Es hat geraume Zeit gedauert, aber jetzt haben sich die Arizona Cardinals mit ihrem vorgesehenen Stamm-Quarterback Jacoby Brissett geeinigt: Es gibt keine Vertragsverlängerung über die kommende Saison hinaus, aber eine erheblich bessere Entlohnung seiner Dienste.
Statt der vorgesehenen knapp fünf Millionen Dollar – für einen Starter – erhält er jetzt 15,5 Millionen mit der Chance, durch Boni auf bis zu 21 Millionen zu kommen. Danach wird Brissett wie vorgesehen zum Free Agent. Brissett verhandelte die Umstrukturierung des Arbeitspapiers selbst – ohne Manager – und sparte sich so eine ganze Menge Geld.
Im freiwilligen Part der Camps im Frühjahr waren weder Quarterback Brissett noch Pass Rusher Josh Sweat gesichtet worden. Das änderte sich jedoch mit Beginn der verpflichtenden Camps; denn dann bedeutet jeder Tag des Fernbleibens empfindliche Geldstrafen, auf die man sich ligaweit im letzten Vertrag zwischen Spielergewerkschaft und Liga (CBA genannt) geeinigt hatte. Dementsprechend tauchten auch beide Spieler zu diesem Zeitpunkt auf.
Der letztjährige Starter von 12 Partien wollte künftig auch wie ein Starter bezahlt werden. Die Arizona Cardinals hatten sich – auch auf Nachfrage im Vorfeld des Drafts – bewusst noch auf keinen Stamm-Quarterback festgelegt.
Brissett kam im Vorjahr bei seinen 12 Starts in 14 Partien auf 315 Pässe für 3.366 Yards und 23 Touchdowns bei acht Interceptions. Durchaus respektabel insgesamt, wenn man die Stärke des Kaders insgesamt ansieht; er hatte im Vorjahr einen Zwei-Jahres-Vertrag über (bis zu) 12.5 Millionen Dollar unterschrieben. Allerdings waren davon kaum noch garantierte Bestandteile übrig, so dass sein Wunsch auf Anhebung des Salärs durchaus nachvollziehbar war.
Brissett wurde nach seiner Zeit am College bei den Florida Gators und North Carolina State Wolfpack 2016 von den New England Patriots in der dritten Runde gedrafted; dort sollte er als Backup oder #3 fungieren.
In Brissetts Rookiesaison war Brady jedoch zunächst aufgrund DeflateGate gesperrt und so wurde Brissett Backup für Jimmy Garoppolo; der verletzte sich prompt in der zweiten Woche und so kam der Rookie in Woche #3 gleich zu seinem ersten NFL Start.
Er gewann gegen die Texans und nach seiner ersten Spielzeit wurde er für Wide Receiver Phillip Dorsett zu den Indianapolis Colts getradet. Bei den Colts blieb er insgesamt vier Jahre, bevor er 2021 als Backup bei den Miami Dolphins unterschrieb und 2022 bei den Cleveland Browns. Seitdem folgten eine Saison in Washington und 2024 eine Rückkehr nach New England, wo er sogar fünfmal startete.
In zehn Jahren absolvierte er 101 Spiele, davon 65 Starts, und erwarf 14.766 Yards und 76 Touchdowns bei 32 Interceptions; zudem erlief er noch einmal 1.224 Yards sowie 16 Touchdowns.
Keine sensationellen Werte, aber sicher besser als alles andere, was die Cardinals zuletzt aufbieten konnten. Weder Gardner Minshew noch Drittrundenrookie Carson Beck, der ebenfalls erst nach langer Zeit unterschrieben hatte, haben bessere Erfolgsaussichten als Brissett.
Jetzt kann Brissett als vorgesehener Starter auch ohne den Ballast der Vertragsauseinandersetzungen in die Saison gehen. In einer starken NFC West sind die Arizona Cardinals aber mit oder ohne Brissett nur ein Außenseiter angesichts der erfolgreichen Konkurrenz des Vorjahres. Aktuell werden Titelverteidiger Seattle Seahawks, die Los Angeles Rams (das Team mit der niedrigsten Quote bei den Buchmachern auf einen Super Bowl Sieg) und die San Francisco 49ers stärker eingeschätzt.
Carsten Keller - 26.07.2026

Jacoby Brissett verdient jetzt Starter-Geld (© Getty Images)
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