Für die Alpine Rams steht am Samstagabend in der Tissot Arena in Biel ein richtungsweisendes Heimspiel in der AFLE North/West Conference an. Um 18 Uhr empfangen die Schweizer die Paris Lights. Beide Teams gehen mit einer Bilanz von 1:2 in die Partie und wissen, dass dieses Duell bereits früh in der Saison erheblichen Einfluss auf die weitere Ausgangslage haben kann. Rhein Fire führt die Conference mit zwei Siegen aus drei Spielen an. Dahinter folgen die Rams und die Lights mit jeweils einem Erfolg. Ein Sieg würde die Bilanz des Gewinners ausgleichen und den Anschluss an die Spitze sichern. Eine Niederlage würde dagegen den Druck vor den kommenden Wochen deutlich erhöhen.
Die Alpine Rams kehren nach der klaren 20:47 Niederlage bei den Vienna Vikings nach Biel zurück. Das Ergebnis in Wien fiel deutlich aus, dennoch zeigte das Team auch dort Phasen, auf denen aufgebaut werden kann. Quarterback Seth Morgan warf zwei Touchdowns ohne Interception, Lucas Laroche brachte im Laufspiel 44 Yards bei zehn Versuchen zustande und Kevin Kaya blieb mit vier Receptions für 55 Yards erneut eine verlässliche Anspielstation. Auffällig war außerdem die Verteidigung einzelner Leistungsträger. Oluwaferanmi Okunlola sammelte gegen Vienna 17 Total Tackles und stellte damit den Bestwert der gesamten AFLE Week 4 auf. Für die Rams ist der Linebacker in den ersten Wochen zu einem zentralen Faktor geworden. Seine Präsenz gegen den Lauf, seine Reichweite im offenen Feld und seine konstante Tackling-Produktion machen ihn zu einem der Spieler, auf die Paris besonders achten muss.
Auch neben Okunlola haben die Rams mehrere Akteure, die in dieser Partie eine wichtige Rolle einnehmen dürften. Chad Walrond lieferte in Wien neun Tackles und zwei Pass Breakups, DeMarco Artis setzte mit sieben Tackles, drei Tackles for Loss und einem Sack ebenfalls deutliche Akzente. Timothy Schuermann, Oliver Obolela, Nickson Massa und Maliek Cote gehören ebenfalls zu den Verteidigern, die in den vergangenen Spielen regelmäßig Verantwortung übernommen haben. Gerade gegen Paris wird entscheidend sein, ob die Rams Defense früh Zugriff bekommt, das Laufspiel begrenzt und die Lights in lange Third Downs zwingt. Die Franzosen haben zuletzt offensiv Probleme gehabt, verfügen aber weiterhin über genug individuelle Qualität, um ein Spiel mit wenigen Drives zu kippen.
Offensiv wollen die Alpine Rams vor allem an den Auswärtssieg bei den London Warriors anknüpfen. Beim 23:20 Erfolg in London zeigte Seth Morgan seine bislang stärkste Saisonleistung. Er komplettierte 20 von 27 Pässen für 256 Yards, warf zwei Touchdowns und blieb ohne Interception. Besonders Kevin Kaya und Devan Burrell profitierten davon. Kaya fing sechs Pässe für 110 Yards und einen Touchdown, Burrell kam auf sieben Receptions für 73 Yards und ebenfalls einen Touchdown. Dieses Receiver-Duo könnte auch gegen Paris zum Schlüssel werden. Kaya bringt Explosivität und Big-Play-Gefahr, Burrell ist als verlässliche Option über die Mitte und in kurzen bis mittleren Zonen wichtig. Ergänzt wird das Passing Game durch Lou De Boe, Fabio Haefliger und weitere Anspielstationen, die der Offense mehr Flexibilität geben sollen.
Im Laufspiel kommt es darauf an, ob die Rams die Balance besser herstellen können als zuletzt. Joel Kuta erzielte gegen London einen Touchdown, Lucas Laroche war gegen Vienna der produktivste Ballträger und Seth Morgan kann bei Bedarf ebenfalls selbst laufen. Wenn es den Rams gelingt, Paris defensiv nicht nur horizontal, sondern auch vertikal zu beschäftigen, kann die Offense deutlich konstanter auftreten. Gerade vor heimischem Publikum wird es wichtig sein, früh Rhythmus zu finden und nicht erneut einem hohen Rückstand hinterherlaufen zu müssen.
