"Sind wir zufrieden? Sind wir!" Lakonisch fiel die "Manöver-Kritik" des Spartans-Head-Coach Daniel Koch aus - nach dem vierten Auswärtssieg des Neu-Ulmer Football-Regionallisten in Folge, dieses Mal bei den Fursty Razorbacks und deren bis dahin stärkste Defense der Liga. Immerhin hieß es am Ende an der Amper 32:12 für die Spartans. Und dann provozierte der Cheftrainer der Footballer im TSV Neu-Ulm großen Jubel im Team mit der Nachricht: "Die Rams haben die Wildcats mit 23:20 geschlagen. Wir sind Tabellenführer."
Die Spartans-Offense legte im Stadion Auf der Lände in Fürstenfeldbruck los wie die Feuerwehr. Wieder einmal. Nach zwei langen Läufen von Quarterback Hunter Sturgeon ging es mit einem 25 Yard Pass von Sturgeon auf Janne Endl in die Endzone zum sehr schnellen Touchdown. Auch die Neu-Ulmer Defense war direkt hellwach und konnte zwei kurze Läufe stoppen sowie beim dritten Versuch der Razorbacks bei einem Screen Pass sogar Raumverlust erzwingen. Somit wurde Bruck nach negativen Yards gleich gezwungen zu punten.
Im Neu-Ulmer Angriff zeigte dann Running Back Mike Höchsmann einen starken Lauf über 25 Yards, wenig später fing Luca Stieglbauer im vierten Versuch einen wichtigen 20-Yard-Fang. Und dann schlug die bereits im ersten Angriff erfolgreiche Kombination erneut zu: QB Sturgeon warf einen 30-Yard-Pass zu Janne Endl, der ließ einen Verteidiger einfach abprallen und lief die letzten Meter in die Endzone. Der PAT misslang zwar, die Führung war aber auf 13:0 ausgebaut.
Auch die Razorbacks zeigten das gleiche Muster im nächsten Angriff: zwei Läufe, die kurzen Raumgewinn brachten, dann ein Pass im dritten Versuch, der gestoppt wurde. Vor allem Linebacker Max Walser machte schon früh im Spiel wichtige Tackles und zwang die Fürstenfeldbrucker zum zweiten Punt, ohne dass sie bisher einen neuen ersten Versuch hätten erzielen können. Dieser Punt war relativ kurz, und nach einer Strafe gegen Fursty hatten die Spartans den Ball schon an der gegnerischen 45-Yard-Linie in guter Position. Doch zeigte die bis hierhin starke Offense jetzt Unkonzentriertheiten. Zwei Pässe wurden fallengelassen und im vierten Versuch wurde QB Sturgeon gesackt, die Spartans-Offense ging ohne Punktgewinn aus einer sehr aussichtsreichen Ausgangslage vom Feld.
Auch die Defense leistete sich anschließend erste Fehler und kassierte so drei längere Läufe der lauflastigen Razorbacks-Offense. Als es dann aber zählte, und Fürstenfeldbruck zwei Mal nacheinander von der 17-Yard-Linie in die Endzone wollte, war Team Captain Joshua Bocksrocker jeweils zur Stelle und konnte beide Pässe abwehren. So ging der nächste vierte Versuch ohne Punkte für die Brucker Offense aus.
Doch rutschten in der nächsten Angriffsserie der Neu-Ulmer wieder zwei Bälle durch die Hände der Passempfänger, und Neu-Ulm musste erstmalig punten. Die Defense ließ sich davon anstecken, verpasste einige Tackles und Leon Kling konnte als Running Back für die Razorbacks die ersten Punkte per Lauf-Touchdown erzielen. Beim Versuch der 2-Punkt-Conversion schoss dann Linebacker Tim Backeler energisch vor und brachte Brucks Nick Alberico zu Boden, bevor der punkten konnte. Mit 13:6 für die Gäste gings in die Pause.
"Im zweiten Quarter hatten wir eine mental schwache Phase, durch die wir Fürstenfeldbruck wieder ins Spiel kommen ließen", sagt Neu-Ulms Head Coach Daniel Koch. "Das war dann auch die Ansage ans Team in der Halbzeit: Es liegt komplett an uns, ob wir zur starken Anfangsphase zurückfinden wollen oder durch unnötige Fehler den Gegner im Spiel halten." Am Game Plan gab es wenig zu ändern, der funktionierte gut. So ganz war die Pausen-Botschaft aber nicht sofort angekommen. Den Kickoff zur zweiten Hälfte trug Fürstenfeldbrucks Allround-Amerikaner Nick Alberico (er spielte in Offense, Defense und allen Special Teams) weit bis an die Spartans-30-Yard-Linie zurück. Dann ein langer Pass an die 5-Yard-Linie, und Running Back Leon Kling machte seinen zweiten Touchdown des Tages für Fürstenfeldbruck.
