Bislang waren die Raiders Tirol wohl die größte Enttäuschung der Premierensaison der European Football Association: Das Team des neuen Head Coaches Shuan Fatah war bis zu dieser Woche noch sieglos und stand bei 0-7; ein Quarterbacktausch von Steven Karjewski, der auf der Injured Reserve Liste landete, zum erfahrenen Kenyatte Allen scheint die Lebensgeister der Tiroler geweckt zu haben.
Erst im Schlussviertel hatte er seine erste Incompletion (allerdings gefolgt von einer Interception wenig später), zuvor war er beim sensationellen 61:41 Auswärtssieg bei den um die Heim-Playoffs kämpfenden Frankfurter quasi perfekt und hatte die Partie außer Reichweite gebracht.
Der 31-jährige US-Amerikaner begann seine Karriere 2009 an der Miller Grove High School im Bundesstaat Georgia, wo er für die dortigen Wolverines spielte. Von 2013 bis 2014 spielte er am Arkansas Baptist College für die Buffaloes. Anschließend besuchte er die Robert Morris University, wo er bis 2017 für die Eagles auflief.
Dort stand er zweimal im 1st Team All-Conference und gewann mit seiner Mannschaft die erste Conference Championship in der Geschichte der Universität. 2018 spielte Allen für die Maine Mammoths in der National Arena League und für die University of Durham Saints in Großbritannien. Bei seinen weiteren Stationen handelte es sich um die Wataha Zielona Góra, Ingolstadt Dukes, Bismarck Bucks und die Allgäu Comets. Bei den Comets führte er in der Saison 2022 die GFL in Passing Touchdowns (43) an.
Für die Saison 2023 schloss er sich den Leipzig Kings in der ELF an, nach deren vorzeitigem Aus er zum Free Agent wurde. Seine Europareise führte ihn vorübergehend zu Stuttgart Surge (2023), wo er den verletzten Reilly Hennessey ersetzen durfte.
Weiter ging es zu den Potsdam Royals in die GFL, wo er mit den Royals im Rahmen eines Quarterback-Duos in das Endspiel einziehen und mit 33:23 auch gewinnen konnte. MVP wurde allerdings Xeaiver Bullock, der deutlich mehr Spielanteile hatte.
Kenyatte Allen wechselte für die aktuelle Spielzeit schon zu den Raiders Tirol – allerdings zum am Ende sieglosen AFL-Team, bei dem er jedoch vor zwei Wochen zum Team-MVP gewählt worden ist.
Womöglich wäre mit ihm also alles anders – im Sinne von besser – geworden. Oder die übrigen Tiroler Spieler haben erkannt, dass noch nicht die ganze Spielzeit verloren ist und sich dementsprechend gesteigert, um den letzten Strohhalm noch zu nutzen.
Die Galaxy steht jetzt bei 3-5, die Tiroler (1-2) haben mit dem Kantersieg den Tie Breaker für sich entscheiden können und die Prague Lions (2-5) in Sichtweite, die morgen die noch ungeschlagenen Munich Ravens (7-0) empfangen.
Noch ist nicht alles verloren für die Raiders...
Carsten Keller - 18.07.2026

Kenyatte Allen #17 half auch schon bei Stuttgart Surge aus (© Frank BAUMERT)
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