In loser Reihenfolge stellen wir hier immer einmal NFL-Reiseziele vor, die idealerweise hilfreich für eine Planung im Vorfeld sind. Diesmal wird Cleveland ins Scheinwerferlicht gerückt – eine Stadt, die immer wieder mit einem negativen Ruf versehen wird. Zu Unrecht?
Anreise
Cleveland hat einen internationalen Flughafen, der aber von Deutschland aus keine Direktverbindung bietet und deshalb über ein Drehkreuz angeflogen werden muss. Der Cleveland Hopkins International Airport ist überschaubar. Das größte Drehkreuz in der Nähe ist der Detroit Metro Airport (DTW) | Wayne County Airport, von wo es flugtechnisch nur ein Katzensprung den Lake Eerie entlang nach Cleveland ist.
Von Detroit aus benötigt man auch nur gut 2,5 Stunden mit dem Auto, wenn man die westliche Route um den See über Toledo nimmt. Wählt man die "Aussichtsroute" durch Kanada östlich um den See, kommt man an den Niagara Fällen vorbei, benötigt aber auch knapp 7 Stunden. Hier lohnt sich aber ein Halt beim (demnächst neuen) Stadion der Buffalo Bills, das ebenfalls am Weg liegt. Ansonsten halten sich die Ausflugsziele auf dieser Strecke eher in Grenzen.
Übernachtung
Hotels in der Stadt sind – wie überall in den USA - nicht mehr allzu günstig. Aber auch hier gibt es reichlich Auswahl, wenn gerade Normalbetrieb herrscht. Dadurch, dass der Ruf der Stadt durchwachsen ist, bekommt man eigentlich immer problemlos ein Zimmer.
Sehenswürdigkeiten
Davon hat die Stadt wirklich einige zu bieten: Die Rock n Roll Hall of Fame liegt direkt neben dem (bisherigen) Stadion der Browns. Es ist direkt am Ufer des Lake Eerie gelegen und fällt durch seine markante Glaspyramide am Eingang schnell auf. Hier kann man als Musikfan mehrere Stunden gut verbringen, wobei der Eintritt für deutsche Verhältnisse durchaus happig ist (ca. 40 Dollar).
Gerade im Sommer laden auch einige Strände am See zum Verweilen ein. Am See sind zudem einige "Cleveland"-Schriftzüge platziert, die der Instagram-Generation viele nette Fotos bescheren.
Gut eine Autotunde südlich von Cleveland befindet sich die Geburtsstadt des professionellen Footballs in Canton / Ohio. Dort trafen sich vor gut 100 Jahren einige Teambesitzer und gründeten die NFL. Daran erinnert zum Einen eine Skulptur mitten in der Kleinstadt und zum Anderen vor allem die Pro Football Hall of Fame. Ein absolutes Muss für jeden Footballfan. Empfohlen werden für einen Besuch so 2-3 Stunden, aber auch 5-6 sind alles andere als außgergewöhnlich. Der Eintritt liegt hier sogar bei 46 Dollar für Erwachsene.
Spezialität
Cleveland glänzt mit sehr guten Sandwiches, aber auch Gerichten der durchaus zahlreichen Einwanderer, die einst für die boomende Stahlindustrie angelockt worden waren. Die Stahlindustrie ist mittlerweile überschaubar – Cleveland gehört zum "Rust Belt" – dem Rostgürtel der USA. Das Essen ist aber gut geblieben.
Das Stadion
Die Browns spielen noch im Huntington Bank Field, das auch gerne "Mistake by the Lake" genannt wird. Das Stadion stammt aus der Zeit, als die Browns ihre "Wiedergeburt" Ende der 90er feiern durften, nachdem die Franchise zuvor in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vom Besitzer Art Modell nach Baltimore umgezogen wurde.
Modell konnte anschließend keinen Fuß mehr in die Stadt setzen, die NFL handelte einen Kompromiss aus, dass die Browns als Expansion-Franchise zurückkehren durften.
Die fanatischen und gleichermaßen leidgeprüften Anhänger der Browns haben ihre Plätze im "Dawg Pound".
In wenigen Jahren steht jedoch der Umzug in die neue Heimat in Brook Park an, östlich des Airports gelegen. Das dann komplett geschlossene Stadion soll 2029 eröffnet werden.
Fazit
Cleveland war einen Ausflug wert! Zwei Tage kann man durchaus gut unterhalten werden. Ohne Besuch der Football Hall of Fame darf man keinesfalls wieder fahren...
Carsten Keller - 21.06.2026

Schöne Ecken, zwei top Hall of Fames - Cleveland hat gute Seiten (© Carsten Keller)
Leser-Bewertung dieses Beitrags: