Unter Flutlicht und bei großer Hitze in Karlsruhe haben die Reutlingen Eagles einen echten Football-Krimi für sich entschieden. Nach Verlängerung setzten sie sich am siebten Spieltag in der Regionalliga Südwest bei den KIT SC Engineers mit 22:21 durch. Beide Titelkandidaten hatten die Partie zuvor wegen der hohen Temperaturen einvernehmlich auf 20 Uhr und auf den KIT-Kunstrasen mit Flutlicht verlegt.
Von Beginn an entwickelte sich das erwartete Duell auf Augenhöhe. Die Abwehrreihen dominierten zunächst, aus der Hitzeschlacht wurde ein intensiv geführtes, körperlich geprägtes Spiel ohne großen Raumgewinn. Ein Field-Goal-Versuch der Eagles blieb ohne Erfolg. Im zweiten Viertel nutzte Karlsruhe seine Chancen konsequent: Ein Lauf von Quarterback Séri Cató Zoua und ein Trickspielzug brachten Punkte, 14:0 stand es zur Pause.
Auch in der zweiten Hälfte tat sich Reutlingen offensiv schwer. Lediglich einzelne Akzente von Receiver Nils Wortmann sorgten für Entlastung, während Karlsruhe nach einer Verletzung von Zoua offensiv umstellen musste, die Führung aber zunächst hielt. Im Schlussviertel steigerten sich die Eagles deutlich. Quarterback Jackson Burkhalter fand Wortmann zum Touchdown, wenig später gelang Running Back Pascal Lauber der Ausgleich zum 14:14 - die Entscheidung fiel in der Overtime. Dort legte Karlsruhe zunächst zum 21:14 vor, ehe Reutlingen antwortete: Burkhalter erneut auf Wortmann zum 20:21.
Den Extrapunktversuch zum Ausgleich vergaben die Reutlinger, doch ein Foul der Karlsruher im Spielzug eröffnete ihnen doch noch die Chance: Statt eines Kicks entschieden sich die Eagles dann für die Two-Point-Conversion – Running Back Luis List lief zum 22:21-Endstand in die Endzone. "Das war ein extrem wichtiger Sieg gegen einen sehr starken Gegner. Ein großes Kompliment an das gesamte Team sowie an alle Helfer und Unterstützer bei dieser Hitze", sagte Eagles-Head-Coach Michael Häring.
Damit bleibt Reutlingen mit 6:1 Siegen Spitzenreiter in der Regionalliga Südwest. Am Sonntag 5. Juli geht es für die Eagles zu den Freiburg Sacristans, das erste von drei verbleibenden Spielen für die Reutlinger. Parallel spielen Leonberg Alligators und Karlsruhe Engineers gegeneinander, die beiden anderen Aspiranten auf Rang eins. Für Karlsruhe dürfte sich der Ligatitel aufgrund der dramatischen Niederlage allerdings nun erledigt haben - Reutlingen spielt nur noch drei Partien gehen Mannschaften der unteren Tabellenhälfte und müsste nun schon zweimal dabei verlieren, sollen die Engineers noch Chancen haben, die Eagles in der Tabelle zu überholen.
Wichtig ist die Partie aber natürlich auch für die Chancen der Leonberger. Sie hatten in Hin- und Rückspiel gegen die Reutlingen Eagles einen absoluten Gleichstand im Direktvergleich erreicht. Bei einem Sieg gegen Karlsruhe und den eher wahrscheinlichen weiteren Erfolgen von Eagles und Alligators in den übrigen Spielen würde es am Schluss auf die Gesamtpunktbilanz ankommen. Derzeit liegt Reutlingen mit einer Punktdifferenz von 112 gegenüber Leonbergs 75 recht klar vorn. Aber: Leonberg hat mit dem Nachholspiel gegen Holzgerlingen nach der Hitzeabsage noch ein Spiel mehr Gelegenheit, diese Bilanz aufzupolieren. Reutlingen hat seine beiden Partien gegen Twister bereits absolviert und dabei 86 Punkte Vorsprung insgesamt verbucht. Auch mit einem knappen Sieg gegen Karlsruhe bleibt Leonberg also im Rennen.
Daniel Weber - 29.06.2026

Die Reutlingen Eagles zielen weiter auf den Regionalliga-Meistertitel. (© Frank BAUMERT)
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Am sechsten Spieltag der Regionalliga Südwest haben die Reutlingen Eagles das Gipfeltreffen bei den bis dahin ungeschlagenen Leonberg Alligators mit 26:7 gewonnen. Die Partie hatte mit einem Rückschlag für die Gäste begonnen: Ein Fumble im ersten Drive führte direkt zum frühen 0:7. Bei hochsommerlichen Temperaturen entwickelte sich danach zunächst ein intensiver Defensivkampf. Am Ende aber siegten die Gäste sogar hoch genug,...
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