Die achte Woche der kanadischen CFL befindet sich in den Büchern und es wird Zeit für einen erneuten Recap der wichtigsten Ereignisse des Spieltages. Wer übrigens sich den Grey Cup in Calcary am 15. November im McMahon Stadium anschauen möchte, muss übrigens mit einem Ticketpreis von mindestens 165 bis rund 600 kanadischen Dollar rechnen.
Die Montreal Alouettes konnten die hartnäckigen Hamilton Tiger-Cats am Sonntagabend nur mit Mühe in Schach halten; sie gaben im vierten Viertel sogar die Führung ab, bevor sie sich dank Ballverlusten des Gegners sowie eines späten Field Goals und Touchdowns endgültig durchsetzten. Viele ihrer Siege in dieser CFL-Saison verliefen nach diesem Muster: Phasen der Dominanz wurden von Aufholjagden des Gegners abgelöst. Sicher, die ‚Als‘ stehen bei 6-1, aber sie müssen am Ende der Spiele immer wieder zittern oder sich mühsam behaupten. Das ist bedenklich.
Edmontons Quarterback Cody Fajardo erlebte statistisch gesehen den besten Abend seiner Karriere: Er warf für 510 Yards und vier Touchdowns und beendete das Spiel mit einem Effizienz-Rating von 158,3 beim 36:34-Sieg der Elks über Saskatchewan. Fajardo gehört nun definitiv zum Kreis der Most Outstanding Player-Kandidaten. Es liegt nicht nur an seiner Leistung bei Edmontons bisher größtem Saisonsieg. Fajardo war als Dritter der Rangliste für Pass-Raumgewinn in diese Partie gegangen und belegt diesen Platz auch weiterhin – wenn auch nun näher an der Spitze –, mit insgesamt 2.291 Yards.
Er spielte ohnehin schon eine sehr gute Saison, auch wenn diese von den spektakulären Leistungen seines Teamkollegen, Running Back Justin Rankin, etwas in den Schatten gestellt wurde. Eine herausragende Leistung in einem entscheidenden Spiel, das als echter Gradmesser diente, verschafft dem 34-jährigen Quarterback einen Platz im Gespräch um die Auszeichnung als "George Reed Most Outstanding Player".
Tyreik McAllister von den Calgary Stampeders vollbrachte beim 52:30 Sieg seines Teams in Winnipeg eine besondere Leistung. Ein Rushing-Touchdown, ein Receiving-Touchdown und ein Touchdown nach dem Return eines verschossenen Field Goals (über 118 Yards). Es war eine unglaubliche Vorstellung eines Spielers, den die Stampeders geholt hatten, um ihren Angriffsmotor mit einem ordentlichen Schub an Extra-Energie zu versorgen. Dieser Mann ist somit der gefährlichste Spieler der CFL. Es wäre eine Überreaktion, diese Aussage allein auf ein einziges Spiel zu stützen – selbst wenn dieses Spiel drei Touchdowns und insgesamt 318 Yards Raumgewinn bot. Doch wir kennen dieses Szenario bereits: Schon in der Saison 2023 trug McAllister 2.046 "All-Purpose Yards" zur Offensivstärke der Hamilton Ticats bei, bevor er zwei Jahre lang aufgrund von Chancen in den USA in der CFL aussetzte. In jenem Jahr war McAllister eine Macht bei Kick-Returns – seiner eigentlichen Spezialität –, aber auch eine ständige Gefahr, wenn die Ticats ihn in der Offense einsetzten: Er fing 27 Pässe für 364 Yards (Durchschnitt von 13,5 Yards) und zwei Touchdowns und erzielte bei 13 Läufen 52 Yards Raumgewinn. Auch im Jahr 2026 sorgt McAllister bei Returns weiterhin für mächtig Wirbel (1.137 Yards) und verbuchte bereits einen Touchdown nach Punt-Return sowie zwei Touchdowns nach Returns verschossener Field Goals. In der Offense können sich die Zahlen bei – bislang – begrenzten Einsatzmöglichkeiten sehen lassen (37 Yards bei nur vier Läufen und 81 Yards bei nur vier gefangenen Pässen). Vor seinem starken Spiel gegen Winnipeg war McAllister seit Woche 4 nicht mehr als Passempfänger angespielt worden und hatte seit Woche 3 keinen Lauf mehr absolviert. Es ist gut möglich, dass die Stampeders bei McAllisters Einsatz in der Offense bislang nur an der Oberfläche dessen gekratzt haben, was möglich ist.
Torontos Quarterback Chad Kelly zeigte am Samstag erneut eine starke Leistung und verteilte die Bälle gekonnt über das gesamte Spielfeld; er warf zwei Touchdown Pässe und erzielte 197 Yards, bevor er noch vor Ende der ersten Halbzeit verletzungsbedingt aus dem Spiel ausschied. Er hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sein Team beim 26:12 Sieg gegen die BC Lions eine Führung herausspielte, die es bis zum Schluss nicht mehr abgab. Da nun eine spielfreie Woche ansteht, könnte es eine Weile dauern, bis wir Näheres über Kellys Status erfahren – und darüber, ob er kurz- oder langfristig ausfallen wird. Ohne Kelly als Quarterback werden die Argos Schiffbruch erleiden.
Wenn man seinen Stamm-Quarterback verliert – einen Spieler, der im ersten Saisondrittel durch sein starkes Passspiel geglänzt hat – ist es nur allzu verständlich, wenn man pessimistisch auf die weiteren Aussichten des Teams blickt. Schließlich gibt es einen Grund, warum Starter eben Starter sind. Doch sollte Kelly bei den Argos tatsächlich eine Zeit lang ausfallen, sollte man bedenken, dass Nick Arbuckle ein ehemaliger Grey Cup MVP (2024) ist und in der vergangenen Saison – vor dem vorzeitigen Ende seines Spieljahres – sogar als Kandidat für den MOP-Titel der East Division gehandelt wurde (4.370 Passing Yards in 15 Spielen).
Im zweiten Spiel in Folge wurde Edmonton Running Back Justin Rankin vom Gegner in Schach gehalten; die Saskatchewan Roughriders begrenzten ihn auf magere 39 Yards bei 12 Läufen. Zudem beschränkten die Riders den vielseitigen Running Back (der sowohl als Läufer als auch als Passempfänger gefährlich ist) auf 27 Yards bei drei gefangenen Pässen. Zweifellos zeigten die BC Lions, wie man Rankins Laufspiel effektiv unterbindet, indem sie ihn in zwei Spielen (Woche 5 und Woche 7) auf insgesamt 28 Yards bei 14 Läufen hielten. Und nun gelang es auch den Roughriders, Rankin in Woche 8 weitgehend in Schach zu halten. Das ist zweifellos frustrierend für Rankin und die Elks. Doch er ist nachweislich einer der besten Spieler der CFL, und es wäre töricht zu glauben, er würde nicht wieder zu alter Stärke zurückfinden. Wenn Cody Fajardo das Passspiel weiterhin mit hohem Tempo vorantreibt – wovon man getrost ausgehen kann – werden sich anpassende Defensiven gezwungen sehen, wieder etwas Raum für Rankin zu lassen. Er braucht nur ein kleines bisschen Platz.
Schlüter - 27.07.2026

Cody Fajardo spielte 2014 für Nevada. (© Getty Images)
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