Die Atlanta Falcons legen nach: Sie traden für einen Offensive Tackle mit den Kansas City Chiefs, um auf den Abgang von Kaleb McGary, verbunden mit der Abwesenheit von Neuzugang Jawaan Taylor zu reagieren. Im Gegenzug wird nur ein Picktausch in der siebten Runde – nur unwesentlich mehr als ein Sack voll Bälle – fällig.
Nicht viel, wenn man bedenkt, dass der mittlerweile 25-jährige vor drei Jahren in der dritten Runde (mit Pick #92) gedrafted worden war, nachdem er zuvor am College für die Oklahoma Sooners aufgelaufen war.
Er hatte sich anschließend bei den Kansas City Chiefs in kurzer Zeit als nützlicher Baustein der Offensive Line etabliert. Der junge Tackle bringt physische Präsenz, Athletik und die nötige Vielseitigkeit mit, um sowohl im Pass‑ als auch im Runblocking Einfluss zu haben. In der vergangenen Saison rückte er stärker in den Fokus, nachdem Verletzungen und Umstellungen auf der Line ihm vermehrt Einsatzzeit verschafften.
In seiner ersten NFL‑Saison kam Morris vor allem in einer Rotationsrolle zum Einsatz. Er absolvierte 14 Spiele, davon vier als Starter, und zeigte dabei solide Ansätze im Passblock. Besonders auffällig war seine Ruhe gegen den Speed‑Rush sowie seine Fähigkeit, mit langen Armen und guter Fußarbeit Druck nach außen zu lenken. Im Runblocking überzeugte er mit explosivem Antritt und der Kraft, Lücken zu öffnen. Zwar unterliefen ihm typische Rookie‑Fehler, doch seine Effizienz verbesserte sich im Verlauf der Saison deutlich.
In der folgenden Spielzeit wurde Morris zunehmend als potenzieller Starter aufgebaut. Die Chiefs setzten verstärkt auf seine Athletik. Trotz einiger Rückschläge – darunter kleinere Verletzungen und Konkurrenzdruck auf der Position – blieb er ein verlässlicher Bestandteil der Rotation. Auch bei den Special Teams war er regelmäßig eingebunden.
Insgesamt absolvierte Wanya Morris bislang 28 NFL‑Spiele, davon acht als Starter. Seine Statistiken umfassen unter anderem mehrere zugelassene Sacks im niedrigen einstelligen Bereich, wenige Strafen und eine stetig steigende Snap‑Quote. Für die Chiefs war er vor allem ein Projekt mit hohem Potenzial – ein physisch beeindruckender Tackle, der sich mit wachsender Erfahrung zu einem langfristigen Starter entwickeln kann.
Darauf hoffen jetzt die Falcons: Dank zweier linkshändiger Quarterbacks mit Michael Penix Jr. und Tua Tagovailoa ist der Right Tackle wesentlich wichtiger als bei den übrigen Teams, da hier logischerweise auch die Blind Side auf der anderen Seite des Quarterbacks liegt.
Eigentlich hätte die Storm Norton abdecken sollen, aber dessen Knöchelverletzung aus dem Vorjahr führte jetzt dazu, dass man ihn auf die Reserve / PUP-Liste setzen musste, so dass er die komplette Saison verpassen wird.
Mit Wanya Morris erhält man einen erfahrenen Tackle mit Potenzial für nahezu kein Investment.
Carsten Keller - 12.06.2026

Wanya Morris soll als Right Tackle einspringen (© Getty Images)
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