Spitzenreiter dominiert

Russell Tabor führte seine Offense ruhig zum deutlichen Sieg gegen die GalaxyDie Munich Ravens haben das zweite "deutsche Derby" gegen Frankfurt Galaxy im Sportpark Unterhaching vor nur 3.265 Zuschauern mit 38:5 gewonnen und das auch in der Höhe absolut verdient. Sie bleiben damit ungeschlagen, während die Hessen weiter um eine Playoffqualifikation kämpfen müssen.

Im Hinspiel waren die Frankfurter dank eines Kickoff Return Touchdowns von Cornerback Bijon Harris von Beginn an einem Rückstand hinterhergelaufen. Diesmal kickten sie zwar auch, aber diesmal zumindest nicht zu ihrem ehemaligen Mitspieler Harris.

München versuchte gleich zu Beginn das Tempo zu diktieren; ein weiter erster Pass zu Wide Receiver Louis Geyer konnte von diesem in höchster Bedrängnis nicht kontrolliert werden. Mit Läufen von Running Back Justus Seelig und einigen kurzen Pässen ging es trotzdem bis in die Red Zone. Seelig war es dann auch, der nahezu unberührt das letzte Yard zum 7:0 überbrücken konnte.

Bei den Gästen sah das offensiv deutlich mühsamer aus, so dass der erste Drive in einem Punt endete. Bei den Münchenern wurden vor allem Louis Geyer und mittlerweile auch Malik Stanley Jr vermehrt mit Pässen versorgt. Stanley Jr fiel dabei bei einem weiten Pass mit seinen vollen gut 100 Kilo auf Cornerback Finn Schwarzkopf, der behandelt werden musste.

Zu Beginn des zweiten Viertels erhöhten die Hausherrn per Field Goal auf 10:0 und als wenig später Julius Seelig tief aus der eigenen Hälfte über ungefähr 80 Yards die linke Seitenlinie entlang sprintete und erst kurz vor der Endzone gestoppt werden konnte, schien die Partie ihren erwarteten Verlauf zu nehmen. Louis Geyer erhöhte durch einen 10 Yards-Catch auf 17:0.

Ein Strip Sack beim folgenden Versuch brachte zwar nicht den Touchdown durch Defensive Liner Marius Bindl, aber Ballbesitz an der 5 Yard-Linie. Justus Seelig tankte sich durch die Mitte, soll laut den Schiedsrichtern aber vor der Endzone gestoppt worden sein. Zwei Läufe später durfte er dann doch zum 23:0 jubeln.

Durch viele Turnover und Scores zog sich das zweite Viertel überdurchschnittlich lang und dauerte gut 50 Minuten, was angesichts Temperaturen um die 28 Grad nicht nur für die Spieler anstrengend war.

Frankfurts Wide Receiver Brevin Easton, der im Hinspiel noch überragend agiert hatte, war bis dahin - wie die gesamte Offense der Hessen - überhaupt kein Faktor. München ging folglich mit einer hochverdienten 23:0 Führung in die Pause.

Für die zweite Hälfte hatten sich die Gäste anscheinend einiges vorgenommen und starteten mit ihrem ersten wirklich erfolgversprechenden Drive. Brevin Easton fing einen Pass im dritten Versuch an der Ecke der Endzone zum vermeintlich ersten Touchdown der Gäste. Kendral Ellison bemühte seine Challenge-Flagge (obwohl ein Score üblicherweise sowieso überprüft wird, wie im Hinspiel durch Head Coach Kösling explizit erklärt worden war) und bekam Recht. Ein abgewehrter Pass im vierten Versuch beließ die Galaxy bei 0 Punkten.

Die bereits für die Playoffs qualifizierten Münchener blieben das dominierende Team, obwohl es objektiv nur noch um wenig ging: Beide Halbfinalspiele werden in Frankfurt ausgetragen werden, so dass es für sie nur um die Platzierung und damit lediglich den Gegner geht.

Einmal mehr Louis Geyer stellte auf 31:0 knapp vier Minuten vor Ende des dritten Viertels und auch die Two Point Conversion per Direct Snap zu Justus Seelig gelang. Auch hier bemühte Ellison die rote Challengeflag erfolgreich, nachdem das zuvor schon mehrfach wackelnde Schiedsrichterteam um Frank Kristensen zunächst auf Fehlversuch entschieden hatte.

Im Schlussviertel ließen dann beide Head Coaches ihre Backup Quarterbacks auflaufen, was prompt zu den ersten Punkten für die Gäste führte, als ein Snap über den Kopf von Münchens Levin Adrom segelte.

Später gab es noch ein Field Goal der Hessen durch Kicker Rimmler sowie einen Touchdown von Münchens Running Back Benedikt Pohler, der das meiste aus seiner Spielzeit machte.

München bewies eindrucksvoll, warum sie aktuell der Goldstandard der Liga sind. Die Frankfurter müssen weiter um einen Playoffeinzug bangen.

Kommende Woche empfängt die Galaxy den österreichischen Vertreter Raiders Tirol; Kickoff ist am Samstag um 15:15 Uhr. Die Munich Ravens treten Sonntag um 13 Uhr bei den Prague Lions an.



Carsten Keller - 12.07.2026

Russell Tabor führte seine Offense ruhig zum deutlichen Sieg gegen die Galaxy

Russell Tabor führte seine Offense ruhig zum deutlichen Sieg gegen die Galaxy (© Carsten Keller)

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