Exakte Revanche für Ravensburg

Ravensburg hatte Pforzheim diesmal im Griff.Es war das erwartet harte Duell von Ravensburg Razorbacks und Pforzheim Wilddogs. Für die Ravensburger endete es mit einem Statement, dass man doch ins Rennen um die vorderen Plätze der GFL Süd eingreifen kann. Für die Pforzheimer mit einer herben Enttäuschung, hatten sie mit einem solchen Verlauf nicht gerechnet. Mit dem 28:10-Sieg der ifm Ravensburg Razorbacks gelang denen das besondere Kunststück, das Resultat des Hinspiels (das die Wilddogs zu Hause 28:10 gewannen) exakt auszugleichen.

Übrig bleibt für die Pforzheimer so erst einmal ein Vorsprung von 100 Punkten in der Gesamtpunktdifferenz und vorerst eine Niederlage weniger. Allerdings spielt Ravensburg noch dreimal gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte, Pforzheim nur noch einmal. Der Angriff der Razorbacks hatte in deren bisher zwei Spielen gegen diese Teams jeweils über 40 Punkte Vorsprung herausspielen können. Für die Wilddogs ist so wohl die Chance auf Rang eins nur noch minimal. Statt eines erhofften "Endspiels" um die Tabellenführung gegen Schwäbisch Hall in zwei Wochen gibt es nun die Gefahr, durch eine Niederlage gegen die Unicorns wieder - wie schon im letzten Jahr - nach einer sehr starken ersten Saisonhälfte doch noch auf die Plätze durchgereicht zu werden, die schon im Viertelfinale eine Reise zu den Top-Teams des Nordens bescheren werden.

Von der ersten Minute an lief bei den Pforzheimern in Ravensburg fast nichts zusammen. Defensiv ging es am Anfang ja noch, als die Razorbacks nach einem starken Return an der 50-Yard-Line starteten und die Pforzheimer Verteidigung in der Red Zone stand hielt. Nick Olivier verteidigte beim vierten Versuch einen Pass an der 2-Yard-Line spektakulär. Doch die eigene Offense, die das Spiel tief in der eigenen Hälfte aufnehmen musste, fand überhaupt keinen Rhythmus. Eigene Fouls machten vielversprechende Ansätze zunichte. Ravensburg nutzte die Pforzheimer Inkonsequenz im nächsten Drive eiskalt aus und ging durch ein Big Play von Aniel Busse mit 7:0 in Führung.

Im zweiten Viertel bot sich den mitgereisten Fans ein zähes Bild. Die Offense der Wilddogs leistete sich zu viele Fehler. Besonders die ständigen Raumverluste durch Holdings trieben die Frustration in die Höhe – gefühlt sammelten die Wilddogs zu diesem Zeitpunkt mehr Straf-Yards als Raumgewinn durch eigene Spielzüge. Dennoch keimte kurz Hoffnung auf: Ein präziser, kurzer Pass auf Raymond Fragose brachte den Touchdown zum 7:7. Die Freude währte jedoch nur kurz, denn Ravensburg antwortete prompt mit dem 14:7. Kurz vor der Pause fing Nick Olivier zwar noch eine Interception ab, doch der emotionale Wendepunkt blieb aus.

Nach der Pause übernahm Ravensburg komplett das Kommando. Die Wilddogs durften die zweite Hälfte mit Ballbesitz eröffnen, mussten aber schnell per Punt abgeben. Ravensburg hingegen rollte unaufhaltsam und baute die Führung durch ein Field Goal auf 17:7 aus. Im vierten Viertel brachte ein Fumble die Gastgeber erneut schneller als geplant in Ballbesitz, was AJ Harris mit einem weiteren Touchdown und einer erfolgreichen Two-Point-Conversion zum 28:7 bestrafte. Damit drohte den Wilddogs nicht nur eine krachende Niederlage, sondern auch der Verlust des wichtigen direkten Vergleichs, der am Ende der Saison über die Playoff-Platzierung entscheiden kann.

40 Sekunden vor dem Ende und vor 18 zu überbrückenden Yards mobilisierten die Wilddogs die allerletzten Kräfte. Ein erster Field-Goal-Versuch bei auslaufender Uhr ging links vorbei, doch ein Offside der Ravensburger Defense bescherte Pforzheim einen weiteren Anlauf. Dieses Mal saß der Kick. Mit dem Schlusspfiff verkürzten die Wilddogs auf 10:28 und glichen damit den direkten Vergleich zum exakt identischen Hinspiel punktgenau aus.

Pforzheims Head Coach Michael Lang fand nach dem Spiel deutliche Worte: "Ein Tag zum Vergessen. Wir kamen nie in Schwung und dann haben wir uns komplett den Schneid abkaufen lassen. Und wenn es dann schon nicht läuft, dann kommt noch Pech dazu. Die Flaggen haben es uns nicht leichter gemacht. Einziger Lichtblick war das verwandelte Field Goal am Ende, um den direkten Vergleich auszugleichen."

Trotz des Dämpfers bleiben die Wilddogs vorerst auf dem zweiten Tabellenplatz der GFL, da der ungeschlagene Spitzenreiter Schwäbisch Hall Unicorns parallel seiner Favoritenrolle in Regensburg gerecht wurde. In zwei Wochen am 18. Juli kommt es nun zum direkten Kracher gegen Hall zu Hause in der Kramski-Arena, angesichts dieser Vorstellung in Ravensburg dürfte man den Wilddogs da ein extrem hartes Stück Arbeit prognostizieren. Um das große Ziel der Heim-Playoffs wird man ziemlich fighten müssen.

Daniel Weber - 05.07.2026

Ravensburg hatte Pforzheim diesmal im Griff.

Ravensburg hatte Pforzheim diesmal im Griff. (© Nisch / Pforzheim Wilddogs)

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