"President" Adams vor zehnter Saison

Jamal Adams landete zu Karrierebeginn schnell im Pro BowlSafety Jamal "President" Adams steht vor seiner zehnten NFL-Saison: Der einstige Pro Bowler hat in seinen Social Media Accounts verkündet, dass er sich den Minnesota Vikings anschließen wird. Es wird seine sechste NFL-Station werden.

Im Vorjahr war er für die Las Vegas Raiders aufgelaufen und hatte dort – erstmals seit 2018 – wieder alle Spiele für sein Team bestritten, wobei er vier Mal auch gestartet war.

Der ehemalige First Round Pick der New York Jets hatte zuletzt 2020 für richtig Schlagzeilen gesorgt: Damals wurde er für den hohen Preis von zwei Erstrunden-, einem Drittrundenpick und Safety Bradley McDougald zu den Seattle Seahawks transferiert. Neben Adams erhielten die noch einen Viertrundenpick der Jets. Ein Trade, der damals für Aufsehen sorgte wie kaum ein anderer. Der größte Gewinner war damals Jamal Adams selbst: Er hatte schon länger klargemacht, dass er – hoch - bezahlt werden wollte und ihm die Strukturen in New York, wo er sich seit geraumer Zeit nicht mehr wohlzufühlen schien, nicht gefallen hatten. Bei den Seahawks unterschrieb er dann zunächst für vier Jahre und 70 Millionen Dollar.

Auf dem Feld gab es an den Leistungen von Adams selten etwas auszusetzen – zumindest bis er sich mit zahlreichen Verletzungen auseinandersetzen musste: Der 2017 an Position 6 gedraftete Adams etablierte sich schnell als absoluter Führungsspieler der Jets und war einer der top Safeties der ganzen Liga. Nominierungen zu zwei Pro Bowls mit den Jets und im ersten Jahr bei den Seahawks waren die logische Folge.

In den letzten beiden Jahren in Seattle kam er jedoch nur noch auf insgesamt zehn Partien mit drei abgewehrten Pässen und 51 Tackles. Weit weg von Zahlen früherer Jahre und so trafen die Seahawks nach der Saison 2023 die finanziell folgenschwere Entscheidung, ihn vorzeitig aus seinem Vertrag zu entlassen. Dies bescherte ihnen einen Dead Cap Hit von 20 Millionen Dollar.

Die Verletzungen erklären auch, dass es anschließend lange Zeit keinen wirklichen Markt für den mittlerweile 30-jährigen zu geben schien und er dann einen niedrig dotierten Ein-Jahres-Vertrag in Tennessee unterschrieben musste. Es handelt sich um einen "Prove-It-Deal", bei dem er beweisen sollte, dass er noch in der Lage ist, eine Saison auf hohem Niveau mit möglichst wenigen Ausfällen zu bestreiten.

Das klappte jedoch nicht, obwohl er bei den Titans auf seinen ehemaligen Positionscoach Dennard Wilson, unter dem er bei den Jets seine stärkste Zeit erlebt hatte, getroffen war.

Nach nur drei Spielen bat er um Auflösung seines Vertrags; die Titans kamen seinem Wunsch nach und er absolvierte in der Folge zwei Partien für die Detroit Lions, bevor er mit dem Veteran Minimum in Las Vegas unterkam.

In den 17 Partien erzwang er ein Fumble, holte einen Sack und setzte 45 Tackles – erstmals offiziell als Linebacker. Ob er in Minnesota ebenfalls als Linebacker oder doch eher als Safety eingesetzt werden wird, müssen die Camps zeigen.

In neun Jahren NFL stehen jetzt 102 Spiele mit 87 Starts zu Buche, in denen er vier Interceptions, acht erzwungene und vier eroberte Fumbles, 22.5 Sacks und 546 Tackles sowie zwei Touchdowns schaffte.

Die offizielle Bestätigung der Verpflichtung von Teamseite steht noch aus, dürfte jedoch im Lauf des Dienstags erfolgen. Dass seine Entlohnung (deutlich) über dem Minimum für einen Spieler seiner Altersklasse liegt, darf wohl bezweifelt werden, auch wenn die vergangene Saison sicherlich die beste – da verletzungsfreieste – seit vielen Jahren war. Aber allein wegen des Geldes müsste der "President" sicher nicht mehr spielen.



Carsten Keller - 28.07.2026

Jamal Adams landete zu Karrierebeginn schnell im Pro Bowl

Jamal Adams landete zu Karrierebeginn schnell im Pro Bowl (© Carsten Keller)

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