Zwei neue Receiver am Horizont

Das Receiver Corps von Ohio State erhält bald wichtige Verstärkungen. Über weite Strecken des vergangenen Jahrzehnts kamen Wide Receiver zu Ohio State, warteten geduldig auf ihre Chance und verließen das Team schließlich als begehrte NFL Draft Picks. Der aktuelle Star Jeremiah Smith bildet hier die einzige Ausnahme, nachdem er 2024 fast alle Receiving Rekorde für Freshman Spieler bei den Buckeyes gebrochen hat. In diesem Jahr sind jedoch bereits zwei weitere "True Freshmen" im Gespräch und bewerben sich für frühe Einsatzzeiten.

Chris Henry Jr. ist der erwartete Name in dieser Gruppe. Der Fünf Sterne Receiver und der wohl zweitbeste Wideout des Recruiting Jahrgangs 2026 – kam mit einem Profil nach Columbus, das normalerweise vom ersten Tag an für Aufmerksamkeit sorgt. Er reiht sich ein in eine Serie hochkarätiger Rekruten der Ohio State, die mit der Erwartung ankommen, künftige NFL-Stars zu werden.

Überraschender ist die Entwicklung von Brock Boyd. Als Drei Sterne Rekrut von der Southlake Carroll High School in Texas kommend, galt Boyd lediglich als Nummer 123 unter den Receivern seines Jahrgangs. In den meisten Fällen würde ein solches Profil eher auf einen langsamen Aufbau hindeuten: wenige Einsätze zu Beginn, Arbeit in den Special Teams und ein längerer Weg bis zur Einbindung in die Offensive. Erste Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass für beide "True Freshmen" schon bald eine wichtigere Rolle infrage kommen kann. Er und Chris Henry Jr. werden beide sehr gute Spieler. Ihre spielerischen Fähigkeiten unterscheiden sich stark, aber beide sind in dem, was sie tun, enorm effektiv. Als Freshman ist es immer schwer, aber beide werden dem Team dieses Jahr helfen. Brock könnte sofort auf allen drei Receiver-Positionen spielen. Er ist wirklich auf Zack, war aus dem Athletic Department in Columbus zu hören.

Die Receiver Riege von Ohio State ist offener für neue Spieler, als es zunächst den Anschein hat. Jeremiah Smith bleibt nach zwei dominanten Spielzeiten der unangefochtene Fixpunkt, und von Brandon Innis wird erwartet, dass er in seinem dritten Jahr im Programm eine größere Rolle übernimmt. Zudem hat sich Ohio State mit den erfahrenen Transfers Devin McCuin (von UTSA) und Kyle Parker (von LSU) verstärkt. Doch abgesehen von diesen vier Spielern ist der Konkurrenzkampf um Einsatzzeiten noch völlig offen. Tatsächlich haben nur vier Receiver im Kader der Ohio State bislang mindestens 50 Anspiele (Targets) auf FBS-Niveau erhalten: McCuin (224), Smith (211), Innis (69) und Parker (51). Das erklärt, warum sich bereits zwei Freshman-Spieler ins Gespräch gebracht haben. Für Henry ist der Weg relativ klar vorgezeichnet. Als einer der am höchsten bewerteten Receiver des Landes wurde stets erwartet, dass er früher oder später um Spielzeit konkurrieren würde. Die Frage ist nur, wie schnell das geschehen wird. Boyds Aufstieg ist überraschender. Er kam mit weitaus weniger Vorschusslorbeeren an, als jeder andere Receiver von Ohio State, der in jüngster Zeit in der Offseason für Aufsehen gesorgt hat; dennoch hat er sich schnell als Spieler etabliert, der auf mehreren Positionen innerhalb der Offense bestehen kann. In einer Receiver Gruppe, die hinter den Spitzenkräften ihre Hierarchie noch finden muss, könnten diese Eigenschaften seinen Weg zu mehr Spielzeit erheblich beschleunigen.

Bevor Smith 2024 die Rekordbücher umschrieb, fungierten die späteren Star-Receiver von Ohio State in ihrem ersten Jahr (als "True Freshmen") lediglich als Ergänzungsspieler. Alle sechs Wide Receiver der Buckeyes, die in den vergangenen fünf NFL-Drafts in der ersten Runde ausgewählt wurden, kamen in ihren Debütsaisons zusammen auf weniger als 500 Receiving-Yards. Selbst Garrett Wilson – dessen Bilanz von 30 gefangenen Bällen für 432 Yards und fünf Touchdowns im Jahr 2019 eine der produktivsten Freshman-Spielzeiten auf dieser Position vor Smiths Ankunft darstellte – stand zunächst hinter etablierten Routiniers zurück. Bemerkenswert: Harrison und Olave kamen als Vier Sterne Talente und nicht als Fünf Sterne Talente zu den Buckeyes", die für das Programm auf dieser Position inzwischen zum Standard geworden sind. Beide beendeten ihre College Karriere jedoch in der Spitzengruppe der ewigen Bestenliste von Ohio State im Receiving Bereich. Henry verdankt seine Attraktivität vor allem seinen körperlichen Voraussetzungen. Der 1,96 Meter große Receiver Sohn des ehemaligen NFL Wide Receivers Chris Henry kombiniert diese Größe mit einer enormen Reichweite. Damit bietet er Ohio State eine echte Anspielstation an der Außenlinie, die sich im Luftduell gegen Verteidiger durchsetzen und auch schwierige Bälle unter Bedrängnis sicher fangen kann. Ein Großteil seiner Erfolge an der kalifornischen Spitzen High School Mater Dei basierte auf tiefen Pässen und Situationen mit enger Manndeckung; seine Körpergröße und seine Ballfertigkeiten ermöglichten es ihm, selbst komplizierte Chancen erfolgreich abzuschließen.

Boyd kam zu Ohio State, nachdem er sich an seiner High School zum erfolgreichsten Receiver der Geschichte aufgeschwungen und dabei Rekorde gebrochen hatte, die zwei Jahrzehnte lang Bestand hatten. Dennoch belegte er in der 29 Spieler umfassenden Rekrutierungsklasse von Ohio State lediglich Platz 25 der Rangliste. Rein nach den gängigen Rekrutierungsmaßstäben hätte er eigentlich gar nicht in diesen Kreis gehört. Ob sich dies auch in nennenswerten Leistungen auf dem Spielfeld niederschlägt, bleibt abzuwarten. Erste Einschätzungen deuten jedoch darauf hin, dass beide womöglich schon näher am Spielgeschehen dran sind, als es für Freshman-Receiver bei Ohio State üblich ist.

Schlüter - 13.06.2026

Das Receiver Corps von Ohio State erhält bald wichtige Verstärkungen.

Das Receiver Corps von Ohio State erhält bald wichtige Verstärkungen. (© Getty Images)

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