Drei Spielzüge zum Beinahe-Ausgleich - so hatte sich Coach Koch das nicht vorgestellt. Nur beinahe war es der Ausgleich, weil Max Walser den Brucker Kick zum PAT blocken konnte und so zumindest die dünne 13:12-Führung für die Spartans sicherte. Aber nun hatte Offensive Coordinator Turner Sturgeon Antworten. Erst schickte er seinen Bruder Hunter für 40 Yards mit einem angesagten Laufspielzug auf die Reise, kurz darauf sagte er einen Passspielzug im wichtigen vierten Versuch an, den Hunter auf Nick Alberto ausführen konnte zum 30-Yard-Touchdown. Die Spartans waren wieder sieben Punkte vorn beim 19:12. Ihr PAT-Versuch gelang nach schlechtem Snap aber nicht.
Dafür drehte ihre Defense mächtig auf. Nick Alberto, der jetzt auch in der Defense aushalf, holte erst einen Quarterback Sack und im nächsten Spielzug einen Tackle for Loss. Nach einem Foul war Fürstenfeldbruck noch weiter zurückgedrängt zu seinem dritten Versuch. Und dann schlugen auch noch Steffen Ganghof und Jonathan Kuntz gemeinsam mit dem nächsten Quarterback Sack zu.
Den folgenden Punt nahm Nick Alberto auf und trug ihn etwa 15 Yards bis an die Razorbacks 35-Yard-Linie. Kurzes Feld also für die Offense um Hunter Sturgeon, und der ließ sich nicht lange bitten, setzte jetzt mehr auf Laufspiel mit Mike Höchsmann und Dirk Mainka, und nach vier Spielzügen war Höchsmann in der Endzone. Ein Conversion-Versuch misslang, aber mit 25:12 konnten die Spartans die Führung ausbauen.
Und ihre Defense spielte nun immer stärker. Erst konnten Steffen Ganghof und Sami Wedde je einen Tackle for Loss erzielen, im dritten Versuch sackte Jens Buske Razorbacks-QB Devin Gleason einmal mehr und beendete damit diesen Angriff. In der Offensive setzten die Spartans weiter auf Läufe von Mike Höchsmann, einen schönen Pass auf Luca Stieglbauer, auch Sturgeon trug den Ball immer wieder selbst. So auch zum nächsten Touchdown zum 32:12-Endstand. Um gar nichts mehr anbrennen zu lassen, tackelte Joshua Bocksrocker den Kick Returner beim folgenden Kickoff sehr früh, und Jonathan Kuntz holte sich seinen zweiten Quarterback Sack des Tages. Nach dem letzten Fürstenfeldbrucker Punt konnten die Spartans die Uhr auslaufen lassen.
"Nach einem kurzen Hänger im zweiten Viertel und direkt nach der Halbzeit haben wir das Spiel komplett übernommen. Im vierten Viertel hat dann eigentlich alles bei uns funktioniert", freut sich Koch über den Erfolg seines Teams. "Da einige Jungs aus den drei Siegen der letzten Wochen angeschlagen sind, tut uns die Woche Pause jetzt gut."
Weil die Nürnberg Rams dem bisherigen Tabellenführer Kirchdorf Wildcats eine Niederlage beschert haben und weil sie selbst in Bruck als Matchwinner vom Platz gegangen sind, stehen die Spartans jetzt an der Spitze der Tabelle in der Regionalliga Süd. Nach der sehr willkommenen und für die Regeneration dringend benötigten Pause stehen für Neu-Ulm jetzt drei Heimspiele in Folge an. Zuerst kommen am 27. Juni die Amberg Mad Bulldogs zum Rückspiel ins Muthenhölzle. Danach folgen dann die Kracher gegen zwei Spitzenteams, beide sehr ernst zu nehmende Mitbewerber um die Ligameisterschaft: die derzeitigen Tabellendritten Kirchdorf Wildcats (am 4. Juli) und der Zweite Nürnberg Rams (18. Juli).
Daniel Weber - 15.06.2026

Die Spartans gingen in Fürstenfeldbruck als Sieger vom Platz. (© Benjamini / Neu-Ulm Spartans)
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