Die Paris Lights reisen ebenfalls mit einer Bilanz von 1:2 in die Schweiz, allerdings mit einer anderen Dynamik. Zum Saisonauftakt setzte sich Paris noch deutlich mit 30:8 gegen die Firenze Red Lions durch. Quarterback Evan Hillock warf damals drei Touchdowns, Tristen Wallace glänzte mit vier Receptions für 116 Yards und zwei Touchdowns, Running Back Armand Soulerot steuerte 51 Rushing Yards, einen Lauf-Touchdown und einen Receiving-Touchdown bei. Danach folgten jedoch zwei Niederlagen. Gegen die Wroclaw Panthers unterlagen die Lights mit 14:22, obwohl Soulerot mit 104 Rushing Yards ein starkes Spiel machte und JJ Hopp sowie Jens Walter jeweils Touchdowns fingen. Am vergangenen Wochenende blieb Paris beim 0:35 gegen Rhein Fire ohne Punkte und kam nur auf 126 Total Yards. Besonders die Offense fand kaum Raum, musste achtmal punten und konnte weder im Lauf- noch im Passspiel konstant Druck erzeugen.
Zusätzlich gab es vor dem Spiel in Biel mehrere Kaderbewegungen bei den Paris Lights. Wide Receiver Tristen Wallace und Defensive Lineman Tallal Bouciouf wurden auf die Injury-Reserve-Liste gesetzt. Gerade der Ausfall von Wallace wiegt schwer, weil er in den ersten Wochen einer der gefährlichsten Playmaker des Teams war. Neu im Kader stehen Defensive Back Marciano Rodrigues, Tight End Nino De Wavrechin, Defensive Tackle Gabriel Augusty, Linebacker Djilian Eustache und Defensive Back Jason Mulanga. Safety Peter Lundström wurde entlassen. Für Paris geht es damit nicht nur darum, sportlich auf die letzten Niederlagen zu reagieren, sondern auch darum, die neuen Kaderteile möglichst schnell in das eigene System einzubinden.
Trotz der jüngsten Probleme verfügen die Lights weiterhin über mehrere Spieler, die den Rams gefährlich werden können. Evan Hillock hat bereits gezeigt, dass er die Offense führen und Touchdowns produzieren kann. Armand Soulerot ist als Running Back und Receiver vielseitig einsetzbar und war gegen Wroclaw mit 104 Rushing Yards der auffälligste Spieler der Pariser Offense. JJ Hopp entwickelte sich in den vergangenen Wochen zu einer wichtigen Anspielstation, während Jens Walter und Florian Larose ebenfalls eingebunden werden können. Defensiv zählen Wilfried Pene, Tiberio Calbucci, Davidson Larochel, Zaire Ugapo und Kenny Floret zu den auffälligen Kräften. Pene sammelte gegen Firenze zehn Tackles und zwei Sacks, auch gegen Wroclaw war er mit neun Tackles erneut präsent. Die Rams Offensive Line muss daher besonders darauf achten, Seth Morgan Zeit zu verschaffen und negative Plays zu vermeiden.
Für beide Teams ist die Partie deshalb mehr als nur ein normales Week 5 Spiel. Die Rams wollen vor eigenem Publikum beweisen, dass die Niederlage in Wien ein Rückschlag, aber kein Trend war. Paris will nach zwei Niederlagen und mehreren Rostermoves zeigen, dass der starke Saisonauftakt kein Zufall war. In der Tabelle liegen beide Teams gleichauf, doch die psychologische Ausgangslage könnte nach diesem Spiel sehr unterschiedlich sein. Der Gewinner steht bei 2:2 und kann optimistischer in die nächsten Wochen gehen. Der Verlierer fällt auf 1:3 zurück und muss den Anschluss an die oberen Plätze neu suchen.
Für die Fans in Biel bietet sich am Samstagabend ein Duell mit viel sportlicher Spannung, mehreren Schlüsselspielern auf beiden Seiten und einer klaren Ausgangslage. Die Alpine Rams setzen dabei erneut auf die Unterstützung von den Rängen. Rund um das Spiel wird den Zuschauern wieder ein attraktives Rahmenprogramm geboten, das den Besuch in der Tissot Arena zu einem Erlebnis für Football-Fans, Familien und neue Besucher machen soll.
Foot Bowl - 18.06.2026

Alpine Rams Quarterback Seth Morgan (© Foot Bowl/Wolfgang Huszar)
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