.
Natürlich müssen wir auch über den Grund sprechen, warum wir hier sind: Die letzten zwei Jahre entsprachen nicht unseren Standards. Dem gehe ich nicht aus dem Weg. Ich werde später am Tag – wie schon mehr als einmal zuvor – über die Standards sprechen, die wir wahren müssen, und darüber, wo wir uns als Football Programm weiterentwickeln müssen. Diesen Ansprüchen sind wir zuletzt nicht gerecht geworden. Das betrifft nicht nur die Bilanz von Siegen und Niederlagen, sondern auch viele andere Dinge: die Art, wie wir spielen, die Physis, die Härte. Da müssen wir einen verdammt viel besseren Job machen. Und ich kann Ihnen versprechen: Das werden wir auch. Die Dinge bewegen sich eindeutig in diese Richtung. Ein ehemaliger Trainer von mir, Coach Meyer, pflegte immer zu sagen..." Man sagt oft, man dürfe den Sport nicht unterschätzen – oder besser gesagt: die taktischen Konzepte, die sich darin ständig weiterentwickeln. Wer das ignoriert, wacht eines Tages auf und stellt fest, dass der Sport an ihm vorbeigezogen ist. Mir ist zunehmend klar geworden, dass dies nicht nur für die Spieltaktik gilt, sondern für den gesamten Sport. In den letzten drei oder vier Jahren hat sich gezeigt, dass das Verständnis für diese Entwicklung entscheidend für unsere Arbeit ist. In den vergangenen acht oder neun Monaten haben wir unser gesamtes Programm – angefangen beim Training – intensiv auf den Prüfstand gestellt. Wir hatten mit einigen schweren Verletzungen zu kämpfen, die uns vor Probleme stellten. Wir haben unsere Trainingsmethoden und -abläufe genau analysiert: vom Frühjahrstraining über das Trainingslager im Herbst bis hin zur Vorbereitung während der Saison. Als Football-Trainerstab und als Programm müssen wir erkennen, dass wir uns ständig weiterentwickeln müssen.
Wir wissen, wie man ein Team aufbaut und formt, das hart, kompromisslos und diszipliniert auftritt und in dieser Liga bestehen kann. Gleichzeitig müssen wir uns der ständigen Veränderungen und Entwicklungen bewusst sein. Eines kann ich Ihnen sagen: Wir schlagen eine neue Richtung ein. Allein im letzten Jahr hat sich in unserem Programm vieles verändert. Einige von Ihnen werden sicher mitbekommen haben, dass wir am Montag eine neue Einrichtung eröffnen: das Kellner Family Athletic Center. Dabei handelt es sich um eine neue Indoor Football Anlage – eine bedeutende Investition der Universität, die dem Team und vor allem der Führung unseres Programms zugutekommt. Genau dort haben sich die größten Veränderungen vollzogen. Vielen von Ihnen ist das wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. In den letzten neun Monaten hat sich unglaublich viel getan. Für Außenstehende oder Fans sind diese Veränderungen vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar. Doch wer zum Programm gehört – Spieler, Trainer und alle, die dem Team nahestehen – hat den Wandel im gesamten Programm gesehen und gespürt. Ich stehe heute an einem ganz anderen Punkt als während der letzten drei Jahre. Das meine ich wirklich so. Ich habe nicht auf alles eine Antwort. Ich sage nicht, dass wir uns meilenweit von unserem früheren Stand entfernt haben. Worin wir uns aber stark unterscheiden, ist unsere Führung.
