Die Tabellenführung der EFA hat gewechselt: Im Spitzenspiel der zuvor ungeschlagenen Teams konnten sich die Munich Ravens in einer hochkarätigen und bis zur Schlussminute spannenden Partie mit 37:34 gegen Nordic Storm durchsetzen. Ein Spitzenspiel, das die Bezeichnung auch wirklich verdient hatte.
Zu Beginn taten sich die Hausherrn schwer und sorgten mit einem Fumble von Running Back Justus Seelig sowie einer Interception von Safety Luke Glenna gegen Quarterback Russell Tabor schnell für zwei Turnover.
Bei Storm klappte das deutlich besser: Ein Catch von Receiver Simon Fons stellte auf 0:7, ein Run von Glen Toonga nach der Interception erhöhte sogar auf 0:14.
Ein Fang von Receiver Sixten Dragan brachte die Ravens endlich ebenfalls aufs Scoreboard. Und auch die Gäste hatten jetzt mit Problemen bei der Vollstreckung zu kämpfen: Erst ließ der sonst so fangsichere Receiver Brendan Beaulieu einen Pass für vermeintlich sichere sieben Punkte fallen und "dank" eines schlechten Snaps reichte es dann noch nicht einmal für drei Punkte.
Russell Tabor fand in Safety Glenna einmal mehr seinen Meister, der einen weiteren Pass – diesmal sogar in der Endzone - abfangen konnte.
Vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst erlief Running Back Justus Seelig den Ausgleich und es schien unentschieden in die Kabinen zu gehen. Allerdings war Storm Quarterback Jadrian Clark noch nicht fertig: Er schickte Brendan Beaulieu auf die Reise und der tankte sich durch mehrere Tackleversuche bis in die Endzone zum 14:21 Pausenstand.
Das dritte Viertel brachte neben mehreren vergebenen Chancen eine Verletzung von Storm Running Back Toonga, der aber nach länger Behandlung wieder aufs Feld zurückkehren konnte. Trotzdem schraubten die Gäste die Führung durch einen Fang von Receiver Jakob Green wieder auf 14 Punkte hoch.
Punkte gab es erst wieder im Schlussviertel – und wie: Russell Tabor übernahm Verantwortung und erlief den 21:28 Touchdown selbst. Wenig später war es Justus Seelig, der mit seinem zweiten Touchdown plus anschließendem erfolgreichen Two Point-Versuch von Tabor für die erste Führung der Hausherrn überhaupt sorgen konnte.
Doch damit noch lange nicht genug: Beaulieu war es erneut, der auf 29:34 stellen konnte; die Two Point Conversion klappte aber nicht.
Die Ravens witterten ihre Chance – und nutzten sie. Eine Pass Interference gegen Malik Stanley sorgte für weiten Raumgewinn, Russell Tabor wandelte die gute Feldposition für seinen zweiten Touchdown der Partie um. Auf dieser Seite klappte auch der Versuch für zwei Punkte durch einen Lauf von Justus Seelig.
Aber die Gästen hatten noch Zeit – genau 24 Sekunden. Das reichte, um bis in die Red Zone zu kommen, aber weder ein Pass in die Endzone fand sein Ziel noch konnte der vermeintliche Kick zum Ausgleich zwischen den Stangen untergebracht werden. So triumphierten die Ravens am Ende trotz einer ganzen Reihe Turnover mit 37:34 und bleiben das Maß der Dinge in der EFA.
Man kann aber davon ausgehen, dass diese Paarung auch eine absolut würdige Endspielgegnung wäre.
Kommende Woche treten die Ravens bei den Raiders Tirol in Innsbruck an; Kickoff ist um 18 Uhr am Samstag. Nordic Storm hat derweil eine Bye Week.
Carsten Keller - 28.06.2026

Bei Russell Tabor wechselten sich heute Licht und Schatten ab (© Carsten Keller)
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