Rückkehrer Running Back Mike Höchsmann erfüllte die Hoffnungen, die die Neu-Ulm Spartans in ihn gesetzt hatten. Sein Einstand beim Match gegen die Rams in Nürnberg war herausragend: drei Touchdowns. Und auch im zweiten Spiel gegen die Mad Bulldogs in Amberg war er mitentscheidend für den Sieg. Die Ambitionen der Spartans auf ein gutes Abschneiden in der spannenden Regionalliga-Saison leben aber natürlich nicht ausschließlich auf Grund eines Heimkehrers. Das ganze Team hat dafür gesorgt, dass die Spartans nach vier Siegen in den ersten fünf Partien jetzt auf Platz zwei der Tabelle stehen.
Wenn Spartans-Head-Coach Daniel Koch allerdings Ambitionen hört, wird er eher nachdenklich. "Wir sind jetzt drei Mal hintereinander Vizemeister in der Regio Süd geworden. Da fragt sich mancher: Wann geht es denn mal nach oben?" Koch verweist dann immer darauf, dass in diesem Jahr die Rams freiwillig wieder aus der 2. Bundesliga in die 3. Liga zurückgekehrt sind. "In der GFL 2 ist alles eine Nummer größer. Der Sprung dahin ist schon enorm. Und das gar nicht vorrangig im Sportlichen, sondern auch von den organisatorischen Anforderungen an einen Verein. Deshalb wollen wir im Falle des sportlichen Aufstieges auch als Programm als Ganzes dafür bereit sein und arbeiten mit der neuen Abteilungsleitung seit März sehr aktiv daran."
Auch der Gegner des kommenden Wochenendes, die Fursty Razorbacks, hat aus freien Stücken nach der Saison 2025 in der GFL 2 die Segel gestrichen und will sich in der Regionalliga neu ausrichten. Das Team aus der Amper-Stadt hat nach den Zahlen zu urteilen die stärkste Defense der Liga. "Da hat unsere Offense 'ne harte Nuss zu knacken", weiß Koch. Gelingt das im Verbund mit einer guten Leistung der eigenen Defense, springt also gegen den derzeitigen Tabellenvierten ein Sieg heraus, können die Spartans den zweiten Tabellenplatz halten.
Am kommenden Wochenende könnte aber den Footballern des TSV Neu-Ulm sogar der Sprung an die Tabellenspitze gelingen, wenn parallel zu deren Sieg in Fürstenfeldbruck die bisher nur einmal (nämlich eben von Sparta) besiegten Rams gegen den derzeitigen Tabellenführer, die Kirchdorf Wildcats, die Oberhand behalten. Auch die Wildkatzen sind von "oben heruntergekommen", waren 2024 sogar noch in der höchsten deutschen Liga GFL, hatten allerdings im März 2025 ihre Lizenz zurückgegeben.
Dann haben sie "das vergangene Jahr intensiv genutzt, um den Verein neu auszurichten und uns auf das zu konzentrieren, was ihn langfristig trägt," sagte Vereinspräsident Thomas Stecher der "Passauer Neue Presse". "Damit ist in erster Linie unsere Jugendarbeit gemeint, mit der wir in diesem Jahr sowohl sportlich als auch organisatorisch einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Jetzt wollen wir diesen Weg konsequent weitergehen. Der Neustart im Herrenbereich soll nachhaltig sein und auf klaren Strukturen basieren, und die Wildcats sollen wieder zu einer Family werden."
Dieser Neustart in der Regionalliga Süd gelang bisher: zwei Heimspiele, beide gewonnen, gegen die Fursty Razorbacks hieß es am Ende 29:14, gegen den Landsberg X-Press erreichten die Wildcats ein knappes 43:41. Am Wochenende empfangen sie im dritten Heimspiel die Nürnberg Rams. Da ist eine spannende Begegnung zu erwarten. Können die Rams die Kirchdorfer entthronen oder fügen diese den Nürnbergern die zweite Niederlage zu und bleiben an der Spitze. Das football-aktuell-Ranking attestiert beiden Mannschaften aufsteigende Form, favorisiert die Rams bei diesem Duell leicht mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 51 Prozent.
Das dritte Spiel an diesem Wochenende steht in Landsberg an, wo der X-Press die Nürnberg Hawks empfängt. Die Hawks konnten im ersten Spiel den Spartans ihre bisher einzige Niederlage beibringen und verloren dann nur hauchdünn gegen die Fursty Razorbacks, taten sich im weiteren Saisonverlauf aber schwer. Landsberg hingegen hatte zuletzt eine ansteigende Form mit der engen Niederlage in Kirchdorf. Beide Teams werden aber auch nach dem Wochenende auf den Plätzen fünf bis sieben rangieren.
Am kommenden Wochenende werden also einige Weichen gestellt. Dem Cheftrainer der Spartans ist allerdings das Wichtigste, "dass meine Mannschaft mit Wille, Hunger, Lust und Begeisterung die Herausforderungen annimmt. Wir wollen nicht immer nach oben schielen, sondern vor allem beim nächsten Gegner sein. Wir wollen weiterkommen, als Mannschaft, aber auch jeder einzelne Spieler für sich", erklärt Koch. "Mich begeistert jedes schöne Match, egal in welcher Liga. Und konstante harte Arbeit trägt am Ende immer Früchte. Und alles kommt zu seiner Zeit. Die drei Rückzüge aus den Bundesligen sind ein Fingerzeig, und auch aktuell sieht man Teams, die in der GFL 2 ums Überleben kämpfen. Dass dieser beständige Weg der richtige ist, bestätigt mir auch, dass Spieler im Team, die schon höherklassig gespielt haben oder Angebote hatten, sich bei uns dennoch sehr wohl fühlen."
Daniel Weber - 11.06.2026

Mike Höchsmann und Quarterback Hunter Sturgeon (© Benjamini / Neu-Ulm Spartans)
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