Vor etwa neun Monaten, mitten in der Saison, begannen sich gewisse Dinge zu entwickeln. Wir hätten uns für den einen oder anderen Weg entscheiden können. Wir steckten in einer schwierigen Lage. Es gab junge Spieler in unserem Team, die eine enorme Entwicklung durchmachten und Führungsrollen übernahmen – auf eine Art und Weise, die für uns überaus positiv war. Gleichzeitig gab es eine Gruppe erfahrener Führungsspieler, die die Situation erkannten, verstanden und diese Entwicklung voll und ganz mittrugen. Das hat uns in den vergangenen neun Monaten in eine Lage versetzt, die sich grundlegend von allem unterscheidet, was wir hier bisher erlebt haben. Das kann ich Ihnen guten Gewissens sagen. Heute sind drei Spieler hier, um uns zu vertreten. Sie gehören zu jener Gruppe die ebenfalls hervorragende Arbeit geleistet haben. Für die Offensive steht Wide Receiver Chris Brooks aus St. Louis, Missouri. Er ist ein erfahrener Wide Receiver in unserem Team und geht nun in sein fünftes Jahr als Wisconsin Badger. In der Defensive haben wir Outside Linebacker Sebastian Cheeks. Er ist Stammspieler auf dieser Position und stammt aus der Gegend direkt bei Chicago. Dann ist da noch Matt Jung, ein Safety und Stammspieler aus Neenah, Wisconsin – genau der Ort, der kürzlich von einem schweren Tornado getroffen wurde. Ich möchte, dass die Menschen dort wissen: Unsere Gedanken und Gebete sind bei ihnen. Der gestrige Tag war verheerend für seine Heimatstadt. Bitte behalten Sie die Betroffenen in Ihren Gedanken. Diese Spieler haben – gemeinsam mit den jungen Talenten unseres Programms und Teams – die Entwicklung maßgeblich verändert. Ehrlich gesagt haben sie den Grundstein für eine neue Ausrichtung unseres Programms gelegt, die uns heute in eine ganz andere, bessere Position versetzt. Das Problem heutzutage – die größte Herausforderung – ist, dass es verdammt einfach ist, einfach alles hinzuschmeißen und zu gehen, wenn es mal nicht gut läuft oder Schwierigkeiten auftreten. Es gibt zu viele Leute, die einem einreden wollen, man verdiene mehr oder solle vielleicht etwas ganz anderes machen. Ich erinnere unsere Spieler immer wieder an die Wahrheit: Wir verdienen nicht mehr als der Mann, der links oder rechts neben uns steht. Was wir verdienen, ist die Chance, uns durch harte Arbeit durchzusetzen – wenn wir den Mut dazu haben –, uns zu verbessern und die Menschen in unserem Umfeld stolz zu machen. Genau das meine ich: Die drei Spieler, die wir heute hier haben, zusammen mit den jungen Talenten im aktuellen Team, haben uns in eine völlig neue, großartige Ausgangslage gebracht. Deshalb bin ich so begeistert. Ich weiß, auch sie freuen sich riesig darauf, in acht Tagen ins Trainingslager zu starten und am 6. September im Lambeau Field gegen Notre Dame in die Saison zu gehen. Wir können es kaum erwarten. Ich freue mich sehr darauf."
Über den Einfluss von Linebacker Sebastian Cheeks:
"Sebastian hat sich unglaublich weiterentwickelt. Ich denke, er ist ein hervorragendes Beispiel für einige der Dinge, die wir in unserem Programm erreicht haben. Ich weiß, dass das nicht für jeden sofort sichtbar ist. Wenn diese Spieler zurückkehren und verstehen, wie sie sich entwickelt haben und was sie leisten konnten, erkennen sie den Aufwand an, der betrieben wurde, um sie zu dem zu machen, was sie heute sind. Wir erwarten ein starkes Jahr von Sebastian. Er spielt bei uns auf einer Position, auf der man für Unruhe beim Gegner sorgen muss. Er muss in der Defensive für Chaos sorgen. Wir waren defensiv schon verdammt gut, besonders gegen Ende der letzten Saison, und Sebastian hatte daran großen Anteil. Er muss in der kommenden Herbstsaison eine noch größere Rolle dabei spielen."
Zur Rekrutierung im Bundesstaat Wisconsin und der stärkeren Einbindung der Ehemaligen:
"Das hatte für uns schon immer Priorität. Ich glaube, wir haben da einen verdammt guten Job gemacht – das ist die Wahrheit. Wir haben Bradie Ewing ins Team geholt; er hat uns geholfen, eine viel bessere Verbindung zu den ehemaligen Spielern herzustellen, die stets auf dem Laufenden bleiben wollen. Wir haben auch im Bundesstaat selbst bessere Arbeit beim Aufbau von Beziehungen geleistet. Es ist ein starkes Jahr für Talente aus dem Bundesstaat. Aber was die Vision, das Verständnis und den Einblick in die internen Abläufe angeht – da sind diese Jungs ein hervorragendes Beispiel. Ich glaube, es gibt im nächsten Jahr neun Spieler aus dem Bundesstaat, die uns schon seit anderthalb Jahren begleiten und eine Entwicklung miterlebt haben, die Außenstehenden vielleicht entgangen ist. Es ist schwer, mit bloßem Auge die Wurzeln dessen zu erkennen, was in unserem Programm gewachsen ist. Diese Jungs sind ein großartiges Beispiel dafür, dass Beziehungen nach wie vor zählen und wie wichtig die interne Arbeit ist – Dinge, die man samstags vielleicht nicht immer sofort sieht, aber ich verspreche Ihnen: Man wird sie sehen."
