Die Big 12 hat eine Klage gegen Texas Tech eingereicht, um ihre Befugnis zur Durchsetzung der eigenen Statuten bestätigen zu lassen, sollte die Hochschule Quarterback Brendan Sorsby in der kommenden Ssaison einsetzen. Diese Aktion führt zu einem ungewöhnlichen Rechtsstreit zwischen einer Power Four Conference und einem ihrer Mitglieder.
Die 47-seitige Klageschrift wurde beim Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Texas eingereicht wurde, benennt Texas Tech, das Texas Tech University System, den texanischen Generalstaatsanwalt Ken Paxton sowie mehrere Hochschulvertreter als Beklagte. Die Conference strebt eine Feststellungs- und Unterlassungsklage an, um das zu unterbinden, was sie als Einmischung von außen in ihre interne Organisationsstruktur bezeichnet. Im Kern geht es um die Frage, ob die Big 12 disziplinarische Maßnahmen gegen ein Mitglied verhängen darf, während staatliche Stellen wegen desselben Verhaltens mit rechtlichen Schritten drohen. Im Mittelpunkt der Klage steht die Absicht von Texas Tech, Sorsby einzusetzen. Dieser hatte zuvor eingeräumt, auf College Football Spiele gewettet zu haben – darunter auch auf Spiele mit Beteiligung seines eigenen Teams während seiner Zeit an der Indiana University. Die NCAA hatte ihn ursprünglich dauerhaft für nicht spielberechtigt erklärt, bevor ein texanisches Gericht eine einstweilige Verfügung erließ, die ihm die Rückkehr auf das Spielfeld ermöglichte.
Die Big 12 selbst möchte dieses Gerichtsurteil nicht anfechten. Sie argumentiert vielmehr, dass der Rechtsstreit Unsicherheit hinsichtlich ihrer Fähigkeit geschaffen habe, ihre eigenen Regeln durchzusetzen. Die Konferenz erklärt, sie wolle ihr "Recht gemäß den Statuten wahren, Sanktionen gegen Texas Tech zu verhängen". Der Klageschrift zufolge, hat die Führungsebene der Conference bereits mögliche Strafen erörtert, sollte die Hochschule Sorsby tatsächlich einsetzen. "Sollte es zu einer Abstimmung kommen, könnten zu den möglichen Sanktionen, die das Gremium gemäß den Statuten in Erwägung ziehen könnte, Geldstrafen und/oder ein Ausschluss vom Big 12 Meisterschaftsspiel gehören", heißt es in dem Dokument.
Das Board of Directors der Big 12 kam am Montag zusammen, traf jedoch – wie erwartet – noch keine Entscheidung. In einer nach der Sitzung veröffentlichten Erklärung bekräftigte die Big 12 ihren Standpunkt, dass Mitgliedsuniversitäten keine Spieler einsetzen sollten, die auf Spiele ihres eigenen Teams gewettet haben und dass sie sich "alle Optionen offenhalte". Die Conference äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf den Wettbewerb und das Ansehen der Big12, sollte Sorsby tatsächlich zum Einsatz kommen. Sie verwies auf "erhebliche Bedenken" der Mitgliedsuniversitäten, wonach ein Einsatz des Spielers zu einem "Reputationsverlust und irreparablen Schaden für das öffentliche Vertrauen in die Integrität der Wettbewerbe" führen könnte. Zudem argumentierte sie, Texas Tech könne sich einen Platz in der Postseason sichern "mit einem Spieler, der entgegen den Standards der Conference gehandelt hat".
Die Klageschrift stellt den Fall als eine Frage der Regelungskompetenz und nicht der Spielberechtigung dar. Sie betont, dass die Big 12 nicht versuche, die zugrundeliegende Gerichtsentscheidung anzufechten, sondern vielmehr ein Bundesgericht ersuche, ihre Befugnis zur Durchsetzung interner Regeln zu bestätigen – ohne dabei rechtlichen Repressalien auf bundesstaatlicher Ebene ausgesetzt zu sein.
An einer Stelle verweist die Klage auf einen breiteren Konsens innerhalb des Sports: "In einer Sportart, in der man sich selten einig ist, gibt es endlich ein Thema, bei dem alle einer Meinung zu sein scheinen (mit Ausnahme von Texas Tech und dem texanischen Generalstaatsanwalt). Universitäten sollten im College Sport keine Spieler einsetzen, die auf Spiele ihres eigenen Teams gewettet haben." Die Klage folgt auf eine Warnung aus dem Büro von Generalstaatsanwalt Paxton, wonach etwaige Sanktionen der Conference gegen das Kartellrecht verstoßen und die Big 12 erheblichen finanziellen Haftungsrisiken aussetzen könnten. Die Conference widerspricht dieser Auslegung in ihrer Klageschrift.
Big 12 Commissioner Brett Yormark hatte bereits zuvor erklärt, dass alle Optionen auf dem Tisch lägen, während die Mitglieder der Liga weiterhin mögliche Disziplinarmaßnahmen prüften. Der Fall verlagert sich nun vor ein Bundesgericht, wo die Big 12 die Bestätigung anstrebt, gemäß ihren Statuten handeln zu dürfen, während das separate Verfahren zur Spielberechtigung von Sorsby fortgesetzt wird.
Schlüter - 15.06.2026

Texas Tech (© Getty Images)
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