Aufschwung bei den Sooners

#10 QB John Mateer (Oklahoma Sooners)Oklahoma Quarterback John Mateer hat die Schwierigkeiten, die er bei den Niederlagen gegen Texas und Alabama in der vergangenen Saison erlebte, mittlerweile verarbeitet. Dennoch bleibt es schmerzhaft, sich diese Spiele noch einmal anzusehen. "Es ist sehr unangenehm, sich das anzusehen", sagte Mateer im Gespräch mit dem SEC Network anlässlich der Media Days. "Das ist es wirklich, und ich habe viel daraus gelernt." Die eine Spielszene, die Mateer während der gesamten Offseason besonders beschäftigt hat, war sein "Pick-6" bei der Niederlage der Sooners gegen die Crimson Tide im College Football Playoff. Die Defense von Alabama täuschte Mateer und er warf eine Interception, die kurz vor der Halbzeitpause zum Ausgleich führte. "Bei diesem einen Spielzug gegen Alabama haben sie mich erwischt", sagte Mateer. "Das haben sie. Es war ein schlechter Spielzug. Jeder weiß, wovon ich spreche. Ich habe unzählige Male darüber nachgedacht." Die Crimson Tide besiegten die Sooners schließlich mit 34:24 und Mateers Interception erwies sich als Wendepunkt. Nachdem er diesen Moment verarbeitet hat, will Mateer ihn nun nutzen, um sich im Jahr 2026 zu verbessern. "Ich werde daran wachsen", sagte Mateer.

Während ein einziger Fehler Mateers Playoff-Leistung gegen Alabama prägte, gab es bei der 6:23 Niederlage gegen Texas eine ganze Reihe schlechter Entscheidungen und ungenauer Würfe, die Oklahoma aus dem Konzept brachten. Mateer brachte nur 52,6 Prozent seiner Pässe an den Mann, er erzielte 202 Yards Raumgewinn und warf drei Interceptions. Obwohl seine Handoperation erst 17 Tage zurücklag, bereut Mateer seine Entscheidung zu spielen nicht – trotz des Ergebnisses. Mateer erklärte, er habe sich selbst etwas bewiesen: dass er trotz Schmerzen kämpfen konnte, um im wichtigsten Spiel der regulären Saison gemeinsam mit seinen Teamkollegen auf dem Platz zu stehen. "Ich bin froh, dass ich es getan habe, denn es hat mir gezeigt, dass man sich durch viele Schwierigkeiten kämpfen kann, auch wenn ich offensichtlich nicht bei 100 Prozent war", sagte Mateer. "Es war eine sehr schwierige Aufgabe. Ich bin froh, dass ich es versucht habe – auch wenn ich gescheitert bin."

Abgesehen von diesen beiden Rückschlägen zeigte Mateer in seiner ersten Saison bei Oklahoma großartige Leistungen. Der von Washington State gewechselte Spieler brachte 62,2 Prozent seiner Pässe für insgesamt 2.885 Yards, 14 Touchdowns und elf Interceptions an den Mann und erzielte zudem 439 Yards sowie acht Touchdowns im Laufspiel. Mateer hofft, die im vergangenen Jahr gewonnenen Erkenntnisse nutzen zu können, um Oklahoma in diesem Herbst auf ein neues Leistungsniveau zu heben.

In der vergangenen Saison nutzte Mateer seine Athletik für Spielzüge, die die Fans mitrissen – allerdings nicht immer aus den erhofften Gründen. Im Hinblick auf die Saison 2026 passt der Star von Oklahoma nach seiner Handverletzung sowohl seine Mentalität als auch seine Wurfbewegung an. Dank seiner Athletik kann Mateer sowohl innerhalb als auch außerhalb der "Pocket" viel bewirken – manchmal sogar zu viel – was ihm in den Spielen gegen Texas und Alabama zum Verhängnis wurde. Deshalb legt Mateer nun größeren Wert darauf, sich strikter an das Spielsystem von Offensive Coordinator Ben Arbuckle zu halten. Natürlich wird Mateer seine Instinkte nicht völlig ignorieren. "Ich hatte nie ein Problem damit, mich eng an das vorgegebene Spielsystem zu halten, denn die Chancen ergeben sich ohnehin – aber man darf dabei nicht seine Instinkte verlieren", sagte Mateer.

Ein weiterer Grund, warum Mateer häufiger nach Plan spielen möchte, ist die körperliche Belastung, die mit Improvisation einhergeht. Im vergangenen Herbst musste er zu viele harte Treffer einstecken. Weder er, noch die Sooners können es sich leisten, dass sich das wiederholt. "Wenn ich noch lange spielen will, muss ich dazu in der Lage sein", sagte Mateer. Mit der mentalen Neuausrichtung geht bei Mateer auch eine körperliche Umstellung einher. Seine Wurftechnik war schon zu seiner Zeit bei Washington State ungewöhnlich, doch seine technischen Grundlagen litten erheblich unter der Handverletzung im vergangenen Jahr; er sah sich gezwungen, dies durch Kompensationsbewegungen auszugleichen, um seinen Würfen dennoch die nötige Wucht zu verleihen. "Es ist gar nicht so anders", sagte Mateer über seine neue Wurftechnik. "Deshalb bin ich zuversichtlich, dass ich das umsetzen kann – auch dank der Trainingseinheiten, die ich absolviert habe. Es ist ein Bewegungsmuster, das ich schon bei Washington State hatte, das dann aber irgendwie verloren gegangen war."

Nach einer vielversprechenden ersten Saison in Norman hat Mateer die richtigen Worte gefunden: Er will Fehler der Vergangenheit korrigieren, um Oklahoma im kommenden Herbst zu einem tiefen Playoff-Lauf zu verhelfen. Wenn es Mateer gelingt, seine neue Einstellung und die verfeinerte Wurftechnik auch unter Wettkampfbedingungen abzurufen, sind den Sooners keine Grenzen gesetzt.

Schlüter - 25.07.2026

#10 QB John Mateer (Oklahoma Sooners)

#10 QB John Mateer (Oklahoma Sooners) (© Getty Images)

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