Rhein Fire übersteht Berliner Offensivspektakel vor nur 4.907 Zuschauern

Rhein Fire FansRhein Fire hat seine Favoritenrolle im deutschen Duell der American Football League Europe bestätigt, musste beim 45:36 gegen Berlin Thunder jedoch deutlich mehr investieren als viele Beobachter erwartet hatten. Vor 4.907 Zuschauern in der Schauinsland Reisen Arena entwickelte sich trotz hochsommerlicher Temperaturen ein offensiver Schlagabtausch, der bis in die Schlussminuten offen blieb. Für Rhein Fire bedeutete der Erfolg die Verteidigung der Tabellenführung in der North West Conference, während Berlin Thunder trotz der Niederlage mit einer ihrer stärksten Saisonleistungen auf sich aufmerksam machte.

Besonders bemerkenswert war die Präsenz von Patrick Esume an der Seitenlinie. Der ehemalige Commissioner der European League of Football verfolgte die Begegnung in Duisburg persönlich. Ob der Besuch rein privater Natur war, um alte Weggefährten zu treffen, oder ob ein offizieller Hintergrund bestand, blieb zunächst offen.

Sportlich erwischte Rhein Fire den besseren Start. Bereits im ersten Drive führte Quarterback Kenji Bahar seine Offense über das Feld und fand Kaylon Geiger zum ersten Touchdown des Tages. Geiger entwickelte sich im weiteren Verlauf zum Albtraum der Berliner Secondary und fing fünf Pässe für 146 Yards sowie zwei Touchdowns. Besonders sein 80 Yard Touchdown im ersten Viertel sorgte für Begeisterung auf den Rängen und unterstrich die Explosivität der Fire Offense.

Doch Berlin Thunder präsentierte sich völlig anders als in vielen vorherigen Spielen der Saison. Die Hauptstädter kombinierten ein effektives Laufspiel mit einem variablen Passangriff und brachten Rhein Fire immer wieder in Schwierigkeiten. Quarterback Jakeb Sullivan spielte eine starke Partie und brachte 26 seiner 39 Pässe für 329 Yards und drei Touchdowns an. Unterstützt wurde er von Running Back Kai Hunter, der neben 58 Rushing Yards auch zwei Touchdowns erzielte. Zusätzlich sorgte Tomiwa Oyewo mit mehreren explosiven Läufen immer wieder für Raumgewinn. Insgesamt sammelte Berlin 465 Yards Raumgewinn und kontrollierte den Ball sogar 35 Minuten lang.

Dennoch gelang es Rhein Fire immer wieder, im richtigen Moment Antworten zu finden. Harlan Kwofie fing acht Pässe für 128 Yards und einen Touchdown, während Christopher Mielke ebenfalls einen Touchdown beisteuerte. Jonathan Scott übernahm im Laufspiel zunehmend Verantwortung und erzielte am Ende 130 Rushing Yards sowie zwei Touchdowns. Besonders im letzten Viertel zeigte sich die Klasse des Running Backs, als er einen langen Drive nahezu im Alleingang über das Feld trug und Rhein Fire kurz vor Schluss mit seinem zweiten Touchdown auf 45:36 davonziehen ließ.

Die möglicherweise spielentscheidende Szene ereignete sich Mitte des dritten Viertels. Nachdem Berlin gerade dabei war, erneut Druck aufzubauen, wurde ein Pass von Sullivan durch Justin Howell abgefangen. Die Interception brachte Rhein Fire in hervorragende Feldposition, die wenig später durch einen Jonathan Scott Touchdown genutzt wurde. Statt eines möglichen Berliner Ausgleichs wuchs die Führung der Gastgeber auf zwei Scores an.

Auch die Defensive von Rhein Fire fand in den entscheidenden Momenten Lösungen. Zwar ließ die Verteidigung insgesamt 36 Punkte und über 460 Yards zu, doch insbesondere in der Schlussphase erhöhten die Gastgeber den Druck auf Sullivan. Diego Paz, Jason Chikere, Fry Mosquera und Remy Feltes sorgten für wichtige Sacks und verhinderten eine mögliche Aufholjagd der Berliner.

Für Rhein Fire dürfte der Sieg dennoch einige Fragen aufwerfen. Die Offense funktionierte auf gewohnt hohem Niveau und produzierte beeindruckende 539 Total Yards bei nur 54 Spielzügen. Gleichzeitig offenbarte die Defense ungewohnte Schwächen gegen eine Berliner Mannschaft, die offensiv ihre bislang beste Saisonleistung zeigte.

Neben dem sportlichen Ergebnis dürfte in Duisburg auch die Zuschauerzahl für Diskussionen sorgen. Zwar bedeuteten 4.907 Besucher eine Steigerung gegenüber den beiden vorherigen Heimspielen, gemessen an den Ansprüchen und der Strahlkraft von Rhein Fire bleibt diese Zahl jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Während Berlin Thunder nun in die Bye Week geht und trotz der Niederlage viel Positives aus Duisburg mitnehmen kann, reist Rhein Fire mit Rückenwind in die Schweiz. Dort wartet mit den Alpine Rams die nächste Aufgabe auf den Titelanwärter aus Nordrhein Westfalen.

Foot Bowl - 22.06.2026

Rhein Fire Fans

Rhein Fire Fans (© Foot Bowl / Just Shots)

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