Kirby Hocutt, Sportdirektor von Texas Tech, verteidigte Brendan Sorsby und die Universität, während die "Red Raiders" Schritte in Richtung einer juristischen Auseinandersetzung mit weitreichenden Folgen im Vorfeld der Saison 2026 unternehmen könnten.
Texas Tech sah sich nach einem Gerichtsurteil, das Red Raiders Quarterback Brendan Sorsby die Spielberechtigung für die Saison 2026 zusprach, heftiger Kritik von Sportdirektoren, Medien und US College Football Fans im ganzen Land ausgesetzt. Am Mittwoch brach Kirby Hocutt, der Sportdirektor von Texas Tech, sein Schweigen zu diesem Thema und veröffentlichte eine Erklärung, in der er Sorsby sowie die Entscheidung der Universität, ihn im Programm zu behalten, unterstützte.
"An meine Kollegen: Ich verstehe die Frustration", heißt es in Hocutts Erklärung. "Diese Situation ist schwierig, sie ist neu, und es gibt keine perfekte Lösung. Das System, in dem wir uns bewegen, ist binär, die Situation selbst jedoch nicht. Wir sind offen für weitere Gespräche darüber, wie wir künftig am besten mit diesen Fragen umgehen können. Wir werden bei unserer Entscheidungsfindung weiterhin transparent bleiben. Vor allem aber werden wir weiterhin das tun, was wir schon immer getan haben: unsere Studenten an die erste Stelle setzen."
Am Montag sorgte ein Richter in Lubbock für Aufruhr im College Sport, als er Sorsby eine einstweilige Verfügung gegen die NCAA gewährte. Diese erlaubt es ihm, in der Saison 2026 zu spielen, obwohl er zugegeben hat, an Glücksspielen teilgenommen zu haben – einschließlich Wetten auf das eigene Team während seiner Zeit an der Indiana University. Als Teil der Entscheidung muss Sorsby bei den ersten beiden Saisonspielen gegen Abilene Christian und Oregon State aussetzen. Er wird jedoch zum Auftaktspiel in der Big 12 Conference am 18. September gegen Houston wieder spielberechtigt sein. Das Gericht entschied, dass Sorsby einen "wahrscheinlichen, unmittelbar bevorstehenden und nicht wiedergutzumachenden Schaden" erleiden würde, wenn ihm die Teilnahme am College Sport während des laufenden Gerichtsverfahrens untersagt bliebe.
Die NCAA hatte Sorsby dauerhaft für den Spielbetrieb gesperrt, nachdem er eingeräumt hatte, über einen Zeitraum von vier Jahren Tausende von Wetten platziert zu haben – darunter auch mehrere auf das eigene Team während seiner Zeit als "Redshirt"-Spieler an der Indiana University. Die NCAA-Regularien besagen, dass Spieler, die auf ihr eigenes Team oder auf andere Mannschaften ihrer Sportabteilung wetten, nicht am College-Sport teilnehmen dürfen.
Die Sportdirektoren von Georgia und Nebraska haben bereits angekündigt, künftig keine Spiele mehr gegen Texas Tech zu vereinbaren; zudem plant die Big Ten Berichten zufolge ein konferenzweites Moratorium für Begegnungen mit den Red Raiders in sämtlichen Sportarten. Die Big 12 beriet sich am Dienstag mit den Sportdirektoren über die Situation; dabei wurden diverse drastische Maßnahmen vorgeschlagen.
Hocutt betont ferner, dass Texas Tech nicht an der Klage beteiligt war, durch die Sorsby seine Spielberechtigung zurückerhielt. Stattdessen, so Hocutt, hätten sich die Red Raiders darauf konzentriert, Sorsby bei der Bewältigung seiner Spielsucht zu unterstützen. "Texas Tech ist keine Partei in Brendans Klageverfahren", erklärte Hocutt. "Wir haben die Klage weder eingereicht noch finanziert. Ein junger Mann, der sich wegen einer klinisch diagnostizierten Sucht in Behandlung befindet, hat sein Recht wahrgenommen, gerichtlich gegen die Entscheidung vorzugehen und ein Richter hat ihm Recht gegeben. Unsere Rolle bestand darin, seine Genesung zu unterstützen, nicht darin, seine Spielberechtigung zu erwirken."
Hocutt wehrte sich zudem gegen Kritik an der Integrität von Texas Tech, da das Programm Sorsby nicht entlassen hatte, als das Ausmaß seiner Spielsucht bekannt wurde. Hocutt bekräftigte, dass die Red Raiders ihren Integritätsanspruch wahren, indem sie sicherstellen, dass Sorsby die nötige Hilfe erhält.
"Das Wort ‚Integrität‘ ist in den letzten 48 Stunden sehr oft gefallen", schrieb Hocutt. "Als jemand, der seine berufliche Laufbahn dem Hochschulsport gewidmet hat, bin auch ich der Überzeugung, dass Integrität für den Erfolg unserer Branche von zentraler Bedeutung ist. Zudem gilt dieser Grundsatz der Integrität auf mehreren Ebenen. Die Integrität des Sports ist wichtig. Ebenso wichtig ist jedoch, wie wir mit einem 22-Jährigen umgehen, der sich Hilfe gesucht hat, eine stationäre Behandlung antrat und täglich an seiner Genesung arbeitet. Diese beiden Aspekte müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen." Hocutt legte sich in seiner Stellungnahme nicht auf ein konkretes weiteres Vorgehen fest; er erklärte lediglich, man werde den nächsten Schritt davon abhängig machen, wie sich die Situation von Tag zu Tag entwickle.
"Wir werden seinen Genesungsprozess, die Einhaltung der Vorgaben und seine Einsatzbereitschaft fortlaufend bewerten", sagte Hocutt. "Wir beobachten die Lage genau, setzen uns nachdrücklich für seine Fortschritte und sein Wohlergehen ein und handeln nicht auf der Basis blinden Vertrauens. Unser Handeln stützt sich vielmehr auf ein umfassendes Konzept, sowie klare Vorgaben zur Einhaltung von Regeln – Strukturen, auf der sich Brendan als Bedingung für seine Rückkehr in unser Football-Programm verpflichtet hat."
Hocutts Erklärung, so vermuten einige Medien in den USA, signalisieren, dass sich die Red Raiders womöglich auf einen Konflikt einstellen und nicht gewillt sind, dem Druck anderer Hochschulen – ob innerhalb oder außerhalb der Big 12 – so einfach nachzugeben.
Schlüter - 11.06.2026

AD Kirby Hocutt (Texas Tech Red Raiders) (© University Texas Tech )
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