Rhein Fire hat im Rennen um die Spitze der American Football League Europe ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Mit einem souveränen 45:13 Auswärtssieg bei den Alpine Rams untermauerten die Rheinländer ihre Titelambitionen und entschieden die Partie in der Tissot Arena praktisch schon vor der Halbzeit. Quarterback Kenji Bahar spielte eine herausragende erste Hälfte, warf fünf Touchdown-Pässe und führte sein Team zu einer 38:0 Pausenführung, von der sich die Gastgeber nie mehr erholen konnten.
Bereits der erste Drive zeigte die Marschrichtung. Bahar führte Rhein Fire mit einem ausgewogenen Mix aus Lauf und Pass über das Feld und fand Running Back Jonathan Scott aus drei Yards zur frühen Führung. Noch bitterer begann der Abend für die Alpine Rams wenig später. Quarterback Seth Morgan wurde bei seinem ersten Passversuch von Cornerback Justin Howell abgefangen. Die Gäste erhielten den Ball tief in der gegnerischen Hälfte zurück und nutzten das Geschenk eiskalt aus. Wenige Spielzüge später bediente Bahar Tight End Tim Sauerland über 26 Yards zum 14:0. Nach nicht einmal acht Minuten hatte Fire bereits zwei Touchdowns erzielt und die Kontrolle übernommen.
Während Rhein Fire in der Offensive nahezu fehlerfrei agierte, fand Alpine offensiv überhaupt keinen Rhythmus. Immer wieder scheiterten die Gastgeber an der aggressiven Defense der Rheinländer oder leisteten sich folgenschwere Ballverluste. Nach einem langen Drive musste sich Fire zunächst mit einem 37-Yard-Field-Goal von Sebastian Van Santen begnügen. Doch nur wenige Sekunden später verlor Returner Igor Bujok nach dem Kickoff den Ball. Kicker Van Santen selbst sicherte den Fumble und brachte seine Offense sofort wieder in aussichtsreiche Feldposition. Bahar benötigte lediglich einen Spielzug, um Joshua Scott zum nächsten Touchdown zu bedienen. Innerhalb weniger Augenblicke war aus einer komfortablen Führung ein 24:0 geworden.
Spätestens im zweiten Viertel entwickelte sich die Partie zu einer einseitigen Angelegenheit. Running Back Marvellous Imade erhöhte mit einem zwölf-Yard-Lauf auf 31:0, ehe die Defense erneut zuschlug. Safety Nazir Streater fing zunächst einen Pass von Seth Morgan ab und leitete damit den nächsten Ballbesitz ein. Kurz vor der Halbzeit sorgte derselbe Spieler für das nächste Highlight, als er einen Pass in der eigenen Endzone abfing und damit den vierten Ballverlust der Rams in der ersten Hälfte besiegelte. Rhein Fire nutzte auch diese Gelegenheit konsequent. Mit nur noch 19 Sekunden auf der Uhr warf Bahar seinen vierten Touchdown-Pass der ersten Halbzeit erneut auf Tim Sauerland und stellte auf 38:0. Der Quarterback hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über 300 Passing Yards gesammelt und spielte eine nahezu perfekte erste Spielhälfte.
Bei Temperaturen von rund 36 Grad wurde die zweite Halbzeit deutlich ereignisärmer. Aufgrund der Hitze entschieden sich die Verantwortlichen dafür, die Uhr in vielen Situationen durchlaufen zu lassen, wodurch die verbleibenden beiden Viertel außergewöhnlich schnell vergingen. Alpine zeigte dennoch Moral. Ein 64 Yard Kickoff Return von Chad Walrond brachte endlich Energie ins Stadion. Wenig später vollendete Lionel Bangala den Drive mit einem neun Yards Touchdown Lauf zum ersten Score der Gastgeber.
Rhein Fire ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Nachdem Luis Fiedler Quarterback Seth Morgan sackte und dabei einen Fumble forcierte, brachte Aaron Grosse den Ball erneut in den Besitz der Gäste. Bahar führte den kurzen Drive souverän zu Ende und fand Leon Hoeltker mit einem sieben Yards Touchdown Pass. Es war bereits sein fünfter Touchdown Pass des Tages und der Schlusspunkt einer überragenden Vorstellung des Spielmachers.
Die Rams betrieben in der Schlussphase lediglich noch Ergebniskosmetik. Seth Morgan fand Kevin Kaya mit einem 14 Yard Pass in der Endzone, der Extrapunkt misslang allerdings. Am klaren Ausgang änderte das nichts mehr. Rhein Fire brachte die verbleibende Zeit souverän über die Uhr und feierte einen ungefährdeten 45:13 Auswärtssieg.
Die Zahlen unterstrichen die Dominanz der Gäste eindrucksvoll. Rhein Fire erzielte 416 Total Yards, kontrollierte den Ball fast 41 Minuten und gewann das Turnover Duell klar mit 5:0. Bahar brachte 22 seiner 31 Pässe für 326 Yards und fünf Touchdowns an. Tim Sauerland fing vier Bälle für 93 Yards und zwei Touchdowns, während Harlan Kwofie mit 96 Receiving Yards erneut wichtigster Raumgewinner war. Defensiv ragte Nazir Streater mit zwei Interceptions heraus, Justin Howell steuerte einen weiteren Ballgewinn bei. Auf Seiten der Rams war Lionel Bangala mit 68 Rushing Yards und einem Touchdown einer der wenigen Lichtblicke eines insgesamt enttäuschenden Auftritts.
Mit dem vierten Saisonsieg geht Rhein Fire selbstbewusst in die spielfreie Woche und bestätigt einmal mehr seine Rolle als einer der großen Titelanwärter der AFLE. Die Alpine Rams hingegen müssen die deutliche Heimniederlage schnell aufarbeiten. Nach einer ersten Halbzeit zum Vergessen bleibt ihnen die Hoffnung, die positiven Ansätze nach der Pause mit in die zweite Saisonhälfte nehmen zu können.
PassionPress - 28.06.2026

Running Back Marvellous Imade (© Foot Bowl/Rico D.)
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