Früher Hoffnungsschimmer, später Ernüchterung

Trickspielzug - Gabriel 'Gabe' Quigley wirft den BallDie Allgäu Comets hatten sich viel vorgenommen, standen am Ende aber erneut mit leeren Händen da. Beim Tabellenzweiten Pforzheim Wilddogs unterlag die Mannschaft von Head Coach Mark Priegnitz deutlich mit 13:61 und kassierte damit die fünfte Niederlage der laufenden GFL Saison. Dabei begann der Nachmittag aus Sicht der Kemptener nahezu perfekt.

Gleich im ersten Offense Play überraschten die Comets die Gastgeber mit einem Trickspielzug. Wide Receiver Gabe Quigley übernahm die Rolle des Passgebers und fand Elias Krailjevic mit einem 75 Yard Touchdown Pass zur frühen 7:0 Führung. Für einen kurzen Moment schien es, als könnten die Allgäuer dem Favoriten einen unangenehmen Nachmittag bereiten. Die Szene erinnerte dabei nicht zufällig an das erste GFL Spiel der Wilddogs im Vorjahr. Damals hatten die Pforzheimer gegen die Comets selbst mit einem Trickspielzug eröffnet. Nun bekamen sie ihre eigene Medizin serviert.

Doch was danach folgte, war eine Demonstration der Stärke des Aufstiegsjahrgangs aus Baden-Württemberg. Die Wilddogs antworteten zunächst mit einem eigenen Touchdown Drive und übernahmen anschließend durch zwei Interception Return Touchdowns komplett die Kontrolle über die Partie. Innerhalb weniger Minuten wurde aus einer Comets Führung ein 7:21 Rückstand. Quarterback Brad Jones warf bereits im ersten Viertel zwei Interceptions, die beide direkt in die Endzone zurückgetragen wurden. Die Partie war damit früh in eine Richtung gekippt, aus der die Gäste nicht mehr zurückfinden sollten.

Die Zahlen verdeutlichen die Probleme. Die Comets produzierten insgesamt vier Turnover, darunter drei Interceptions von Jones und einen verlorenen Fumble. Gleichzeitig ließ die Defensive der Wilddogs kaum Raum zur Entfaltung. Das Laufspiel der Allgäuer kam praktisch nie ins Rollen und brachte am Ende lediglich 32 Yards zustande. Insgesamt standen nur 227 Offense Yards zu Buche, während Pforzheim auf 468 Yards kam.

Besonders schmerzhaft war dabei die erste Halbzeit. Pforzheim nutzte nahezu jede Gelegenheit konsequent aus und führte bereits zur Pause mit 45:7. Quarterback Drequan Harris zeigte einmal mehr, warum die Wilddogs zu den Spitzenteams der GFL Süd gehören. Der Spielmacher brachte 19 seiner 22 Pässe für 296 Yards und vier Touchdowns an und war zusätzlich als Läufer erfolgreich. Running Back Theo Michel steuerte weitere 105 Rushing Yards und einen Touchdown bei.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur phasenweise. Die Comets zeigten Moral und konnten durch Interceptions von Josh Dutton und Richard Scheel zumindest einzelne Akzente setzen. Beau Priegnitz eroberte später zusätzlich einen Fumble. Dennoch blieb Pforzheim spielbestimmend und erhöhte den Vorsprung kontinuierlich.

Noch schwerer als das Ergebnis dürften die Verletzungssorgen wiegen. Mehrere Comets Spieler mussten die Partie angeschlagen verlassen. Besonders bei Elias Krailjevic und Daniel Moradi herrschte nach Spielende große Sorge. Über die genaue Schwere der Verletzungen lagen zunächst keine abschließenden Informationen vor.

Die Stimmung nach dem Spiel war entsprechend gedrückt. Reporterin Susanne Hägele, die die Partie für Football-aktuell vor Ort in der Kramski Arena verfolgte, erlebte einen Nachmittag mit zwei völlig unterschiedlichen Spielverläufen. Nach dem Trickspielzug zur frühen Führung sei die Stimmung auf Seiten der Comets zunächst positiv gewesen. "Am Anfang war die Stimmung noch gut. Der Trickspielzug hat natürlich für Begeisterung gesorgt. Aber irgendwann hatte man das Gefühl, dass die Wilddogs auf jede Antwort der Comets gleich mehrere Antworten hatten‘, schilderte Hägele nach dem Spiel. Besonders die hohen Temperaturen hätten beiden Mannschaften viel abverlangt. ‚Am Ende waren viele Spieler einfach komplett am Limit. Man hat gesehen, wie viel Kraft dieses Spiel gekostet hat."

Für die Comets bleibt nun kaum Zeit zur Aufarbeitung. Bereits am kommenden Wochenende kommt es im Illerstadion zum direkten Rückspiel gegen die Wilddogs. Die Herausforderung wird dadurch nicht kleiner. Pforzheim hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum die Mannschaft aktuell zu den besten Teams der GFL Süd gehört. Für die Comets geht es nun vor allem darum, die Fehler schnell zu analysieren, die angeschlagenen Spieler bestmöglich zu regenerieren und vor eigenem Publikum eine deutlich bessere Antwort zu liefern als noch in der Kramski Arena.

Foot Bowl - 21.06.2026

Trickspielzug - Gabriel 'Gabe' Quigley wirft den Ball

Trickspielzug - Gabriel 'Gabe' Quigley wirft den Ball (© Foot Bowl/Susanne Hägele)

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