Nach der gerichtlichen Entscheidung zur Spielberechtigung von Brendan Sorsby wiesen die Verantwortlichen der Sportabteilungen von Georgia und Nebraska ihre Trainer und Sportadministratoren an, Texas Tech für keine künftigen sportlichen Wettkämpfe mehr einzuplanen. "Wir werden Texas Tech künftig nicht mehr in unseren Spielplan aufnehmen", erklärte Troy Dannen, Sportdirektor von Nebraska entsprechend an.
Sorsby erwirkte in Lubbock, Texas, eine einstweilige Verfügung gegen die NCAA, die es ihm erlaubt, in der Saison 2026 zu spielen. Sorsby wird zwar bei den ersten beiden Spielen von Texas Tech gegen Abilene Christian und Oregon State aussetzen, ist aber für den Saisonauftakt in der Big 12 gegen Houston am 18. September spielberechtigt.
Das Gericht entschied, dass Sorsby einen "wahrscheinlichen, unmittelbaren und irreparablen Schaden" erleiden würde, wenn ihm die Teilnahme am College Sport in dieser Saison verwehrt bliebe, während sein Verfahren wegen Glücksspiels noch läuft. Zuvor hatte die NCAA Sorsby dauerhaft für nicht spielberechtigt erklärt, nachdem er zugegeben hatte, über einen Zeitraum von vier Jahren Tausende von Wetten platziert zu haben – darunter mehrere auf das eigene Team, während er an der Indiana University als "Redshirt"-Spieler pausierte.
Georgia und Nebraska verschickten Memos an ihre Mitarbeiter, in denen sie ein Moratorium für die Spielplanung forderten; darin waren auch konkrete Anweisungen enthalten, wie im Falle laufender Verhandlungen mit den Red Raiders zu verfahren sei. Josh Brooks, der Sportdirektor von Georgia, kritisierte die Entscheidung von Texas Tech scharf, Sorsby nach dem Gerichtsurteil tatsächlich einzusetzen. "Wahre Integrität bedeutet, das eigene Programm in die Pflicht zu nehmen, wenn etwas schiefläuft – anstatt sich maßgeschneiderte Regelungen zu erkaufen oder vor ein lokales Gericht zu ziehen, um die bestehenden Regeln zu umgehen", schrieb Brooks am Montagabend.
Big Ten und Big 12 werden unterdessen darüber beraten, künftig keine Spiele mehr gegen die Red Raiders zu vereinbaren. "Wir haben ein durchdachtes und produktives Gespräch mit unseren Sportdirektoren geführt, während wir uns weiterhin mit den weitreichenden Folgen dieser Situation befassen", erklärte Big 12 Commissioner Brett Yormark in einer Stellungnahme. "Viele unserer Sportdirektoren haben ihre Meinung geäußert. Wir werden den offenen und ehrlichen Dialog innerhalb der Gruppe fortsetzen; bis es etwas zu berichten gibt, bleiben diese Gespräche intern innerhalb der Conference." Die Sportdirektoren Mike Buddie (TCU) und Gene Taylor (Kansas State) teilten wiederum mit, dass mehrere Hochschulen der Big 12 die Möglichkeit in Erwägung ziehen, im Jahr 2026 nicht gegen Texas Tech anzutreten. "Wir gehen davon aus, dass es dazu Gespräche geben wird", so Buddie. Wir rechnen alle damit, aber es wurde noch nicht offiziell diskutiert."
Im gesamten College Football setzen sich Sportdirektoren, Trainer und Vertreter der Conferences mit den Auswirkungen einer Entscheidung auseinander, die nach Ansicht vieler einen Präzedenzfall für die kommenden Jahre schaffen könnte. Was als Einzelfall begann, hat sich rasch zu einem landesweiten Gesprächsthema entwickelt. Dabei stellen Verantwortliche infrage, ob die NCAA überhaupt für die wachsenden Herausforderungen in den Bereichen Glücksspiel, Spielerverhalten und institutionelle Rechenschaftspflicht gerüstet ist und, ob die NCAA als Durchsetzungsinstanz überhaupt über irgendeine Macht verfügt.
Mark Harlan, Sportdirektor von Utah, bezeichnete Sorsbys Handlungen als "klare Verstöße gegen die Richtlinien und ethischen Grundsätze der NCAA" und warnte davor, dass sie dauerhaften Schaden anrichten könnten. "Als jemand, der mit der Lektüre über den ‚Black-Sox-Skandal‘ aufgewachsen ist, der miterlebt hat, was mit Pete Rose geschah, und der verstanden hat, wie eindeutig diese Grenze im gesamten amerikanischen Sport gezogen war, bin ich fassungslos, dass vor Gericht überhaupt die Frage aufgeworfen wird, ob so etwas akzeptabel ist", sagte Scott Stricklin, Sportdirektor von Florida. "Das ist kein Urteil über den jungen Mann. Es geht lediglich um einen grundlegenden Pfeiler des amerikanischen Sports: Wer teilnimmt, darf nicht wetten – schon gar nicht auf das eigene Team."
Schlüter - 10.06.2026

Den Texas Red Raiders droht eine Boykottwelle. (© Getty Images)
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