Zur Frage, ob Wisconsin dem Programm nahekommt, das er sich bei Amtsantritt vorgestellt hatte:
"Ich glaube, wir sind dem Ziel verdammt viel näher gekommen. Ich meine, das Einzigartige an den letzten drei Jahren ist meiner Meinung nach, dass sich jedes einzelne Team enorm verbessert hat. Wenn ich eines über diese Liga in den letzten drei Jahren sagen kann, dann dies: Egal, wo die Spitzenmannschaften vor drei Jahren standen und wo sie heute stehen – auch alle anderen Teams dazwischen haben sich weiterentwickelt, sowohl in ihrer Identität als auch in ihrer Arbeitsweise. Was unsere eigene Situation angeht, so weiß ich eines: Es herrscht eine neue Stimmung im Team. Ich glaube, das hat sehr viel mit Führung zu tun. Wie gut sind wir? Wo werden wir stehen? Wir haben viele neue Gesichter dazubekommen. Das Tolle daran ist, dass sie gekommen sind, um ein Teil von uns zu werden. In dieser Hinsicht sind wir meiner Meinung nach deutlich besser aufgestellt, als ich – und viele andere – es mir für das Football Team und das Programm der University of Wisconsin vorgestellt hatten. Es geht um Härte, Führung und darum, dass sie sich unsere Mentalität zu eigen machen – ganz gleich, ob sie von hier stammen oder neu dazugekommen sind. Dank dieser Kombination aus jungen Spielern, Führungspersönlichkeiten und Routiniers sowie ihrer Bereitschaft, diesen Weg konsequent zu gehen und durchzuhalten, befinden wir uns heute an einem ganz anderen Punkt als in den vergangenen drei Jahren."
Über das Vertrauen der Menschen in Wisconsin in seine Vision und die neue Energie im Programm
"Das bedeutet uns sehr viel. Seien wir ehrlich: Manchmal heißt es, wir würden hinterm Mond leben oder seien keine normalen Menschen. Aber all diese Dinge spielen eine Rolle. Ich sage es ganz offen: Auch unsere Jungs nehmen das wahr. Sie spüren es, sie sehen es, sie hören es. Das ist ein Zeichen von Weiterentwicklung. Deshalb haben wir darüber gesprochen, welche Änderungen wir an unserer Herangehensweise für die Saison vornehmen mussten. Wir haben unser Training kritisch und eingehend hinterfragt. Die Art und Weise, wie wir trainieren, war schon immer ein wesentlicher Bestandteil unserer Identität und unserer Arbeitsweise. Wir mussten jedoch gewisse Anpassungen vornehmen – etwa beim Ablauf und der Intensität des Trainings. Wir haben uns zu diesen Änderungen entschlossen, weil wir uns weiterentwickeln müssen und genau wissen, worauf es ankommt. Zu sehen und zu spüren, wie die Leute unsere Vision verstehen und verinnerlichen – das ist wichtig. Natürlich wissen wir, dass am Ende die Leistung und das Spiel am Samstag zählen. Aber auch das andere ist von Bedeutung. Das gilt für die Leute, die zurückgekehrt sind, das Programm aus der Nähe verfolgt und eine ganz andere Atmosphäre wahrgenommen haben. Das gilt auch für die Führungsstruktur und den Zusammenhalt im Team: Wir befinden uns heute an einem ganz anderen Punkt."
Zu den Vor- und Nachteilen eines Saisonauftakts gegen Notre Dame:
"Ich sage Ihnen eines: Es ist eine großartige Gelegenheit für uns als Football Programm. Wir wissen ganz genau, wo wir in den letzten Jahren standen. Dass der Fokus schon in der ersten Woche – am 6. September – so stark auf diesem Spiel liegt, und zwar im Lambeau Field, hat mir als Trainer geholfen zu erkennen, woran wir weiter arbeiten müssen, um für solche Aufgaben gerüstet zu sein. Wir wissen alle: Entscheidend ist der November. Am Ende des Jahres muss man seinen besten Football spielen. Aber man muss auch verstehen, dass man von Anfang an voll da sein und auf hohem Niveau spielen muss – besonders wenn man gleich zu Saisonbeginn solche Spiele bestreitet. Es wurde viel darüber gesprochen und diskutiert. Wir wissen, dass Spielpläne sehr weit im Voraus erstellt werden. Ich behaupte nicht, dass ich aktiv gefordert habe: ‚Genau das sollten wir tun.‘ Aber die Situation ist nun einmal da. Sie bietet uns die großartige Chance, mit enormer Konzentration ins Trainingslager zu gehen, weil wir wissen, dass es am 6. September richtig losgeht. Ob alle anderen das genauso sehen oder glauben, steht auf einem anderen Blatt – das ist die Herausforderung für unseren Commissioner. Er muss es schließlich allen 18 Teams recht machen. Ich weiß nicht, ob wir da alle einer Meinung sind, aber ich weiß, wo wir stehen, und genau das zählt für uns."
Schlüter - 29.07.2026

Head Coach Luke Fickell (Wisconsin Badgers) ist mit den letzten Jahren nicht zufrieden und gelobt Besserung. (© Getty Images)
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